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Leichtathletik-Kommentar
Harting sieht rot

Fotos: Robert Harting – Diskuswerfer, Olympiasieger, Weltmeister
Fotos: Robert Harting – Diskuswerfer, Olympiasieger, Weltmeister FOTO: dpa
Meinung | Düsseldorf. Robert Harting hat ein bisschen nachgedacht und dann gesprochen. Das macht der Diskuswerfer gerade oft, er hat Zeit dafür. Deutschlands prominentester Leichtathlet ist verletzt und kann deshalb nicht bei den Weltmeisterschaften in Peking starten. Von Martin Beils

Sein jüngster, via "Bild am Sonntag" verbreiteter Vorschlag: Überführte Dopingsünder sollten nach Ende ihrer Sperre mit roten Startnummern antreten, damit das Publikum sie gleich als Betrüger erkennt. Justin Gatlin hätte demnach im 100-Meter-Finale eine rote, Usain Bolt eine weiße Nummer getragen.

Es ist höchst bedenklich, Athleten nach Ablauf einer Sperre derart zu brandmarken. Dann sollte man sie lieber gar nicht mehr starten lassen. Es ist aber ebenfalls bedenklich, den nicht des Dopings überführten Athleten einen Persilschein auszustellen. Sind sie wirklich sauber? Oder sind sie nur etwas cleverer? Womöglich profitieren sie nur von Lücken im Kontrollsystem.

Usain Bolt mit weißer Startnummer? Das erinnert ein bisschen an den Radrennfahrer Jan Ullrich, den "Bild" mal großformatig mit der sprichwörtlichen weißen Weste präsentierte. Zumindest Zweifel müssen Bolt ob seiner außergewöhnlichen Leistungen in einer vom Betrug dominierten Disziplin begleiten. Die Gut-gegen-Böse-Geschichte erzählt sich zwar leicht. Aber wird sie der Wahrheit gerecht?

Quelle: RP
 
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