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+++ Leichtathletik-WM im Telegramm +++
Holzdeppe macht es spannend – Farah wieder Weltmeister

Leichtathletik-WM: Raphael Holzdeppe macht es spannend
Raphael Holzdeppe ließ seine Fans lange zittern. FOTO: ap, TH DC
Peking. In der Nacht zu Samstag haben in Peking die Leichtathletik-Weltmeisterschaften begonnen. Wir berichten in unserem Telegramm über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

+++ Farah verteidigt Titel über 10.000 Meter +++

Doppel-Olympiasieger Mo Farah hat seinen WM-Titel über 10 000 Meter verteidigt und damit am Samstag bei den Weltmeisterschaften in Peking Leichtathletik-Geschichte geschrieben.
Der 32 Jahre alte Brite ist der erste Läufer, der nacheinander sechs große Langstrecken-Titel gewonnen hat. Seit seinem 5000-Meter-Sieg 2011 in Daegu ist er bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen über 5000 und 10 000 Meter ungeschlagen. Am Samstag setzte er sich in 27:01,13 Minuten vor den beiden Kenianern Geoffrey Kipsang Kamworor (27:01,76) und Paul Tanui (27:02,83) durch. Der Deutsche Arne Gabius lief nach 28:24,47 Minuten auf Platz 17.  

+++ Holzdeppe meistert Qualifikation im letzten Versuch +++

Stabhochsprung-Weltmeister Raphael Holzdeppe hat sich für das Finale qualifiziert, es dabei aber richtig spannend gemacht. Erst im dritten und letzten Versuch meisterte der Titelverteidiger seine Anfangshöhe von 5,70 m und sicherte sich so die Teilnahme am Endkampf. Sein Teamkollege Tobias Scherbarth erreichte mit den geforderten 5,70 Metern ebenfalls das Finale. Der dritte deutsche Springer, Carlo Paech, schied dagegen mit 5,65 Metern aus.

Kugelstoßerin Schwanitz bejubelt WM-Gold FOTO: afp, dd/tlr/dan

+++ Schwanitz holt Gold im Kugelstoßen +++

Kugelstoßerin Christina Schwanitz hat bei der Leichtathletik-WM in Peking das erste Gold für das deutsche Team gewonnen. Die Top-Favoritin vom LV Erzgebirge setzte sich mit 20,37 m gegen die Chinesin Gong Lijiao (20,30) durch. Bronze gewann Michelle Carter aus den USA (19,76). Schwanitz setzte sich 16 Jahre nach dem letzten von drei Titeln von Astrid Kumbernuss als erst zweite Deutsche die Kugel-Krone auf.

+++ Siebenkämpferinnen ohne Medaillenchance +++

Das deutsche Siebenkampf-Trio hat bei der Leichtathletik-WM in Peking nach dem ersten Tag wohl kaum noch Chancen auf eine Medaille. Nach einem guten Start blieben Carolin Schäfer (Friedrichstein), Claudia Rath (Frankfurt) und Jennifer Oeser (Leverkusen) besonders im Kugelstoßen und über 200 m unter ihren Möglichkeiten. Nach vier Disziplinen belegte die als Zweite der Jahres-Weltbestenliste angereiste Schäfer als beste Deutsche den neunten Platz mit 3751 Punkten. Elfte war Rath (3736), die aber mit ihrem üblicherweise guten zweiten Tag vielleicht noch einmal herankommen könnte. Auf Position 16 reihte sich die frühere Vizeweltmeisterin Oeser (3707) bei ihrem internationalen Comeback nach einer Babypause ein. Olympiasiegerin Jessica Ennis-Hill (Großbritannien) lieferte nach ihrer Babypause eine furiose Vorstellung ab und lag mit 4005 Punkten in Führung vor ihrer Teamkollegin Katarina Johnson-Thompson (3925). Top-Favoritin Brianne Theisen-Eaton (Kanada) zeigte ungewohnte Schwächen und rangierte hinter der Niederländerin Nadine Visser (3871) auf Platz vier (3865).

Fotos: Bolt und Gatlin meistern ersten Auftritt souverän FOTO: ap, TH DC SXJ

+++ Bolt und Gatlin joggen ins Halbfinale +++

Jamaikas Sprint-Superstar Usain Bolt hat sich bei der Leichtathletik-WM in Peking ein erstes Fernduell auf Augenhöhe mit seinem Rivalen Justin Gatlin (USA) geliefert. Bolt gewann seinen Vorlauf über 100 m bei leichtem Gegenwind (0,1 m/s) in lockeren 9,96 Sekunden, Herausforderer Gatlin lief in seinem Rennen mit leicht irregulärem Rückenwind (2,1 m/s) aufreizend lässig 9,83 Sekunden. Eine starke Leistung bot der deutsche Rekordhalter Julian Reus (Wattenscheid), der in 10,14 Sekunden Dritter seines Vorlaufs wurde und damit als erster Deutscher seit 1983 ein WM-Halbfinale über 100 m erreichte. Sven Knipphals (Wolfsburg) wurde in ordentlichen 10,31 bei Gegenwind von 1,4 m/s Vierter in seinem Rennen und schied aus.

