Internationalen Springreit-Turniers in Zürich: Ludger Beerbaum: Unqualifiziert - dann Sieger
zuletzt aktualisiert: 03.02.2001 - 20:04Zürich (sid). Der große Gewinner des 14. Internationalen Springreit-Turniers in Zürich ist bisher Ludger Beerbaum (Riesenbeck). Der 37 Jahre alte Weltranglisten-Erste gewann das Große Jagdspringen auf Neron de la Tourelle und das "Swiss Master" auf dem gekörten Hengst Goldfever und damit einen PKW-Kombi (MB 200 C) im Werte von 64.000 Mark.
Dabei war Beerbaum zunächst gar nicht für das Teilnehmerfeld von nur 15 Reitern qualifiziert gewesen. Nach den vorausgegangenen zwei Qualifikationen lag der viermalige Olympiasieger auf dem 16. Rang, doch der vor ihm platzierte Vize-Europameister Markus Fuchs (Schweiz) deutete den Start-Verzicht mangels fehlender Siegaussichten an. Da fackelte Beerbaum nicht lange. Er griff zum Handy und sagte Fuchs, er werde ihm die 1.000 Schweizer Franken als garantiertes Gewinngeld für den letzten Rang ersetzen. Wahrscheinlich gab der Riesenbecker mehr nach einem souveränen Erfolg auf dem Hannoveraner, den Besitzer Dietrich Schulze für 250.000 Mark gekauft hatte.
Beerbaum ("mit Markus werde ich schon einig") zeigte in der Entscheidung vor 10.700 Zuschauern in der ausverkauften Halle Reiten vom Feinsten: Die Galoppsprünge zwischen den Hindernissen stimmten, die Feinabstimmung mit dem Pferd und am Ende auch die Zeit. Er schlug im Stechen den dreimaligen Weltcupgewinner und Weltmeister Rodrigo Pessoa auf Baloubet du Rouet um 37 Hundertstelsekunden, was dem Brasilianer umgerechnet 54.400 DM weniger einbrachte. Mannschafts-Olympiasieger Otto Becker (Mühlen) wurde auf dem Schimmelhengst Cento Dritter vor der ebenfalls fehlerfreien Europameisterin Alexandra Ledermann (Frankreich) auf Rochet M.
Pessoa, der bei Olympia in Sydney die Hand an der Goldmedaille hatte, doch dann auf dem Hengst im dritten Wertungsspringen nach drei Verweigerungen abgeläutet wurde, reitet seither nicht mehr ganz vorne in der Weltspitze, sondern nur noch in der Reihe dahinter. Nur noch vom Namen lebt auch Hugo Simon (58), der für Österreich startende Pfälzer. Wille allein reicht irgendwann nicht mehr aus, auch nicht auf einem Spitzenpferd wie E.T..
Ebenfalls in der Eissporthalle Oerlikon ritten aus Deutschland bis Samstag zu Erfolgen die viermalige deutsche Meisterin Helena Weinberg (Herzogenrath) auf Silas in der Prüfung gegen die Uhr und Team-Olympiasieger Lars Nieberg (Homberg/Ohm) auf Esprit im Zwei-Phasen-Springen. Nieberg, der bereits im Vorjahr als erfolgreichster Reiter die Schweiz verließ, übernahm gleichzeitig wieder die Spitze in der Gesamtwertung für diese Spezialwertung, die mit einem Kilo Gold belohnt wird.
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