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Nach emotionalem Comeback-Sieg
Harting: "Das bleibt für immer in meinem Herzen"

Hartings Leidensweg im Zeitraffer
Hartings Leidensweg im Zeitraffer
Robert Harting hat beim Hallen-ISTAF ein beeindruckendes Comeback nach 17-monatiger Verletzungspause gegeben. Mit einem Sieg in Berlin hatte der Diskus-Olympiasieger selbst nicht gerechnet.

Robert Harting ließ seinen Emotionen freien Lauf: Nach dem Comeback-Sieg im letzten Versuch sank der Diskus-Olympiasieger auf die Knie, riss die Arme jubelnd in die Höhe und schüttelte anschließend immer wieder ungläubig seinen Kopf. 526 Tage nach seinem letzten Auftritt im Ring feierte der lange verletzte Leichtathletik-Star eine selbst nicht für möglich gehaltene Rückkehr.

Mit 64,81 Metern gewann der 31-Jährige das Hallen-ISTAF in Berlin - und konnte seinen Erfolg nach mehr als 17 Monaten Zwangspause kaum fassen. "Das ist ein Tag, den ich nicht vergessen werde. Ein geileres Comeback kann es eigentlich nicht geben. Das hätte ich so nicht erwartet", sagte der 31-Jährige: "Das bleibt für immer in meinem Herzen."

Dabei hat der deutsche Leichtathletik-Star in seiner Sportlerkarriere schon so einiges erlebt: Olympiasieger 2012, dreimal Weltmeister, zweimal Europameister - doch der lang ersehnte Auftritt in Berlin war bei all seinen Erfolgen ganz besonders.

Fotos: Harting gibt erfolgreiches Comeback beim ISTAF FOTO: dpa, jew fdt

Mitte September 2014 war beim Joggen sein Kreuzband gerissen, Harting seitdem zum Zuschauen verurteilt. Wochen und Monate verbrachte er in der Reha, auch seine WM-Teilnahme im vergangenen Jahr musste er absagen. Eine Garantie dafür, wieder an sein altes Leistungsniveau anzuknüpfen, hatte er nicht. "Ich hatte ein ähnliches Adrenalinlevel wie bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften", gab er zu.

Ein eigens für ihn produziertes Video hatte zuvor noch einmal die Stationen seiner Leidenszeit beleuchtet: Bilder aus dem Krankenhaus, in der Reha, im Training wurden auf dem Videowürfel eingespielt. Der Hallensprecher erinnerte vor seinem letzten Wurf noch einmal an die Heim-WM in Berlin 2009, als er im letzten Moment seinen ersten Weltmeistertitel gewann.

Oma zeichnet Robert Harting aus FOTO: dpa, ua lof

Wie damals beherrschte Harting auch beim Hallen-ISTAF eine solche Drucksituation und gewann. Die 12.648 Zuschauer in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof spendeten dem Publikumsliebling und Lokalmatadoren auf dessen Ehrenrunde stehend Beifall.

Forsche Ansagen in Richtung der EM in Amsterdam oder gar der Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gab es von Harting allerdings nicht. "Nicht zu früh freuen, ich muss konstant weiterarbeiten. Mal gucken, was am Ende im Sommer stehen wird", sagte er: "Man hat gesehen, wer alles mittlerweile in der Weltspitze ist. Die sind alle gut, die sind jung, sind dynamisch: Die brauchen keine Physiotherapie, die machen das im Handumdrehen." Er selbst dagegen, könne "das nicht mehr so aus dem Arm schnipsen und die Jungs nach Hause schicken."

Deshalb steht bis zu seinem großen Ziel Olympia noch viel Arbeit auf dem Programm. Auch wenn der 31-Jährige viel Selbstbewusstsein aus seinem ersten Auftritt zog. "Ich gehe natürlich mit einer Riesenportion Freude in die nächsten Trainingstage", sagte er: "Das wäre natürlich mit einem anderen Ergebnis scheiße gewesen."

(sid)
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