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Leichtathletik-WM
Harting im Schongang im Finale

Leichtathletik-WM: Robert Harting locker im Finale
Robert Harting ballt nach der erfolgreichen Qualifikation die Faust. FOTO: dpa, bt fdt
London. Ein Wurf, keine Fragen offen: Robert Harting hat 357 Tage nach dem olympischen Qualifikations-Drama von Rio de Janeiro souverän das Diskus-Finale der Leichtathletik-WM in London erreicht.

Der 32-Jährige warf im Vorkampf am Freitagabend gleich im ersten Versuch 65,32 m und übertraf damit die geforderte Weite von 64,50 m deutlich.

"Durch im ersten Wurf, so hatte ich mir das vorgestellt. Es war nicht einfach, aber es ist eine schöne Atmosphäre und ein tolles Publikum. Hoffentlich kann ich das nutzen", sagte Harting: "Morgen kann ich gegen die Besten der Welt antreten, das ist toll."

Der Berliner, der 2012 an gleicher Stelle Olympiasieger geworden war, kämpft am Samstag (20.25 Uhr MESZ/ARD und Eurosport) nun um seinen vierten Weltmeister-Titel. 2009, 2011 und 2013 hatte Harting jeweils Gold geholt, 2015 fehlte er bei der WM in Peking in Folge seines Kreuzbandrisses.

Im schon am frühen Abend voll besetzten Olympiastadion zeigte sich Harting auf den Punkt voll konzentriert. Souverän spulte der Berliner sein Programm ab und setzte eine erste Duftmarke. "Es war geil, so ein volles Stadion habe ich bei einer Qualifikation noch nicht erlebt", sagte Harting: "Ich habe mich sehr wohl gefühlt und werde mich morgen wohl so wohl fühlen wie noch nie."

Sein Dauerrivale und Titelverteidiger Piotr Malachowski (Polen) schaffte 65,14 m und qualifizierte sich ebenso locker für den Kampf um die Medaillen. Einen starken Eindruck hinterließ auch der Weltjahresbeste Daniel Stahl (71,29), der Schwede warf 67,64 m - aber erst im zweiten Versuch. Da hatte Harting schon seine Sachen gepackt.

Der starke Jamaikaner Fedrick Dacres warf ebenso wie Martin Wierig (Magdeburg) erst in der zweiten Quali-Gruppe. Rio-Olympiasieger Christoph Harting hatte sich nicht für die WM qualifiziert.

Robert Harting war bei Olympia in Rio in der Qualifikation gescheitert, nachdem er sich zuvor einen Hexenschuss zugezogen hatte – beim Versuch das Licht mit seinem Fuß auszumachen. Mit 66,30 m liegt er derzeit auf Rang zehn in der Welt, trotz anhaltender Knieprobleme nach seinem Kreuzbandriss im Herbst 2014 rechnet sich Harting an der Themse aber einiges aus.

"Die anderen stehen alle unter Druck, die sind alle geil drauf, die müssen eine Medaille machen. Ich habe dieses Leistungsvermögen nicht mehr, aber ich kann über mich hinauswachsen", hatte Harting dem SID vor der Quali gesagt. Wenn "ich einen guten Tag habe, kann ich auch richtig stänkern", sagte er: "Dann müssen die anderen Jungs auch erst mal mit mir umgehen können". Der erste Schritt mit der Quali für das Finale ist geschafft.

Klosterhalfen und Klein im Halbfinale über 1500 Meter

Deutschlands Lauf-Hoffnung Konstanze Klosterhalfen (Leverkusen) zog ins Halbfinale über 1500 m ein. Die 20-Jährige kam in ihrem Vorlauf nach 4:03,60 Minuten auf Platz sechs ins Ziel. Hanna Klein (Schorndorf) erreichte in 4:09,32 Minuten ebenfalls das Semifinale am Samstag (20.35 Uhr MESZ/ARD und Eurosport).

"Ich war zu ungeduldig und habe nicht gewartet", sagte Klosterhalfen, die bis zur Schlussrunde das Rennen angeführt hatte und beinahe für ihr hohes Tempo bestraft wurde: "Jetzt freue ich mich auf das Halbfinale. Es wird aber hart, ich denke überhaupt nicht über das Finale nach." Nach dem Lauf gab Klosterhalfen bekannt, in London doch nicht über 5000 m an den Start zu gehen.

800-m-Olympiasiegerin Caster Semenya (Südafrika/4:02,84), Weltrekordlerin und Titelverteidigerin Genzebe Dibaba (Äthiopien/4:02,67) und 1500-m-Olympiasiegerin Faith Kipyegon (Kenia/4:03,09) schafften die erste Hürde ebenfalls ohne Probleme.

Klosterhalfen war in diesem Jahr als erste Deutsche seit der Wiedervereinigung unter vier Minuten geblieben und hatte damit als jüngste Läuferin der Geschichte das Triple aus 800 m unter zwei Minuten (1:59,65), 1500 m unter vier und die 5000 m (14:51,38) unter 15 Minuten erreicht.

(sid)
 
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