| 15.22 Uhr

+++ Leichtathletik-WM im Telegramm +++
Bronze für Freimuth – Bolt gewinnt drittes WM-Gold

Bolt feiert drittes Gold mit Selfie-Stick
Bolt feiert drittes Gold mit Selfie-Stick FOTO: afp, dd/tlr/dan
Peking. In Peking laufen die Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Wir berichten in unserem Telegramm über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

+++ Jamaikas Sprintstaffel holt Gold mit Bolt +++

Superstar Usain Bolt hat bei der Leichtathletik-WM in Peking mit der jamaikanischen 4x100-m-Staffel den Titel gewonnen und sein drittes Gold-Triple perfekt gemacht. Nesta Carter, Asafa Powell, Nickel Ashmeade sowie Bolt als Schlussläufer besiegten in 37,36 Sekunden die bis zum letzten Wechsel führenden USA um Justin Gatlin (37,77). Bronze ging überraschend an China (38,01). Bereits 2009 und 2013 hatte der 29-jährige Bolt drei WM-Titel gewonnen.

In Peking triumphierte Bolt schon über die 100 m und 200 m, der Staffel-Erfolg war bereits sein elfter WM-Titel. In der Ära des Rekordweltmeisters unterlag Jamaika letztmals im Kampf um einen großen Titel bei der WM 2007 in Osaka. Der deutsche Meister Julian Reus (Wattenscheid), Sven Knipphals (Wolfsburg), Alexander Kosenkow (Wattenscheid) und Aleixo-Platini Menga (Leverkusen) kamen in 38,15 auf Rang fünf. Noch nie gewann eine deutsche 4x100-m-Staffel bei einer WM eine Medaille.

+++ Bronze für Freimuth – Eaton siegt mit Weltrekord +++

Beim neuen Zehnkampf-Weltrekord von Ashton Eaton (USA) hat Rico Freimuth (Halle/Saale) bei der Leichtathletik-WM in Peking Bronze gewonnen. Der 27-Jährige verbesserte seine Bestleistung auf 8561 Punkte. Eaton sammelte auf seinem Weg zur Titelverteidigung 9045 Punkte und damit sechs mehr als bei seiner bisherigen Weltbestmarke aus dem Jahr 2012.

Der 27-Jährige sorgte damit für den 21. Weltrekord in der 32-jährigen WM-Geschichte und erhält vom Weltverband IAAF eine Prämie in Höhe von 100.000 US-Dollar. Silber sicherte sich Damian Warner aus Kanada (8695).

+++ Jamaikas Frauen-Staffel holt Gold +++

Die Frauen-Staffel aus Jamaika mit der 100-m-Weltmeisterin Shelly-Ann Fraser-Pryce hat bei der Leichtathletik-WM in Peking die Goldmedaille über 4x100 m gewonnen. Veronica Campbell-Brown, Natasha Morrison, Elaine Thompson und Fraser-Pryce als Schlussläuferin siegten in der zweitbesten je gelaufenen Zeit von 41,07 Sekunden vor den USA (41,68) sowie Trinidad und Tobago (42,03).

Das deutsche Quartett mit Rebekka Haase (LV Erzgebirge), Alexandra Burghardt (Mannheim), Gina Lückenkemper (Soest) und Verena Sailer (Mannheim) kam in 42,64 auf Rang fünf. Die Niederlande um die 200-m-Weltmeisterin Dafne Schippers wurden auf Platz fünf liegend disqualifiziert. Die letzte Medaille für eine deutsche 4x100-m-Staffel hatte es 2009 bei der Heim-WM in Berlin mit Bronze gegeben.

+++ Diskus: Malachowski siegt, Harting wird Achter +++

Piotr Malachowski ist Nachfolger von Robert Harting als Diskus-Weltmeister. Der Pole setzte sich bei den Leichtathletik-Titelkämpfen am Samstag in Peking mit 67,40 Metern durch. Robert Hartings jüngerer Bruder Christoph (Berlin) verpasste als Achter mit 63,94 Metern die erhoffte Medaille. Silber gewann der Belgier Philip Milanov mit dem Landesrekord von 66,90 Metern, Bronze der Pole Robert Urbanek mit 65,18. Olympiasieger Robert Harting hatte im vergangenen Jahr einen Kreuzbandriss erlitten und auf eine WM-Teilnahme verzichtet.

