| 15.25 Uhr

+++ Leichtathletik-WM im Telegramm +++
Bolt und Gatlin locker im Finale über 200 Meter

Leichtathletik-WM: Betty Heidler erreicht nur mit Mühe das Finale
Usain Bolt steht im Finale über die 200 Meter. FOTO: dpa, nic
Peking. In Peking laufen die Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Wir berichten in unserem Telegramm über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

+++ Strutz und Ryzih gehen mit dem Stab leer aus +++

Die Stabhochspringerinnen Martina Strutz (Schwerin) und Lisa Ryzih (Ludwigshafen) haben bei der Leichtathletik-WM in Peking die Medaillenränge deutlich verpasst. Beim Sieg der Kubanerin Yarisley Silva landete die frühere Vize-Weltmeisterin Strutz mit 4,60 m auf dem achten Platz, die deutsche Meisterin Ryzih wurde höhengleich Zwölfte.

+++ Krause holt Bronze über 3000 Meter Hindernis +++

Gesa Felicitas Krause ist über die 3000 Meter Hindernis eine Überraschung gelungen. Die Deutsche holte nach einem famosen Rennen die Bronzemedaille. Krause musste sich in 9:19,25 Minuten nur Siegerin Hyvin Jepkemoi (Kenia/9:19,11) und der Tunesierin Habiba Ghribi (9:19,24) geschlagen geben. Es war die erste deutsche WM-Medaille über diese Strecke.

+++ Bolt und Gatlin locker im 200-Meter-Finale +++

Die beiden Rivalen Usain Bolt und Justin Gatlin haben sich locker für den 200-Meter-Endlauf bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Peking qualifiziert. Der Titelverteidiger, Weltrekordhalter und Olympiasieger Bolt gewann sein Halbfinale am Mittwochabend (Ortszeit) in 19,95 Sekunden. Der Weltjahresbeste Gatlin aus den USA hatte zuvor in seinem Rennen in 19,87 Sekunden gesiegt.

Die Revanche für Bolts 100-Meter-Sieg am vergangenen Sonntag ist für diesen Donnerstag um 14.55 Uhr deutscher Zeit angesetzt. Dann will der Jamaikaner den insgesamt zehnten WM-Titel seiner Karriere gewinnen und Gatlin zum ersten Mal seit 2005 wieder 200-Meter-Weltmeister werden.

+++ Hejnova verteidigt Titel über 400 Meter Hürden +++

Titelverteidigerin Zuzana Hejnova hat bei der Leichtathletik-WM in Peking wie vor zwei Jahren in Moskau die Goldmedaille über 400 m Hürden gewonnen. Die Tschechin siegte in der Jahres-Weltbestzeit von 53,50 Sekunden vor den beiden US-Amerikanerinnen Shamier Little (53,94) und Cassandra Tate (54,02). Deutsche Läuferinnen waren nicht am Start.

+++ Kenianer holt Gold im Speerwerfen – Röhler geht leer aus +++

Der Kenianer Julius Yego ist erstmals Weltmeister im Speerwerfen. Der 26-Jährige glänzte am Mittwoch bei den Titelkämpfen in Peking mit der Weltjahresbestweite von 92,72 Metern. Damit ist der 26-Jährige der drittbeste Speerwerfer in der Leichtathletik-Geschichte. Thomas Röhler aus Jena verpasste als Vierter mit 87,41 Metern die erhoffte Medaille. Silber ging an den Ägypter Ihab Abdelrahman El-Sayed mit 88,99 Metern, Bronze an den Finnen Tero Pitkämäki mit 87,64 Metern. Der Mannheimer Andreas Hofmann belegte Rang sechs, Johannes Vetter aus Saarbrücken Platz sieben.

