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Frühere chinesische Langstrecken-Läuferin
Wang Junxia gesteht Doping in einem Brief

Peking. Die ehemalige chinesische Langstreckenläuferin und mehrfache Weltrekordhalterin Wang Junxia hat in einem Brief offenbar gestanden, während ihrer Karriere systematisch gedopt zu haben. Sie und andere Läufer ihres Teams seien von ihrem Trainer Ma Junren dazu gezwungen worden, "große Mengen von illegalen Substanzen einzunehmen", heißt es in dem Schreiben, das auf dem chinesischen Internetportal Tencent Sports veröffentlich wurde. Chinas Leichtathletikverband prüfe den Fall und werde in den nächsten Tagen eine Mitteilung herausgeben, sagte ein Sprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Wang Junxia hatte in den 90er Jahren unter anderem Weltrekorde über 3000 und 10.000 Meter aufgestellt, die noch heute gelten. Schon damals wunderten sich Beobachter über die erstaunlichen Leistungen des chinesischen Frauenteams. Wie Tencent weiter berichtete, sei der Brief bereits 1995 von Ma und ihren Teammitgliedern geschrieben und unterzeichnet, aber erst jetzt veröffentlich worden. Ist das Schreiben echt, wäre es der bisher stärkste Hinweis auf die illegalen Praktiken des berüchtigten Leichtathletik-Trainers Ma Junren, der Doping stets abstritt. Das Erfolgsgeheimnis seiner schnellen Truppe sei hartes Training und Schildkrötenblut. Bereits Anfang der Woche war Ma in chinesischen Medien unter Druck geraten. Laut erstmals veröffentlichten Recherchen des chinesischen Schriftstellers und Journalisten Zhao Yu soll er Sportlerinnen geschlagen und ihnen Dopingsubstanzen sogar selbst injiziert haben.

(dpa)
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