+++ Hochsprung: Jungfleisch wird Sechste, Kuchina siegt +++

Neue Hochsprung-Weltmeisterin ist Maria Kuchina aus Russland. Die erst 22 Jahre alte Hallen-Weltmeisterin überquerte bei den Titelkämpfen am Samstag in Peking 2,01 Meter ohne Fehlversuch. Doppel-Weltmeisterin Blanka Vlasic aus Kroatien erreichte Platz zwei vor der russischen Olympiasiegerin Anna Tschitscherowa.

Eine starke Leistung zeigte Marie-Laurence Jungfleisch. Die 24-Jährige aus Tübingen stellte mit 1,99 Meter eine persönliche Bestleistung auf und wurde Sechste. "Ich bin sehr, sehr glücklich über meine Leistung. 1,99 - das sind fast zwei Meter", meinte die dreimalige deutsche Meisterin im ARD-Interview.

+++ 800 Meter: Arsamasowa siegt vor Bishop und Sum +++

800-Meter-Europameisterin Marina Arsamasowa hat den Titel über die doppelte Stadionrunde auch bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Peking gewonnen. In 1:58,03 Minuten siegte die Weißrussin am Samstag vor der Kanadierin Melissa Bishop, die in 1:58,12 Minuten ins Ziel kam. WM-Dritte wurde die kenianische Titelverteidigerin Eunice Sum in 1:58,18 Minuten. Die beiden deutschen Läuferinnen Fabienne Kohlmann und Christina Hering hatten sich nicht für das Finale qualifiziert.

Der britische Topstar Mo Farah hat als erster Läufer der WM-Geschichte zum dritten Mal in Folge Gold über 5000 m geholt. Eine Woche nach seinem Sieg über 10.000 m gewann der 32-Jährige in Peking auch über die halbe Distanz und holte seinen insgesamt fünften Weltmeister-Titel.

+++ Farah feiert zweites Gold-Double über 5000 Meter +++

Farah setzte sich im langsamsten 5000er der WM-Geschichte in 13:50,38 Minuten vor Caleb Ndiku (Kenia/13:51,75) durch und feierte zum zweiten Mal in Folge das Gold-Double über die beiden längsten Bahn-Distanzen. Auch dies war noch keinem Athleten gelungen. Die letzte Runde lief Spurter-König Farah in 52 Sekunden. Bronze ging an den Äthiopier Hagos Gebrhiwet (13:51,86). Dessen erst 18 Jahre alter Landsmann Yomif Kejelcha, der mit 12:58,39 Minuten die Jahresweltbestzeit hält, wurde in 13:52,43 Vierter.

Der deutsche Meister Richard Ringer (Friedrichshafen) kam in 14:03,72 Minuten auf Platz 14 unter 15 Finalisten. Der 26-Jährige hielt lange gut mit, hatte aber in der schnellen Schlussphase nicht den Hauch einer Chance.

+++ Zehnkampf: Freimuth und Kazmirek kämpfen um Bronze +++

Rico Freimuth und Kai Kazmirek peilen bei der Leichtathletik-WM in Peking weiter Bronze im Zehnkampf an. Vize-Weltmeister Michael Schrader hat sich nach einem enttäuschenden Stabhochsprung dagegen aus dem Medaillenrennen verabschiedet. Der 28-Jährige blieb mit 4,60 m deutlich unter seinen Möglichkeiten und fiel nach der achten Disziplin mit 6853 Punkten auf Platz sieben zurück. Freimuth und Kazmirek haben hingegen weiter beste Chancen auf Bronze. Freimuth liegt nach für ihn ordentlichen 4,80 m weiter auf Rang drei (7115) und strebt einem Ergebnis von über 8500 Punkten entgegen. Kazmirek meisterte mit 5,20 m eine persönliche Bestleistung und liegt als Fünfter in Lauerstellung (6964). Zudem dürfen sich noch der Russe Ilja Schkurenew (7007), derzeit auf Platz vier, sowie Alexej Kasjanow aus der Ukraine (6950) als Sechster Hoffnungen auf Platz drei machen.