+++ Merritt legt Nierenerkrankung offen +++

Hürden-Olympiasieger Aries Merritt aus den USA hat bei der Leichtathletik-WM in Peking schonungslos eine schwere Nierenerkrankung offengelegt. "Wer weiß, das könnten meine letzten Meisterschaften sein", sagte der Weltrekordhalter am Mittwoch nach seinem Vorlauf über 110 Meter Hürden. Merritt wird sich am 1. September nur vier Tage nach dem WM-Finale einer Nierentransplantation unterziehen. Seine Nierenfunktion liege aktuell bei weniger als 20 Prozent, teilte der Weltverband IAAF in einem Artikel auf seiner Internetseite mit. "Ich will nicht in meinem Haus sitzen und auf die Operation warten. Ich möchte raus, das Leben genießen", erklärte der 30-Jährige, warum er unter diesen Umständen überhaupt an den Weltmeisterschaften teilnimmt.

+++ Obergföll macht nach Rio 2016 Schluss +++

Speerwurf-Weltmeisterin Christina Obergföll will ihre Karriere nach den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro beenden. "Im Moment ist das der Plan", sagte die 34-Jährige am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Peking. Die Olympia-Zweite von 2012 bestätigte damit ihre Ankündigung in einem Interview, das sie dem "Hamburger Abendblatt" (Mittwoch) gab.

"Das ist eine Entscheidung, die wir beide zusammen getroffen haben.
Es gibt doch nichts Schöneres, als bei Olympia aufzuhören", meinte ihr Ehemann, Bundestrainer Boris Obergföll. "Nächstes Jahr ist dann wieder WM, und dann kommt 2018 die EM in Deutschland. Bis dahin wäre es eine zu lange Zeit gewesen. Wir hatten viele schöne Jahre", betonte der ehemalige Weltklasse-Speerwerfer.

+++ Kenia droht Dopingskandal: Zwei Läuferinnen laut Medien positiv getestet +++

Kenias Leichtathleten droht bei der WM in Peking der nächste große Dopingskandal. Kenianischen Medienberichten zufolge wurden 400-m-Läuferin Joyce Zakary und Hürdenspezialistin Koki Manunga nach ihren Vorläufen positiv getestet. Es wären die ersten Dopingfälle bei den Titelkämpfen in China. Wie das Nachrichtenportal sportnewsarena berichtet, soll bei beiden Läuferinnen ein maskierendes Mittel für eine unbekannte Dopingsubstanz festgestellt worden sein. Sportlern und Verband sei das positive Ergebnis am Dienstagabend kurz vor dem sensationellen Gold-Lauf des Kenianers Nicholas Bett über 400 m Hürden mitgeteilt worden sein. Kenias Teamleitung kommentierte die Berichte zunächst nicht.

Zakary war im Vorlauf am Montag in 50,71 Sekunden Landesrekord über 400 m gelaufen, zum Halbfinale am Dienstag aber ohne Angabe von Gründen nicht angetreten. Manunga war in der ersten Runde über 400 m klar ausgeschieden. Der nationale Verband Kenia Athletics war zuletzt stark in Erklärungsnot geraten. Seit 2012 wurden über 30 Athleten wegen Dopings gesperrt, die Dunkelziffer dürfte weit höher sein. Der Verband soll laut ARD-Informationen systematisch Doping-Missbrauch unterstützt und vertuscht haben. Bei der WM in Peking führten die Kenianer den Medaillenspiegel nach vier Wettkampftagen deutlich an.

+++ Ex-Weltrekordlerin Heidler mit Mühe ins Hammer-Finale +++

Die frühere Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler hat zwei Jahre nach ihrem Qualifikations-Aus von Moskau bei der Leichtathletik-WM in Peking nur mit Mühe das Finale erreicht. Die 31-Jährige verpasste am Mittwochmorgen mit allen drei Versuchen die geforderte Weite von 72,50 m deutlich, schaffte aber mit 70,60 m als insgesamt Neunte den Einzug in den Endkampf der besten Zwölf am Donnerstag (13 Uhr). "Das ist einzige Nachricht, die heute zählt. Das war vollkommen ausreichend", sagte Heidler: "Die Quali ist morgen vergessen, das Training war auf das Finale ausgerichtet."

