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Leichtathletik-WM
Müller küsst ihren Bizeps nach Diskus-Bronze

Müller freut sich über Bronze und küsst ihren Bizeps
Müller freut sich über Bronze und küsst ihren Bizeps FOTO: dpa, nic
Nadine Müller zeigte ihre starken Arme und küsste dann stolz ihren Bizeps. Vier Jahre nach Silber in Daegu hat die Diskuswerferin aus Leipzig bei der Leichtathletik-WM in Peking Bronze gewonnen.

Die 29-Jährige musste sich nach einem Wurf auf 65,53 m nur der neuen Weltmeisterin Denia Caballero aus Kuba (69,28) und Olympiasiegerin Sandra Perkovic aus Kroatien (67,39) geschlagen geben.

"Der ganze Schweiß, die ganzen Tränen haben sich gelohnt. Das gibt Aufschwung für Olympia in Rio", sagte Müller: "Ich habe mit einer Medaille geliebäugelt, aber nicht gerechnet. In Rio will ich noch einen draufpacken."

Bis zum letzten Versuch hatte sie sogar auf Silber-Kurs gelegen, doch dann fing Perkovic sie doch noch ab. "Scheiße", entfuhr es ihr nach dem Wurf der Kroatin neben dem Ring, war dann aber trotzdem mehr als zufrieden: "Ich bin super happy."

Nach einem verlorenen Jahr mit starken Verletzungsproblemen meldete sich die 29-Jährige in der Weltspitze eindrucksvoll zurück und holte die vierte Medaille für das deutsche Team in Peking.

Die deutsche Meisterin Julia Fischer (Berlin) kam nicht über 63,88 m und Platz fünf hinaus. Rückenprobleme machten der Freundin von Diskus-Star Robert Harting Probleme. Die EM-Dritte Shanice Craft (63,10/Mannheim) wurde Siebte.

Olympiasieger Robert Harting twitterte unmittelbar nach Wettkampfende: "Super Ergebnis! Harte Arbeit und ein toller Wettkampf liegt hinter euch!! Genießt den Abend!"

Die Enttäuschung seiner Freundin Julia hielt sich in Grenzen: "Die ersten beiden Würfe waren super", sagte sie, doch danach bekam sie wieder Rückenprobleme. "Wenn das nicht passiert wäre, hätte ich noch weiter werfen können. Mit Platz fünf bin ich zufrieden, mit der Weite nicht so."

Nachdem Müller schon länger ihr privates Glück gefunden hat, läuft es nach einer Leidenszeit jetzt auch wieder im Diskusring für die Polizistin. Silvester 2013 hatte die Vize-Europameisterin von 2012 ihre Freundin Sabine, die nun zu Hause vor dem Fernseher die Daumen drückte, geheiratet. "Wir wollen uns nicht weiter verstecken oder ständig irgendwelchen Beziehungsfragen aus dem Weg gehen. Wir wollten keine Scheinehe mehr führen", hatte Müller damals gesagt: "Ich fühle mich so befreit, es ist unglaublich. Das Leben kann jetzt nur noch schöner werden."

Doch 2014 verlief für Müller zunächst gar nicht schön, die Vorsaison musste sie wegen Knieschmerzen abbrechen und verpasste so die EM in Zürich. Erst mit einer speziellen Therapie für die Wirbelsäule, die dafür sorgte, dass "der Reset-Knopf des Nervs gedrückt" wurde, bekam sie die Beschwerden in den Griff. Jetzt ist die 1,93 m lange Blondine endgültig zurück auf der großen Bühne. "Ich habe Bronze gewonnen, nicht Silber verloren", sagte Müller:
"Ich wusste, dass Perkovic kontern kann."

Nicht nach Plan lief es hingegen für Fischer. Sie war mit großen Ambitionen nach China gereist, wurde dann aber auch von ihrem Körper gebremst. Dabei war sie vorher noch zuversichtlich gewesen. "Das ist die erste WM, vor der ich keine Angst habe. Ich bin selbstbewusst und weiß, ich habe was drauf", hatte sie gesagt. Doch im Gegensatz zu Müller konnte sie ihr Potenzial nicht ganz abrufen.

(sid)
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