Ski Alpin: Ligety holt in der Kombination fünftes Gold für die USA
zuletzt aktualisiert: 14.02.2006 - 20:21Turin (rpo). Nicht die Österreicher, sondern ein US-Amerikaner hat die Kombination der alpinen Skiläufer für sich entschieden. Ted Ligety holte nach der Abfahrt und zwei Slalomdurchgängen mit einer Gesamtzeit von 3:09,35 Minuten überraschend die Goldmedaille und sorgte bereits für den fünften amerikanischen Sieg in Turin.
Mit 53 Hundertstelsekunden Rückstand sicherte sich der Kroate Ivica Kostelic Silber. Bronze ging an den Österreicher Rainer Schönfelder mit 1,32 Sekunden Rückstand. Der nach dem ersten Slalomdurchgang noch führende Favorit Benjamin Raich aus Österreich schied im zweiten Durchgang nach einem Fahrfehler aus, den US-amerikanischen Mitfavoriten Bode Miller erwischte es dagegen schon im ersten Durchgang.
"Einfach unglaublich, Mann, es tut mir Leid für Bode, er hätte bei der Siegerehrung mit dabeisein sollen", sagte Ligety nach dem Rennen in die "Stars and Stripes" gehüllt: "Es ist einfach total verrückt, lächerlich, ich weiß überhaupt nicht, was ich sagen soll."
Der 21 Jahre alte Senkrechtstarter aus Salt Lake City hatte zuvor nicht einmal ein Weltcup-Rennen gewonnen. Doch nach einer starken Abfahrt und zwei furiosen Slalom-Läufen fuhr Ligety unter dem Flutlicht über der Slalompiste "Gianni Agnelli" zum ersten alpinen Olympiasieg für die US-Männer seit dem sensationellen Abfahrtstriumph von Tommy Moe 1994 in Lillehammer. Für einen Kombi-Olympiasieger wurden die "Stars and Stripes" noch nie bei einer Siegerehrung aufgezogen.
Auch der Mann mit der Silbermedaille vollbrachte nie Dagewesenes: Ivica Kostelic, großer Bruder von Dreifach-Olympiasiegerin Janica Kostelic, holte nicht minder überraschend die erste Olympia-Medaille für Kroatiens Männer bei Winterspielen. Kjetil Andre Aamodt (Norwegen), Olympiasieger 2002 in Salt Lake City, hatte wegen einer Verletzung auf die Kombination verzichtet.
Wie schon in der Abfahrt am Sonntag scheiterten dagegen die großen Favoriten. Zunächst erwischte es Bode Miller. Mit 2,06 Sekunden auf "Big Ben" Raich hatte er die Abfahrt am Morgen gewonnen, wurde aber im ersten Slalomlauf nach einem Torfehler disqualifiziert. "Das ist ja nicht das erste Mal, das mir sowas passiert", bekannte Miller, der von den sieben Weltcup-Slaloms des Winters nur zwei beendete.
Der Weg zu Gold schien danach frei für Raich, zumal sein Vorsprung auf Ligety vor dem finalen Lauf 0,86 Sekunden betrug. Doch dem Weltmeister aus dem Pitztal versagten wie so oft in dieser Saison im zweiten Slalomlauf die Nerven. Mit immer noch fünf Zehntelsekunden Vorsprung auf den Amerikaner bei der letzten Zwischenzeit scheiterte der Kombi- und Slalom-Weltmeister von 2005 in Sichtweite des Zielstrichs.
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