Die Frankfurterin Heidler hatte 2007 in Osaka Gold und 2009 in Berlin sowie 2011 in Daegu Silber geholt. 2013 hatte sie in Moskau den Finaleinzug klar verpasst und danach schon ihren Abschied von der WM-Bühne angekündigt. In Peking löste auch Heidlers Vereinskollegin Kathrin Klaas das Final-Ticket, die 31-Jährige wurde mit 71,41 m Siebte. Beste der Qualifikation war Polens Weltrekordlerin Anita Wlodarczyk mit im ersten Versuch erzielten 75,01 m. Wlodarczyk hatte kurz vor der WM mit 81,08 m als erste Frau über 80 Meter geworfen.

+++ WM-Aus nach wenigen Sekunden: Hürdensprinter John disqualifiziert +++

Für den deutschen Hürdensprinter Alexander John ist die Leichtathletik-WM in Peking schon nach wenigen Sekunden vorbei gewesen. Wegen eines vermeintlichen Fehlstarts bei seinem Vorlauf über 110 Meter Hürden wurde der 29-Jährige am Mittwochfrüh disqualifiziert. "Ich bin stinksauer", sagte John, denn seiner Meinung nach war nicht er derjenige, der sich zu früh im Startblock bewegt hatte. "Der neben mir hat gezuckt, und ich habe darauf reagiert. Dabei bleibe ich, und das zeigen auch die Fernsehbilder", schimpfte er.

Allein in den ersten beiden Vorläufen des Hürdensprints gab es am Mittwoch drei Fehlstarts. Nach dem Athleten des SC DHfK Leipzig erwischte es auch noch den Amerikaner Ronnie Ash und den Tschechen Petr Svoboda. "Ich bin in einer guten Form hier angereist", meinte John. "In meinem Lauf hätte eine 13,48er-Zeit gereicht, um weiterzukommen. Das hätte ich auch schaffen können. Nur muss man dafür auch ins Ziel kommen."

+++ Semenya mit starkem Schlussspurt – zwei Deutsche im Halbfinale +++

Bei ihrem WM-Comeback in Peking hat die frühere 800-Meter-Weltmeisterin Caster Semenya die Vorläufe nur dank eines furiosen Schlussspurts überstanden. Die Südafrikanerin bog am Mittwochfrüh als Letzte ihres Rennens auf die Zielgerade ein und lief dann noch auf den dritten Platz vor. Die persönliche Saisonbestzeit von 1:59,59 Minuten bedeutete am Ende die Qualifikation für das Halbfinale am Donnerstag.

"Ein so schnelles Rennen habe ich nicht erwartet. Die erste Runde war zu schnell für mich. Aber ich wollte nur weiterkommen, das habe ich geschafft", sagte die 24-Jährige. Semenya hatte bei der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin die Goldmedaille gewonnen. Wegen Zweifeln an ihrem Geschlecht wurde sie danach vom Weltverband IAAF mit einem mehrmonatigen Startverbot belegt. Die beiden deutschen 800-Meter-Läuferinnen zogen ebenfalls ins Halbfinale ein. Fabienne Kohlmann aus Würzburg gewann ihren Vorlauf in 2:01,42 Minuten. Christina Hering aus München wurde nach 2:00,36 Minuten zwar nur Fünfte des Semenya-Rennens, kam aber über die Zeitwertung noch eine Runde weiter.

+++ Dreisprung: Duell zwischen Pichardo und Taylor um Gold +++

Die beiden Top-Favoriten Pablo Pedro Pichardo (Kuba) und Christian Taylor (USA) haben bei der Leichtathletik-WM in Peking ohne größere Probleme das Finale im Dreisprung (Donnerstag, 13.10 Uhr/ARD) erreicht. Der Weltjahresbeste Pichardo sprang mit 17,43 m die beste Weite des Feldes, Ex-Weltmeister und Olympiasieger Taylor kam auf 17,28 m. Das Duo springt in dieser Saison in seiner eigenen Liga und macht Gold wohl unter sich aus. Der Olympiazweite Will Claye (USA) schied dagegen nach enttäuschenden 16,41 m aus. Titelverteidiger Teddy Tamgho (Frankreich) war nach seinem Achillessehnenriss ebenso wie ein deutscher Springer nicht am Start.

(dpa7sid/RPO)
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