Erik Zabel: Marathon-Mann mit Erfolgs-Garantie
zuletzt aktualisiert: 22.12.2001 - 23:06Berlin (rpo). Erik Zabel verkörpert erfolgreich das Gegenmodell des Spezialistentums im Radsport, auf das viele Topfahrer mit nur einem Saisonhöhepunkt schwören. Der 31-jährige Berliner, der seit Jahren mit seiner Frau und Sohn Rik in Unna bei Dortmund lebt, ist von Februar bis November im Dauereinsatz und in vielen Sätteln gerecht.
So erfolgreich wie in diesem Jahr war Zabel in seiner zehnjährigen Profi-Karriere noch nie: Er gewann drei Etappen bei der Tour de France, dort zum sechsten Mal das Grüne Trikot und erklomm als erster Deutscher die Spitze der Weltrangliste. Im März gewann er zum vierten Mal den Frühjahrs-Klassiker Mailand - San Remo, im November die Sechstagerennen in Dortmund und München.
30 Siege fuhr Zabel 2001 heraus und schrieb sich damit fast die Hälfte aller Telekom-Erfolge (64) gut. Diese Quote und Qualität dürfte selbst für ihn in Zukunft unerreichbar bleiben. Trotzdem hat er 2002 wieder etwas ganz besonderes vor: Der WM-Kurs von Zolder/Belgien scheint ihm auf den Leib geschneidert zu sein, und Rudi Altig wartet seit 1966 auf einen Nachfolger als Straßen- Weltmeister. "Das wird sicher eines der spannendsten WM-Rennen der letzten Jahre und die Strecke könnte mir liegen", prophezeite Zabel schon im Oktober nach seinem überraschenden fünften Rang bei den Titelkämpfen in Lissabon.
Besonderer Ehrgeiz, die immer noch vorhandene "Freude am Radfahren" und enormer Trainingsfleiß sind der Motor für das Erfolgsmodell Erik Zabel. "So effektiv und umfangreich wie er trainiert keiner bei uns", versichert Telekom-Teamarzt und Trainings- Methodiker Lothar Heinrich. Zur Wahl der "Sportler des Jahres" reiste Zabel aus Mallorca an, wo der nimmermüde Marathon-Mann 14 Tage lang die ersten Trainings-Kilometer für die kommende Saison herunter strampelte. Die Lieblings-Urlaubsinsel der Deutschen übt auf die Zabels auch eine besondere Anziehung aus, weil sie sich dort seit kurzem als stolze Hausbesitzer fühlen dürfen.
Füllt Jan Ullrich im Telekom-Team eher die Rolle des behüteten und umsorgten Stars aus, verlegt sich Zabel ("Die Tour kann ich nie gewinnen") auf den Part des Einzelkämpfers mit besonderer Nähe zu Publikum und Presse. Der Berliner, dem das Herz am rechten Fleck sitzt und der nie um einen Spruch verlegen ist, protestierte vor der diesjährigen Tour laut und öffentlich. Der ihm fest zugesagte Helfer wurde aus dem Team gestrichen, um Ullrich noch Erfolg versprechender durch Frankreich eskortieren zu können.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











