| 18.00 Uhr

Leichtathletik
Deutsche Athleten in WM-Form

Robert Harting und Co. holen dritten EM-Titel
Gesa Felicitas Krause jubelt über ihren Sieg beim Hindernislauf in Lille. FOTO: afp, LO PRESTI
Die deutschen Leichtathleten dürfen zuversichtlich in die entscheidende Vorbereitungsphase auf die WM in London gehen. Sowohl bei der Team-EM in Lille als auch beim Mehrkampfmeeting in Ratingen überzeugten die DLV-Athleten.

EM-Gold für das mit Topstars gespickte DLV-Team, Topleistungen durch die deutschen Mehrkämpfer Rico Freimuth und Carolin Schäfer: Die deutschen Leichtathleten haben sich sechs Wochen vor der WM (4. bis 13. August) in starker Frühform gezeigt und gehen mit viel Rückenwind auf die Zielgerade nach London.

Angeführt von den Olympiasiegern Thomas Röhler und Robert Harting zeigte die deutsche Mannschaft bei der Team-EM in Lille auch am Sonntag eine bärenstarke Leistung und setzte sich nach sieben Einzelsiegen in 40 Entscheidungen mit 321,5 Punkten vor Polen (295) und Frankreich (270) durch. Titelverteidiger und Rekord-Europameister Russland war als Konsequenz des Dopingskandals nicht startberechtigt.

"Wenn der Wettkampf so aufhört, mit ein bisschen Adrenalin, mit Freude, mit einem guten, runden Wurf, dann kann man sich nicht beschweren", sagte Diskus-Riese Harting in der ARD, nachdem er mit Saisonbestleistung von 66,30 m quasi den Deckel auf den deutschen Sieg gemacht hatte.

Junge Garde überzeugt in Lille

Auch die junge Garde überzeugte in Lille: Die erst 20-jährige Konstanze Klosterhalfen (Leverkusen) ließ über 1500 m der Konkurrenz keine Chance und hatte nach 4:09,57 Minuten mehr als zweieinhalb Sekunden Vorsprung.

Die wie Klosterhalfen erst 20 Jahre alte Gina Lückenkemper (Dortmund) lief zunächst über 100 m auf Platz zwei (11,35) und führte dann die Staffel zum Sieg. Auch auf Max Heß (Chemnitz), ebenfalls erst 20, war Verlass. Der Dreisprung-Europameister gewann mit 17,02 m. Im Weitsprung setzte sich Siebenkämpferin Claudia Salman-Rath (Frankfurt/Main) souverän mit 6,66 m durch.

Bereits am Samstag hatte die WM-Dritte Gesa Felicitas Krause (Trier) über 3000 m Hindernis in 9:27,02 Minuten und mit mehr als 17 Sekunden Vorsprung das Feld vorgeführt. Ihre derzeitige Glanzform bestätige auch Aufsteigerin Pamela Dutkiewicz (Wattenscheid) beim Sieg über 100 m Hürden in 12,75 Sekunden.

Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler (Jena), der im Mai sensationelle 93,90 m geworfen hatte, musste sich hingegen bei schwierigen Bedingungen mit 84,22 m und Rang drei begnügen. Im Kugelstoßen wurde der zweimalige Weltmeister Storl (Leipzig) mit 21,23 m Zweiter.

In überzeugender Manier lieferte in Ratingen der WM-Dritte Freimuth (Halle/Saale) mit 8663 Punkten den besten Wettkampf seiner Karriere ab und setzte sich an die Spitze der Weltjahres-Bestenliste. Freimuths persönliche Bestleistung lag seit der WM 2015 in Peking bei 8561 Punkten - sie reichte damals zu Bronze.

Stark präsentierte sich auch der Olympiavierte Kai Kazmirek (LG Rhein/Wied), der mit 8478 Punkten die zweite London-Fahrkarte sicherte. Für Dauer-Pechvogel Arthur Abele (Ulm) platzte hingegen der Traum von der zweiten WM-Teilnahme nach 2007, als er nach vier Disziplinen wegen Achillessehnen-Problemen aufgeben musste.

Im Siebenkampf wurde Schäfer (Frankfurt/Main) von der Konkurrenz kaum gefordert und kam mit 6667 Punkten nicht ganz an ihre Bestleistung aus Götzis (6836 Punkte) heran. "Bislang ist das voll meine Saison, ich habe im Winter auch hart dafür gearbeitet. Ich bin jetzt endlich in der Medaillenverfassung", sagte Schäfer nach dem drittbesten Ergebnis der Ratingen-Geschichte.

Tränen gab es hingegen bei Jennifer Oeser (Leverkusen). Die zweimalige Vizeweltmeister gab hoffnungslos zurückliegend und ohne Chance auf das WM-Ticket vor den abschließenden 800 m aus, danach erklärte sie ihre Karriere für beendet.

(sid)
 
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