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+++ Leichtathletik-WM im Telegramm +++
Kanadier Drouin gewinnt kurioses Hochsprung-Finale im Stechen

Leichtathletik-WM: Katharina Monitor holt Gold im Speerwurf
Derek Drouin hat Gold im Hochsprung gewonnen. FOTO: afp, dd/tlr/dan
Peking. In Peking laufen die Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Wir berichten in unserem Telegramm über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

+++ Jamaikas Frauen-Staffel gewinnt Gold über 4x400 Meter +++

Die Männer-Staffel der USA und Jamaikas Frauen haben zum Abschluss der Leichtathletik-WM in Peking jeweils Gold über 4x400 m gewonnen. Die US-Männer mit Einzel-Vizeweltmeister LaShawn Merritt, David Verburg, Tony McQuay und Bryshon Nellum setzten sich in 2:57,82 Minuten vor Trinidad und Tobago (2:58,20) sowie Großbritannien (2:58,51) durch. Für Merritt war es das insgesamt siebte WM-Gold.

Seit ihrem Sieg in Stuttgart 1993 mit dem heute noch gültigen Weltrekord von 2:54,29 Minuten haben die US-Boys alle zwölf WM-Finals gewonnen. Die Titel 1997, 1999, 2001 und 2003 wurden ihnen aber wegen der Dopingvergehen des 2010 verstorbenen Antonio Pettigrew sowie von Jerome Young und Calvin Harrison nachträglich aberkannt.

In der Frauen-Entscheidung mussten sich die USA um Einzel-Weltmeisterin Allyson Felix überraschend Jamaika geschlagen geben und holten wie 2013 in Moskau nur Silber. Die Jamaikanerinnen Christine Day, Shericka Jackson, Stephenie Ann McPherson und Novlene Williams-Mills lagen in 3:19,13 Minuten knapp vor den US-Girls (3:19,44). Bronze ging ebenfalls an Großbritannien (3:23,62).

Deutsche 4x400-m-Staffeln waren bei den Titelkämpfen in Peking nicht am Start.

+++ Drouin gewinnt Hochsprung-Finale im Stechen +++

Der Kanadier Derek Drouin hat in einem kuriosen Hochsprung-Finale der Leichtathletik-WM in Peking Gold gewonnen. In einem Stechen dreier Springer meisterte der Olympiadritte von 2012 als einziger 2,34 m. Titelverteidiger Bogdan Bondarenko (Ukraine) erhielt an seinem 26. Geburtstag ebenso Silber wie Chinas Aufsteiger Zhang Guowei.

Das Trio hatte im regulären Wettkampf jeweils ohne Fehlversuch 2,33 m genommen und war dann geschlossen dreimal an 2,36 m gescheitert. Im Stechen rissen sie jeweils ein weiteres Mal 2,36 m, ehe die Latte auf 2,34 gesenkt wurde und Drouin triumphierte. 2,43-m-Springer Mutaz Essa Barshim aus Katar, der ebenfalls 2,33 gesprungen war, landete aufgrund eines früheren Fehlversuchs auf Platz vier.

Der viermalige deutsche Meister Eike Onnen (Hannover) belegte Platz zwölf. Der 33-Jährige kam nicht über im dritten Versuch übersprungenen 2,25 hinaus. Onnen, der in den vergangenen Jahren immer wieder mit Verletzungspech zu kämpfen hatte, war in der Qualifikation noch 2,31 m gesprungen.

Der deutsche Hallen-Meister Mateus Przybylko (Leverkusen) hatte mit 2,22 m als 28. den Endkampf ebenso wie Olympiasieger Iwan Uchow (Russland) verpasst.

+++ Molitor holt Gold im Speerwurf +++

Katharina Molitor (Leverkusen) hat bei der Leichtathletik-WM in Peking sensationell Gold im Speerwurf gewonnen. Die deutsche Meisterin steigerte sich im letzten Versuch auf die persönliche Bestleistung von 67,69 m und verdrängte Lyu Huihui aus China (66,13) noch auf Rang zwei. Bronze gewann Sunette Viljoen (65,79/Südafrika). 14 Monate nach der Geburt ihres Sohnes Marlon wurde Titelverteidigerin Christina Obergföll (64,61/Offenburg) Vierte.

