Kolumne: Mann, was bunt
VON PHILIPP STEMPEL - zuletzt aktualisiert: 11.02.2006 - 00:15
Düsseldorf (rpo). Ja, was war das für ein Auftakt! Die Olympischen Winterspiele in Turin sind mit einem farbenfrohen Spektakel eröffnet worden. Normalerweise zählen Eröffnungsfeiern ja nicht zu meinen Favoriten im Freitagabendprogramm.
Die drei Stunden von Turin haben sich jedoch gelohnt. Die übliche Krimikost des TV-Programms zum Einstieg ins Wochendene haben sie locker in den Schatten gestellt, zumal sie nicht bloß ein Wochenende, sondern zwei komplett prall gefüllte Wochen eingeläutet haben.
In dieser Zeit erwarten uns so viele Showdowns und Nerven aufreibende Entscheidungen, wie sie wohl Matula, der Alte oder Siska nicht in einem ganzen Jahr aufbieten können. Statt Mord, Totschlag und Betrügerbanden putschen Langlaufstaffel, Eisschnelllauf oder Verfolgungsjagd im Biathlon die Adrenalinzufuhr hoch.
Die Eröffnungsfeier: Eigentlich ist sie nur Rahmenprogramm für altbekannte Rituale. Die Nationen laufen in mehr oder weniger imposanter Mannstärke in das Olympiastadion ein und anschließend steuert alles zielstrebig auf die Entzündung des Olympischen Feuers hin. Doch was gibt es da alle vier (bzw. zwei) Jahre an Vielfalt zu bestaunen.
Die größte Aufmerksamkeit galt sicherlich den Ideen der Showgestalter. Was gab es da alles zu sehen: Ein paar rot gekleidete Eisläufer, aus deren Helm olympische Funken spotzten, ein barocker Auflauf der gesamten europäischen Kulturgeschichte in weiß-gold, eine entrückte Eva Herzigova als Venus-Adapation des dritten Jahrtausends oder eine wild pulsierende Kombination aus Ballett und Techno. Schön, manchmal irritierend mutig und meistens italienisch bunt.
Und dann war da noch die Kreation der für das deutsche Olympiateam zuständigen Modedesigner, die das bemitleidenswerte deutsche Team am Freitag in eine grelle Kiwi-Mandarinen-Kombi gestopft hatten. Vorneweg die tapfere Kati Wilhelm, die die undenkbarste aller Farbkombinationen offensiv zur Schau stellte: Schwarz-Rot-Gold, quergestreift, unterlegt von einem Violett-Weiß-Grün-Orange mit ebenso farbig geflochtenen Troddeln auf den Schultern. Nur mühsam konnte Präsidentengattin Eva-Luise Köhler in unmittelbarer Reaktion auf den Einmarsch der deutschen Mannschaft da in ihrem Mimenspiel Contenance bewahren.
Zumindest dürfte jedes deutsche Teammitglied so auch auf weite Entfernung problemlos zu erkennen sein. Die nächsten 14 Tage werden das sicherlich zeigen. Ich bin gespannt.
Die drei Stunden von Turin haben sich jedoch gelohnt. Die übliche Krimikost des TV-Programms zum Einstieg ins Wochendene haben sie locker in den Schatten gestellt, zumal sie nicht bloß ein Wochenende, sondern zwei komplett prall gefüllte Wochen eingeläutet haben.
In dieser Zeit erwarten uns so viele Showdowns und Nerven aufreibende Entscheidungen, wie sie wohl Matula, der Alte oder Siska nicht in einem ganzen Jahr aufbieten können. Statt Mord, Totschlag und Betrügerbanden putschen Langlaufstaffel, Eisschnelllauf oder Verfolgungsjagd im Biathlon die Adrenalinzufuhr hoch.
Die Eröffnungsfeier: Eigentlich ist sie nur Rahmenprogramm für altbekannte Rituale. Die Nationen laufen in mehr oder weniger imposanter Mannstärke in das Olympiastadion ein und anschließend steuert alles zielstrebig auf die Entzündung des Olympischen Feuers hin. Doch was gibt es da alle vier (bzw. zwei) Jahre an Vielfalt zu bestaunen.
Die größte Aufmerksamkeit galt sicherlich den Ideen der Showgestalter. Was gab es da alles zu sehen: Ein paar rot gekleidete Eisläufer, aus deren Helm olympische Funken spotzten, ein barocker Auflauf der gesamten europäischen Kulturgeschichte in weiß-gold, eine entrückte Eva Herzigova als Venus-Adapation des dritten Jahrtausends oder eine wild pulsierende Kombination aus Ballett und Techno. Schön, manchmal irritierend mutig und meistens italienisch bunt.
Und dann war da noch die Kreation der für das deutsche Olympiateam zuständigen Modedesigner, die das bemitleidenswerte deutsche Team am Freitag in eine grelle Kiwi-Mandarinen-Kombi gestopft hatten. Vorneweg die tapfere Kati Wilhelm, die die undenkbarste aller Farbkombinationen offensiv zur Schau stellte: Schwarz-Rot-Gold, quergestreift, unterlegt von einem Violett-Weiß-Grün-Orange mit ebenso farbig geflochtenen Troddeln auf den Schultern. Nur mühsam konnte Präsidentengattin Eva-Luise Köhler in unmittelbarer Reaktion auf den Einmarsch der deutschen Mannschaft da in ihrem Mimenspiel Contenance bewahren.
Zumindest dürfte jedes deutsche Teammitglied so auch auf weite Entfernung problemlos zu erkennen sein. Die nächsten 14 Tage werden das sicherlich zeigen. Ich bin gespannt.
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