+++ Dreispringerin Gierisch im Finale +++

Die deutsche Dreisprung-Meisterin Kristin Gierisch (Chemnitz) hat mit etwas Mühe das Finale der Leichtathletik-WM in Peking erreicht. Die Vierte der Hallen-EM qualifizierte sich mit 13,95 m im letzten Versuch als Elfte für das Finale der besten zwölf Athletinnen am Montag (13.05 Uhr MESZ). "Ich hatte einen wahnsinnigen Puls, war auch nicht gut am Brett. Das war alles etwas viel. Jetzt bin ich froh, dass ich das geschafft habe", sagte Gierisch. Als bislang letzte Deutsche hatte Petra Lobinger 1997 das Finale erreicht und wurde damals in Athen Zehnte. Beste deutsche WM-Platzierung war der fünfte Platz von Helga Radtke bei der WM-Premiere 1993 in Stuttgart. Die größte Weite erreichte die Bulgarin Gabriela Petrowa mit 14,44 m. Die Titelverteidigerin Caterine Ibargüen (Kolumbien) kam mit 14,42 auf Rang zwei, die Jahres-Weltbeste Jekaterina Konewa (Russland) erreichte mit 14,12 Rang sieben.

+++ Deutsches Trio fällt im Siebenkampf zurück +++

Das deutsche Siebenkampf-Trio hat bei der Leichtathletik-WM in Peking nach drei Disziplinen die Medaillenränge aus den Augen verloren. Nach einem guten Start über 100 m Hürden und im Weitsprung blieben Carolin Schäfer (Friedrichstein), Claudia Rath (Frankfurt) und Jennifer Oeser (Leverkusen) im Kugelstoßen unter ihren Möglichkeiten. Die frühere Vizeweltmeisterin Oeser (13,67/1,83/13,31) aus Leverkusen liegt bei ihrem Comeback auf der großen Bühne nach einer Babypause mit 2823 Punkten als beste Deutsche auf Rang zwölf. Schäfer, als Nummer zwei der Welt nach China gereist, kommt bisher nicht über 2791 Zähler und Rang 15 hinaus. Rath, immerhin WM-Vierte von Moskau, ist mit 2770 Punkten 19. Olympiasiegerin Jessica Ennis-Hill (Großbritannien) liefert nach ihrer Babypause eine furiose Vorstellung ab und liegt nach drei Disziplinen in Führung (2968 Punkte). Top-Favoritin Brianne Theisen-Eaton (Kanada) zeigte bisher ungewohnte Schwächen und rangiert auf Platz fünf (2879).

+++ Favoritensterben über 400 Meter Hürden +++

Bei der Leichtathletik-WM in Peking sind über 400 m Hürden sowohl Titelverteidiger Jehue Gordon (Trinidad und Tobago) als auch der Jahres-Weltbeste Bershawn Jackson (USA) bereits im Vorlauf ausgeschieden. Gordon kam in einer Zeit von 49,91 Sekunden ebenso wie Jackson (50,14), Weltmeister von 2005, nicht über Platz sieben in seinem Rennen hinaus. Die beste Zeit erzielte der Kenianer Nicolas Bett in 48,37 Sekunden. Deutsche Athleten waren nicht am Start.

+++ WM feierlich eröffnet +++

Mit einer bunten und stimmungsvollen Stadion-Show sind am Samstag in Peking die 15. Leichtathletik-Weltmeisterschaften eröffnet worden. Sieben Jahre nach den Olympischen Spielen ist das Land der Mitte erneut Gastgeber einer der größten internationalen Sportveranstaltung. Zur Begrüßung sprach auch Chinas Staatspräsident Xi Jinping; unter den Ehrengästen war IOC-Präsident Thomas Bach.

+++ Storl: Kampf gegen Doping ist aussichtslos +++

Kugelstoß-Weltmeister David Storl (Leipzig) glaubt nicht, dass der Kampf gegen Doping zu gewinnen ist. "Solange die Dopingjäger bei den Nachweisverfahren den neuesten Präparaten nur hinterherrennen und es weltweit kein einheitliches Kontrollsystem gibt, ist das Problem nicht in den Griff zu bekommen", sagte der 25-Jährige in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt".