Gold und Silber scheinen bereits vergeben zu sein. Olympiasieger und Titelverteidiger Ashton Eaton lässt keine Zweifel aufkommen, dass er erneut ganz oben stehen will. Der 27-Jährige führt das Feld souverän an (7423). Bei seinem Weltrekord (9039 Punkte) hatte Eaton zum gleichen Zeitpunkt nur 45 Punkte mehr gesammelt. Wirft er aber wie 2013 in Moskau 64,83 m mit dem Speer, reichen ihm zum Abschluss 4:20,00 Minuten zum Weltrekord, für den er vom Weltverband IAAF eine Sonderprämie von 100.000 Dollar erhalten würde. Seine Bestleistung liegt bei 4:14,48 Minuten. Hinter Eaton ist der ebenfalls stark auftrumpfende Mitfavorit Damian Warner (7169) auf Silber programmiert.

+++ Bolt geschont – deutsche Sprintstaffeln im Finale +++

Die deutschen Sprintstaffeln sind bei der Leichtathletik-WM in Peking ins Finale über 4x100 m eingezogen. Die Männer um den deutschen Rekordhalter Julian Reus erreichten den Endlauf am Samstag (15.10 Uhr) mit der achtbesten Zeit, die Frauen um Ex-Europameisterin Verena Sailer gehen von Position sieben in die Medaillen-Entscheidung (14.50). Das Quartett mit Reus (Wattenscheid), Sven Knipphals (Wolfsburg), dem bereits 38 Jahre alten Alexander Kosenkow (Wattenscheid) und Aleixo-Platini Menga (Leverkusen) belegte in 38,57 Sekunden Platz drei in seinem Vorlauf und schaffte damit die direkte Final-Qualifikation.

Schnellster am Mittag war Jamaika (37,41), das seinen Superstar Usain Bolt noch schonte, vor den USA mit ihrem Topläufer Justin Gatlin (37,91). Die Frauen mit Rebekka Haase (LV Erzgebirge), Alexandra Burghardt (Mannheim), Gina Lückenkemper (Soest) und Verena Sailer (Mannheim) verpassten mit Saisonbestzeit von 42,64 Sekunden als Vierte zwar die direkte Final-Qualifikation, kamen aber über die Zeitregel weiter.

+++ 50 Kilometer Gehen: Toth hängt alle ab +++

Der Geher Matej Toth hat die erste Goldmedaille für die Slowakei in der Geschichte der Leichtathletik-Weltmeisterschaften gewonnen. Über 50 Kilometer siegte der EM-Zweite des vergangenen Jahres am Samstagmorgen nach einem einsamen Rennen an der Spitze des Feldes in 3:40:32 Stunden vor dem Australier Jared Tallent (3:42:17)

und dem Japaner Takayuki Tanii (3:42:55). Der einzige deutsche Teilnehmer Carl Dohmann vom SC-Heel Baden-Baden musste das Rennen vorzeitig aufgeben. "Er fühlte sich heute einfach nicht gut", sagte Bundestrainer Ronald Weigel. Der 32 Jahre alte Toth setzte sich schon nach wenigen Minuten vom Rest des Feldes ab. Am Ende hatte er einen Vorsprung von fast zwei Minuten. Er konnte es sich sogar leisten, während des Rennens einmal kurz auf die Toilette zu gehen. Der Führende in der Weltjahresbestenliste profitierte beim größten Erfolg seiner Karriere aber auch davon, dass zahlreiche Mitfavoriten in Peking nicht am Start waren.

(sid/dpa)
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