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Leichtathletik-WM
Bolt erreicht letztes Finale – Freimuth weiter Zweiter

Pressestimmen: "Ein Weltdebakel am Abend des Abschieds"
Pressestimmen: "Ein Weltdebakel am Abend des Abschieds" FOTO: rtr, MMA
London. Superstar Usain Bolt hat seinen letzten Arbeitstag als aktiver Leichtathlet mit einem lockeren Sieg begonnen. Der achtmalige Olympiasieger führte Jamaikas Sprintstaffel bei der WM in London am Samstagmorgen zum lockeren Vorlaufsieg über 4x100 m.

Damit darf der 30-Jährige, der über 100 m nur Bronze geholt hatte, im Finale am Abend (22.50 Uhr MESZ/ZDF und Eurosport) um einen goldenen Abschluss seiner Karriere kämpfen.

Im zweiten Vorlauf lagen die Jamaikaner, die mit Bolt zuletzt viermal in Folge den Titel holten, in 37,95 Sekunden vor Frankreich (38,03). Die DLV-Staffel mit dem deutschen Rekordhalter Julian Reus, Robert Hering, Robin Erewa (alle Wattenscheid) und Roy Schmidt (Leipzig) kam nach einem völlig verkorksten letzten Wechsel auf Platz fünf (38,66) und verpasste damit das Finale.

Favorit auf Gold sind die Amerikaner um 100-m-Weltmeister Justin Gatlin, die den ersten Vorlauf in der Jahresweltbestleistung von 37,70 Sekunden vor den ebenfalls sehr starken Briten (37,76) gewannen.

Lückenkemper führt deutsche Staffel ins Finale

Die deutsche Frauenstaffel um Gina Lückenkemper ist bei der Leichtathletik-WM in London souverän ins Finale über 4x100 m eingezogen. Tatjana Pinto (Paderborn), Lisa Mayer (Wetzlar), Lückenkemper (Dortmund) und Rebekka Haase (LV Erzgebirge) gewannen den zweiten Vorlauf in 42,34 Sekunden vor Jamaikas B-Besetzung (42,50) und qualifizierten sich damit für die Entscheidung am Abend (22.30 Uhr/ZDF und Eurosport).

Den schnellsten Vorlauf legten im schon am Morgen fast restlos gefüllten Olympiastadion die Amerikanerinnen um die neunmalige Weltmeisterin Allyson Felix in der Jahresweltbestzeit von 41,84 Sekunden hin. Auch Großbritannien (41,93) zeigte eine starke Vorstellung.

Die deutschen Sprinterinnen sind mit Medaillenchancen nach London gereist. Im April hatte das DLV-Quartett bei der inoffiziellen Staffel-WM auf den Bahamas gesiegt.

Freimuth verteidigt Platz zwei

Zehnkampf-Ass Rico Freimuth vom SV Halle bleibt auch nach sieben Disziplinen bei der Leichtathletik-WM in London auf Medaillenkurs. Mit 6272 Punkten ist der 29-jährige Weltmeisterschafts-Dritte von 2015 nach dem Diskuswerfen am Freitag sogar bis auf 24 Punkten an den führenden Franzosen Kevin Mayer herangerückt und hat eine Titelchance.

Freimuth warf den Diskus 51,17 Meter weit, Mayer kam nur auf 47,14. Der Olympia-Vierte Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied) blieb mit 6080 Punkten auf Rang vier, liegt aber nur 15 Zähler hinter Oleksij Kasanow aus der Ukraine.

4x400-Meter-Staffel überzeugt

Die deutsche 4x400-m-Staffel der Frauen hat bei der Leichtathletik-WM in London das Finale erreicht. In ihrem Vorlauf kamen Ruth Sophia Spelmeyer (Osnabrück), Nadine Gonska (Mannheim), Svea Kohrbrück (Berlin) und Laura Müller (Rehlingen) in 3:26,24 Minuten auf Platz drei und qualifizierten sich damit direkt für die Entscheidung am Sonntag (21.55 MESZ/ARD und Eurosport).

Schnellste in den Vorläufen waren die favorisierten USA in der Jahresweltbestzeit von 3:21,66 Minuten vor Jamaika 3:23,64.

Zuletzt hatte sich 2009 in Berlin (Platz vier) eine deutsche Staffel für ein WM-Finale über 4x400 m qualifiziert. 1997 war ein Quartett um Grit Breuer in Athen Weltmeister geworden, 1999 (Bronze) und 2001 (Silber) gab es weitere Medaillen.

(can/sid/dpa)
 
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