+++ Guter Start für deutsche Siebenkämpferinnen +++

Das deutsche Siebenkampf-Trio um Carolin Schäfer hat bei der Leichtathletik-WM in Peking einen soliden Start erwischt. Die Nummer zwei der Welt aus Friedrichstein liegt nach einer starken Vorstellung über 100 m Hürden (13,40 Sekunden) und mäßigen 1,80 m im Hochsprung mit 2043 Punkten auf Rang zwölf. Olympiasiegerin Jessica Ennis-Hill (Großbritannien) legte nach ihrer Babypause einen furiosen Start hin und liegt nach zwei Disziplinen in Führung (2192 Punkte). Top-Favoritin Brianne Theisen-Eaton (Kanada) enttäuschte im Hochsprung und fiel auf Rang fünf (2105) zurück. In guter Form zeigte sich Jennifer Oeser (13,67/1,83). Die frühere Vizeweltmeisterin aus Leverkusen liegt bei ihrem Comeback auf der großen Bühne derzeit einen Punkt hinter Schäfer auf Rang 13. Dahinter folgt die WM-Vierte von Moskau, Claudia Rath (2037).

+++ Schembera verpasst Halbfinale +++

Der dreimalige deutsche 800-m-Meister Robin Schembera hat bei der Leichtathletik-WM in Peking den Einzug ins Halbfinale verpasst. Der 26 Jahre alte Leverkusener wurde im ersten Vorlauf in 1:48,04 Minuten Vierter und verfehlte den zum Einzug in die Vorschlussrunde nötigen dritten Rang um 39 Hundertstel. Auch über die Zeitregel kam Schembera nicht weiter. "Mit dem Lauf bin ich nicht zufrieden. Ich hätte 250 m vor dem Ziel vorne dabei sein müssen, das war ich nicht", sagte Schembera: "Aber dennoch bin ich nach den letzten zwei, drei Jahren froh, es hierhin geschafft zu haben. Ein Jahr vor Olympia war das wichtig."

+++ Stau verärgert Athleten +++

Die Leichtathletik-WM in Peking hatte noch nicht einmal richtig begonnen, da gab es am Samstagfrüh bereits den ersten Ärger zwischen Athleten und Veranstaltern. Weil während des Marathonlaufs zahlreiche Straßen abgesperrt wurden, kamen auch viele Busse mit Trainern und Sportlern nicht zum Olympiastadion durch. Die Organisatoren hatten einfach versäumt, eine Alternativroute für sie einzuplanen. So saßen am Samstag viele Hammerwerfer, 100- oder 800-Meter-Läufer fluchend in ihren Bussen, während ihnen die Zeit bis zu ihren ersten Wettkämpfen davonlief. Für eine Strecke von ihrem Hotel bis zum Stadion, die normalerweise höchstens 15 bis 20 Minuten in Anspruch nimmt, brauchten sie diesmal etwa eine Stunde mehr.

+++ Kugelstoßerin Schwanitz souverän im Finale +++

Top-Favoritin Christina Schwanitz (LV Erzgebirge) hat bei der Leichtathletik-WM in Peking souverän das Finale im Kugelstoßen erreicht (14.05 Uhr/ZDF). Der 29 Jahre alten Europameisterin reichten im ersten Versuch erzielte 19,39 m, um leicht und locker in den Endkampf am Nachmittag einzuziehen. Dann will die Weltjahresbeste in dieser Saison (20,77 m) für einen goldenen WM-Auftakt für das deutsche Team sorgen. Auch die wohl härteste Konkurrentin von Schwanitz steht im Finale. Die Chinesin Gong Lijiao schaffte unter dem Jubel ihrer Landsleute 19,11 m.

+++ Teenager holt Sensations-Gold im Marathon +++

Der 19-jährige Teenager Ghirmay Ghebreslassie aus Eritrea hat überraschend den hochkarätig besetzen Marathon bei der Leichtathletik-WM in Peking gewonnen. "Ich bin so glücklich", freute sich Ghebreslassie nach seinem Sieg am Samstag in 2:12:27 Stunden. "Dieser Erfolg gibt mir Motivation, weiter hart zu arbeiten. Ich bin stolz auf diesen Sieg." Zumal es der erste Goldgewinn für sein Land in der WM-Geschichte ist. Zweiter wurde mit deutlichem Rückstand Yemane Tesegay (Äthiopien/2:13:07) vor Munyo Solomon Mutai (Uganda/2:13:29).

(sid)
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