| 14.08 Uhr

Russischer Doping-Skandal
Bach schlägt Drei-Punkte-Plan vor

Wladimir Putin und Thomas Bach genießen Schlussfeier
Wladimir Putin und Thomas Bach genießen Schlussfeier FOTO: ap
IOC-Präsident Thomas Bach hat im Zuge des russischen Dopings-Skandals einen Drei-Punkte-Plan zur Stärkung der weltweiten Doping-Bekämpfung vorgeschlagen. Damit soll die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada zumindest in Teilen noch vor den Olympischen Spielen im kommenden Sommer in Rio de Janeiro effektiver arbeiten. Ziel ist es, die WADA noch unabhängiger von den einzelnen Sportverbänden agieren zu lassen.

"Wir denken, dass die Einführung dieser Punkte dazu führen wird, dass der weltweite Anti-Doping-Kampf effektiver, transparenter, kostengünstiger und harmonisierter wird", sagte Bach beim Treffen der europäischen Olympischen Komitees (EOC) in Prag. Der Fechter-Olympiasieger von 1976 betonte, dass er den Drei-Punkte-Plan nicht als Doktrin, sondern als "Denkanstoß" verstehe.

Zum einen soll das Test- und Ergebnismanagement in Zukunft nicht mehr von den internationalen Verbänden, sondern von der Wada vorgenommen werden. In einem zweiten Schritt schlug Bach die Einsetzung einer Untersuchungskommission vor, die Sportler "intelligenter" kontrollieren soll und gleichzeitig die Arbeit der nationalen Anti-Doping-Agenturen genau verfolgt.

In einem dritten Punkt sollen die Sanktionen für Dopingsünder allein in die Hände des Internationalen Sportgerichtshof CAS gelegt werden, um weltweit ein einheitliches Bestrafungssystem zu etablieren. Einsprüche sollen weiterhin beim CAS verhandelt werden.

Bach ging in seiner Rede auch direkt auf die Doping-Krise in Russland ein. Er habe ein gutes Gespräch mit Alexander Schukow, Chef des russischen Olympischen Komitees (ROC), geführt. Schukow habe ihm am Freitagmorgen mitgeteilt, dass im russischen Sport bereits erste Schritte zu einem glaubwürdigeren Anti-Doping-Kampf unternommen wurden.

Wie Bach ausführte, habe Schukow ein Absichtspapier präsentiert. Demnach sollen alle Offiziellen wie Trainer und Betreuer, die an einem Doping-Fall beteiligt sind, zur Verantwortung gezogen werden. Gedopte Athleten würden nach den Standards internationaler Anti-Doping-Regeln bestraft, saubere Athleten hingegen geschützt.

Zudem würden sich die russische nationale Anti-Doping-Agentur (Rusada), das Anti-Doping-Labor in Moskau sowie der nationale Leichtathletik Verband dem Wada-Code unterwerfen. "Wir haben das mit großer Zufriedenheit registriert", sagte Bach.

(areh/sid)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Russischer Doping-Skandal: Thomas Bach schlägt Drei-Punkte-Plan vor


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.