99. Lombardei-Rundfahrt: Letztes Rennen für Aldag
zuletzt aktualisiert: 14.10.2005 - 15:42Neuss (rpo). Eine Woche nach Erik Zabels Abschied vom Team T-Mobile geht am Samstag ein weiteres Kapitel Radsportgeschichte des Bonner Rennstalls zuende. Beim Jubiläum "100 Jahre Lombardei-Rundfahrt" wird Rolf Aldag sein letztes Straßenrennen bestreiten. Der 38-Jährige wird T-Mobile nach dem Karriereende als sportlicher Leiter erhalten bleiben.
Bei der 99. Auflage der vor 100 Jahren erstmals gestarteten "Fahrt der fallenden Blätter" zählt Aldag nicht zu den Favoriten. "Unsere Erwartungen sind nicht so groß. Wir hoffen aber auf Daniele Nardello und Oscar Sevilla", sagt Teammanager Mario Kummer vor den letzten 264 km der langen ersten ProTour-Saison.
Auf dem hügelreichen Kurs mit fünf Bergwertungen zwischen dem Schweizer Mendrisio und dem italienischen Como rechnet sich die Konkurrenz vom Team Gerolsteiner bessere Chancen aus. "Wir setzen auf Davide Rebellin", sagt Teamchef Hans-Michael Holczer. Der Italiener war bereits 2002 Zweiter hinter seinem Landsmann Michele Bartoli. Ein Deutscher stand noch nie seit der Lombardei-Premiere 1905 auf dem Podest.
Am Comer See endet am Wochenende eine Saison, die allgemein kontrovers betrachtet wird. Zu allen 27 Rennen der ProTour-Serie mussten die 20 Elite-Teams antreten und damit einen erheblichen Mehraufwand gegenüber früheren Jahren betreiben. "Die neue ProTour war für alle eine sehr große Belastung", bekennt Kummer. "Sie ist generell sehr gut angelaufen. Aber man hat gesehen, dass es bei Verletzungen und Erkrankungen schwierig wird, immer eine optimale Mannschaft zu stellen."
"Höhen und Tiefen"
Mit der sportlichen Bilanz ist Kummer durchaus zufrieden: "Es hat in diesem Jahr Höhen und Tiefen gegeben. Aber das Fazit ist positiv, wir haben dank Zabel, Ullrich, Winokurow und Guerini Siege bei Klassikern und bei der Tour geholt."
Rundum positiv äußert sich Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer: "Wir haben eine tolle Saison hinter uns. Zwar mit weniger Siegen als im Vorjahr, aber dafür solchen mit höherer Qualität. Die Mannschaft hat einen großen Schritt nach vorn gemacht. Mit T-Mobile sind wir jetzt auf Augenhöhe. Es wäre aber eine falsche Einstellung, nur die deutsche Konkurrenz zu sehen. Wir haben 19 Rennställe als Gegner."
Für die kommende Saison schließt Holczer eine Rückkehr von Dopingsünder Danilo Hondo in das Eifel-Team nicht aus. "Wir werden 25 oder 26 Fahrer im Kader haben. Wenn es bei der einjährigen Sperre bleibt, könnte auch Danilo wieder dabei sein. Da müssen wir das Urteil des Internationalen Schiedsgerichtshofes abwarten. Der CAS-Termin ist auf den 22. November angesetzt.
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