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Düsseldorf
Leidenszeit von Petkovic geht weiter
Düsseldorf. Im vergangenen Jahr musste die Tennisspielerin aus Darmstadt rund sieben Monate pausieren. Nun wollte die 25-Jährige den Weg zurück in die Weltspitze antreten. Ein Meniskusriss zwingt sie aber zu einer erneuten Pause. Von Eckhard Czekalla

Andrea Petkovic hatte einen Plan. Zunächst an der Seite von Tommy Haas bei der Mixed-WM in Perth etwas Wettkampfpraxis in lockerer Atmosphäre sammeln, dann bei den Australian Open in Melbourne ab 14. Januar den Weg zurück in die Weltspitze starten. Doch nun muss sich die 25-Jährige wieder in Geduld üben.

Tränen liefen über ihr Gesicht, als sie nach gewonnenem ersten Satz (6:4) gegen die Australierin Ashleigh Barty aufgeben musste. Die Furcht, es sei schon wieder das Kreuzband im rechten Knie gerissen, war zwar unbegründet, doch auch der Meniskusriss bedeutet eine längere Zwangspause.

Als die Darmstädterin sich auf einer Pressekonferenz noch einmal den Journalisten stellte, hatte sie ihre Lockerheit wiedergefunden. Die Prioritäten-Liste habe sich nun halt verändert, erzählte Petkovic, die ihr Abitur mit der Note 1,2 bestanden hatte. "Erstens: Haare schneiden. Kurz. Sehr kurz. Zweitens: Haare färben. Pink oder blond. Drittens: Rafael Nadals Hand halten, bis wir beide wieder gesund sind."

Der Spanier, seit Juni 2012 nicht mehr auf der Profitour, wollte nach seiner durch eine Entzündung im linken Knie verursachten Leidenszeit eigentlich zum Jahresende zurückkehren. Dann aber wurde er durch einen Magen-Darm-Virus gestoppt. Nadal plant sein Comeback für Ende Februar. Petkovic, die gehofft hatte, nach dem "Seuchenjahr 2012" endlich wieder durchstarten zu können, droht jetzt je nach Art der Verletzung eine Pause, die bis zu drei Monaten dauern könnte.

Nun heißt es wieder, sich langsam aufbauen und Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Körpers zurückfinden. Der hatte seit August 2011 immer wieder mal gestreikt und ihr drei Jahre zuvor erstmals gezeigt, wie schnell sich Pläne und Hoffnungen zerschlagen können. Bei den Australian Open erlitt Petkovic einen Kreuzbandriss – im rechten Knie, das nun wieder zickt. Acht Monate dauerte es damals bis zum Comeback.

Im August 2011 kam der nächste Rückschlag: Meniskusriss im rechten Knie. Petkovic ignorierte ihn zunächst und reiste weiter von Turnier zu Turnier. Im Januar dann folgte ein komplizierter Ermüdungsbruch im Rücken. Im dritten Match nach ihrer Rückkehr rissen im April, beim Turnier in Stuttgart, die Bänder im rechten Sprunggelenk. Sieben der zwölf Monate des vergangenen Jahres musste Petkovic pausieren und auch die Hoffnung aufgeben, bei den Olympischen Spielen in London dabei zu sein.

Konsequent bereitete sie sich auf das Jahr 2013 vor. "Sie hat das Training langsam aufgebaut und war muskulär topfit. Das Knie hat immer mal wieder gezwickt. Vielleicht hätte man das eher beheben müssen", sagte Barbara Rittner. Sie hatte gehofft, die Darmstädterin im Februar einsetzen zu können. Dann will das in die Zweitklassigkeit abgestiegene Fed-Cup-Team in Frankreich den ersten Schritt zurück in die Weltgruppe machen.

Petkovic, im Oktober 2011 noch Nummer neun der Weltrangliste, hat sich nach dem Absturz auf Platz 192 auf Position 125 vorgekämpft. Nun muss sie wieder warten. Tommy Haas tröstete sie nach ihrem Aus. "Er kennt ja so ziemlich alle Verletzungen", sagte Petkovic augenzwinkernd über den 34-Jährigen, der vor allem durch Schulterbeschwerden immer wieder zurückgeworfen wurde.

Bei der Mixed-WM tritt Haas mit einer neuen Partnerin gegen Italien (heute) und Serbien (Freitag) an. Tatjana Malek (Bad Saulgau), Nummer 112 der Weltrangliste, reiste aus Miami (USA) nach Perth, wo die deutsche Mannschaft mit einem 0:3 gegen Australien gestartet war.

Quelle: RP
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