Minden schlägt Solingen deutlich: Lemgo punktet in letzter Sekunde
zuletzt aktualisiert: 14.10.2001 - 19:51Wallau-Massenheim (rpo). Am siebten Spieltag der Handball-Bundesliga ist Spitzenreiter noch mal davongekommen. Die Ostwestfalen schrammten beim 28:28 (13:14) bei Verfolger SG Wallau-Massenheim mit Glück an der ersten Saisonniederlage vorbei.
Der selbst ernannte Meisterschaftsfavorit rettete nach den Siegen gegen Flensburg und Magdeburg in letzter Sekunde das Unentschieden und damit einen Punkt Vorsprung vor der SG Flensburg-Handewitt. Die Norddeutschen gaben sich beim 30:25 über den TV Großwallstadt keine Blöße und haben sich an die Fersen von Lemgos "Nationalteam" geheftet.
Die Chance, nach Punkten zum Spitzenreiter aufzuschließen, bleibt TuSEM Essen auf Rang drei und dem THW Kiel. Während Essen tatenlos das Bundesliga-Geschehen verfolgte, fertigte Kiel im EHF-Pokal- Hinspiel die bosnische Mannschaft von HC Gracanica mit 40:20 ab und machte damit schon am Freitagabend den Einzug in die dritte Runde perfekt. Freuen konnte sich THW-Trainer Noka Serdarusic darüber allerdings nicht: "Ich hätte lieber trainiert, als solch ein Spiel gespielt. Unsere Trainingseinheiten sind ernsthafter."
Anschauungsunterricht für Aufsteiger
Kostenlosen Anschauungsunterricht erhielt Aufsteiger Post Schwerin bei der 19:35-Schlappe in Magdeburg. Meister-Trainer Alfred Gislason konnte danach aufatmen: "Das war Balsam für die Seele." Während der SCM Anschluss ans Spitzenquartett hält, ringt Schwerin um den Klassenerhalt. Noch schlechter als die Mecklenburger steht nur die SG Hameln da. Das "Schlusslicht" der Tabelle verpasste bei der 20:21- Niederlage in Eisenach die Möglichkeit, sein Ein-Punkt-Konto aufzustocken. Schauriger Höhepunkt der Partie mit vier Roten Karten war die Verletzung von Eisenachs Rechtsaußen Stephane Joulin. Der französische Nationalspieler brach sich beim Einwerfen vor der Partie die Kniescheibe. Joulin war am rechten Knie bereits drei Mal am Kreuzband operiert worden. Nun droht ihm das Ende der Karriere.
Turbulenzen gab es auch beim Spitzenspiel in der Frankfurter Ballsporthalle. Die Schiedsrichter konnten das Parkett nur unter Begleitschutz von Ordnern verlassen. Die 4200 erbosten Zuschauer witterten Betrug, weil ihrer Mannschaft nur vier, den Gästen aber gleich 12 Siebenmeter zugesprochen wurden - den letzten verwandelte der mit elf Treffern überragende Markus Baur kurz vor dem Schlusspfiff zum 28:28. "Unter normalen Umständen hätten wir mit drei oder vier Toren Unterschied gewinnen müssen", stimmte Wallaus Manager Stephan Schöne in den Klagechor ein. Lemgo musste schon nach einer Viertelstunde Daniel Stephan ersetzen. Der TBV-Torjäger war nach überstandener Magen-Darm-Grippe mit seinen Kräften am Ende.
Nie gefährdet war der 30:25-Erfolg der SG Flensburg-Handewitt über den TV Großwallstadt. Die Heimbilanz der Mannschaft von Trainer Erik Veje Rasmussen sucht ihresgleichen: Seit 31 Spielen hat niemand mehr einen Punkt aus der Fördelandhalle entführt. Dagegen erhielt Nord- Rivale VfL Bad Schwartau eine Woche nach dem 24:22-Achtungserfolg gegen Kiel einen Dämpfer: Der DHB-Pokalsieger unterlag am Sonntag bei der HSG Nordhorn mit 20:23.
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