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Doping-Enthüllungen in der Leichtathletik
Putin äußert sich und fordert keine Kollektiv-Strafen

Leichtathletik: Wladimir Putin fordert individuelle Strafen
Thomas Bach (M.) im Gespräch mit Wladimir Putin. FOTO: dpa, sc sam Dok5 jhe
Düsseldorf. Russlands Staatschef Wladimir Putin hat sich am Mittwochabend öffentlich zum Dopingskandal in der nationalen Leichtathletik geäußert. Putin forderte bei einem Treffen mit Sportfunktionären in Sotschi eine interne Untersuchung der Vorfälle durch russische Instanzen, die dann von den Welt-Anti-Doping-Agentur Wada vertieft werden soll.

Zudem äußerte der 63-Jährige, dass eventuelle Strafen nur "individuell" und nicht kollektiv sein dürften. Dem russischen Leichtathletik-Verband droht die provisorische Suspendierung durch den Weltverband IAAF. Das Dopingproblem existiere "nicht nur in Russland. Aber wenn unsere ausländischen Kollegen Fragen haben, ist es notwendig, dass keine offen bleiben", sagte Putin.

Zuvor hatte bereits Russlands umstrittener Sportminister und Putin-Intimus Witali Mutko das britische Anti-Doping-Programm kritisiert. "Es wird gesagt, dass die gewonnenen Medaillen von unseren Athleten bei Olympia 2012 in London aberkannt werden sollen. Aber es war das britische Anti-Doping-System, dass dort zum Einsatz gekommen ist", sagte Mutko der Nachrichtenagentur Interfax.

"Jeder Medaillist ist auf Doping getestet worden und hat seine Medaille erst nach einem negativen Ergebnis bekommen", meinte Mutko: "Es tut mir leid, aber dann war euer Kontrollsystem komplett nutzlos und schlechter als unseres."

Die IAAF will auf einer telefonischen Council-Sitzung am Freitag auch über die Frage beraten, ob russische Athleten ihr Edelmetall von London verlieren sollen.

Bach: "Traurig und schockierend"

IOC-Präsident Thomas Bach bezeichnete den russischen Doping-Skandal als "traurig und schockierend", der 61-Jährige hält aber den neuen IAAF-Präsidenten Sebastian Coe für den richtigen Mann, um in der Leichtathletik aufzuräumen. Dies äußerte Bach am Mittwochnachmittag in einem Pressegespräch in Lausanne.

"Ich hätte mir niemals vorgestellt, dass in einem internationalen Verband Geld von Athleten gefordert werden könnte, um Testergebnisse zu manipulieren", sagte Bach. Der oberste Olympionike stellte harte Strafen für überführte Täter in Aussicht: "Medaillen könnten aberkannt und neu vergeben, Sportler und Athleten bestraft und von der IAAF ausgeschlossen werden."

Im Mittelpunkt des Doping-Skandals steht Lamine Diack. Der frühere Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes soll über eine Million Euro Schmiergelder kassiert haben, um positive Dopingproben russischer Athleten zu vertuschen.

(sid)
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