U23-Europameisterin Christin Hussong (62,98/Zweibrücken) wurde Sechste. Olympiasiegerin Barbora Spotakova (Tschechien) erlebte als Neunte mit nur 60,08 m ein Debakel. Die ehemalige Europameisterin Linda Stahl (59,88/Leverkusen) kam nicht über Rang zehn hinaus.

+++ Kenianer Kiprop gewinnt dritten 1500-m-Titel in Folge +++

Der Kenianer Asbel Kiprop hat sich bei der Leichtathletik-WM in Peking zum dritten Mal in Folge den Titel über 1500 m gesichert. Der 26-Jährige, der 2008 an gleicher Stelle Olympiasieger geworden war, siegte in 3:34,40 Minuten vor seinem Landsmann Elijah Manangoi (3:34,63) und sicherte Kenia damit siebten Titel bei den Wettkämpfen in China.

Bronze holte der Marokkaner Abdalaati Iguider (3:34,67), Olympiasieger Taoufik Makhloufi (Algerien) kam nur auf Platz vier (3:34,76). Ein deutscher Läufer war in Peking nicht am Start.

Weltrekordler Hicham El Guerrouj aus Marokko holte zwischen 1997 und 2003 vier Titel in Serie. Der Algerier Noureddine Morceli gewann von 1991 bis 1995 wie Kiprop dreimal.

+++ Dibaba bei Ayanas 5000-m-Sieg nur Dritte +++

Genzebe Dibaba aus Äthiopien hat bei der Leichtathletik-WM in Peking das Double verpasst. Nach dem Sieg über ihre Weltrekordstrecke 1500 m musste sich die 24-Jährige am Schlusstag über 5000 m bei einem äthiopischen Dreifach-Triumph mit Bronze hinter ihren Landsfrauen Almaz Ayana und Senbere Teferi begnügen.

Ayana setzte sich drei Runden vor Rennende ab und gewann mit Meisterschaftsrekord von 14:26,83 Minuten deutlich vor Teferi (14:44,07), die auf der Zielgeraden noch Dibaba (14:44,14) abfing. Hinter den drei Äthiopierinnen folgten vier Kenianerinnen. Die 23 Jahre alte Ayana war als schnellste Läuferin des Jahres (14:14,32) nach Peking gereist.

+++ Spannender Marathon: Dibaba siegt mit einer Sekunde Vorsprung +++

Die schwer unter Doping-Verdacht stehende Marathon-Nation Kenia hat auch im Frauen-Rennen der Leichtathletik-WM in Peking den Titelgewinn verpasst. Beim Sieg der Äthiopierin Mare Dibaba (2:27:35 Stunden) am Schlusstag der Wettkämpfe musste sich Helah Kiprop als beste Kenianerin mit Silber (2:27:36) begnügen. Bronze ging an die in Kenia geborene Eunice Kirwa aus Bahrain (2:27:39).

Für die 25 Jahre alte Dibaba war es der zweite große Marathon-Sieg. 2014 war sie zur Siegerin des Chicago-Marathons erklärt worden, nachdem die Kenianerin Rita Jeptoo des Epo-Dopings überführt worden war. "Ich bin so glücklich, dass ich dieses Gold für mein Land holen konnte", sagte Dibaba: "Ich hatte Angst vor der Hitze hier. Aber zum Glück hat sich das Wetter heute etwas geändert, es war nicht so heiß. Die Bedingungen waren fast wie zuhause." Kenias Topfavoritin Edna Kiplagat (2:28:18), die 2011 und 2013 WM-Gold geholt hatte, kam in Peking nicht über Platz fünf hinter ihrer Landfrau Jemima Sumgong (2:27:42) hinaus. Eine deutsche Läuferin war nicht am Start.

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