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50 Kilogramm Gold im Jackpot: Marion Jones und El Guerrouj triumphieren in der Golden-League

zuletzt aktualisiert: 06.09.2002 - 23:57

Berlin (rpo). Sprinter-Queen Marion Jones und Wunderläufer Hicham El Guerrouj haben beim Berliner Leichtathletik-Festival ihre Karriere vergoldet. Beide knackten nach sieben Siegen in Serie den Jackpot der Golden-League-Serie 2002.

Marokkos Ausnahmeläufer Hicham El Guerrouj ist damit der erfolgreichste "Goldgräber" aller Zeiten. Beim Finale der sieben Meetings umfassenden Golden League der Leichtathleten in Berlin knackte der Serien-Weltmeister mit seinem siebten Sieg über 1500 m den 50 Kilogramm schweren Gold-Jackpot im Wert von knapp 530. 000 Euro. Damit sicherte sich der 27-Jährige seit Einführung der Elite-Liga 1998 bereits zum vierten Mal seinen Goldanteil, avancierte zum Golden-League-Millionär und blieb auch im 23. Rennen der Serie ungeschlagen.

"Ich wollte hier vornehmlich diesen Jackpot. Den Weltrekord möchte ich am Sonntag in Rieti angreifen und für das nächste Jahr habe ich bei der WM in Paris auch die 5000 m auf dem Programm", meinte Guerrouj, der schon 1997 als Gesamtsieger am Jackpot der damaligen Golden Four partizipierte, nach seinem Triumph in 3:30,00 Minuten.

Teilen musste er im Ludwig-Jahn-Sportpark vor 20.000 Zuschauern ("Die Stimmung war toll") allerdings mit drei anderen: US-Sprintstar Marion Jones blieb auch im 27. Rennen über 100 oder 200 m seit Einführung der Golden League 1998 ungeschlagen, begnügte sich über 100 m mit 11,01 Sekunden und trug sich zum zweiten Mal in die Siegerliste der Golden League ein. Knapp 130.000 Euro reicher traten auch 400-m-Hürden-Weltmeister Felix Sanchez (Dominikanische Republik) nach seinem Erfolg in 48,05 Sekunden sowie Mexikos WM-Dritte Ana Guevara nach ihrer erneuten 400-m-Solovorstellung in 49,91 Sekunden die Heimreise an.

Von den Athleten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes stand neben dem EM-Dritten Boris Henry (Saarbrücken), der mit 85,82 m wie eine Woche zuvor in Brüssel vor dem Magdeburger Björn Lange (84,94) und dessen Vereinskollegen Raymond Hecht erneut das Speerwerfen dominierte, vornehmlich Sabine Braun im Mittelpunkt. Die zweimalige Siebenkampf-Weltmeisterin vom TV Wattenscheid, die bei der EM in München mit Silber einen glanzvollen Abschied von ihrer Karriere gefeiert hatte, wurde bei ihrem letzten großen Wettkampf nach Rang fünf im Weitsprung (6,33) mit Ovationen bedacht.

"Jetzt ist endgültig Schluss, die Spikes schmeiße ich weg", meinte die 37-Jährige, die Olympiasiegerin Heike Drechsler allerdings nicht ärgern konnte. Nach ihrer Entscheidung, zukünftig wieder bei ihrem Lebensgefährten Alain Blondel zu trainieren, genügten der deutschen Rekordhalterin 6,45 zum Sieg.

Europameister Ingo Schultz auf Platz Vier

Fast drei Wochen nach der EM in München konnten andere deutsche Athleten dagegen nur wenig Jubelstürme entfachen, zumal Staffel-Europameisterin Grit Breuer wegen einer Verletzung kurzfristig abgesagt hatte und Ingo Schultz trotz guter Zeit für den Sieg nicht in Frage kam. Dem Europameister von der LG Olympia Dortmund blieb in 45,09 Sekunden über 400 m Platz vier, den Erfolg des Jamaikaners Michael Blackwood (44,87) konnte er nicht verhindern. "Ein bischen mehr hätte es sein können", meinte der WM-Zweite von Edmonton. Das dürfte sich auch der EM-Zweite Dieter Baumann gesagt haben, der über 5000 m beim Sieg des Kenianers Luke Kipkosgei (13:10,41) in 13:13,39 nur Elfter wurde.

Während der in München drittplatzierte Tim Lobinger (Frankfurt) als Dritter mit 5,80 m erneut Weltklasse demonstrierte, kam der Leverkusener EM-Zweite Lars Börgeling (5,60) nicht über Platz acht hinaus. Eine Woche nach seiner persönlichen Bestzeit (1: 44,20) in Brüssel als Achter landete 800-m-Olympiasieger Nils Schumann (Großengottern) zwar auf Platz fünf, war in 1:45,41 allerdings langsamer.

Von den internationalen Stars blieb vornehmlich Maurice Greene erneut weit hinter den Erwartungen zurück. Für eine Antrittsgage von 75.000 Dollar bot der Weltrekordler und Olympiasieger als Sechster in 10,20 Sekunden über 100 m, die Europameister Dwain Chambers in 10,02 gewann, erneut nur Hausmannskost. Doch für 2003 kündigte er bereits wieder große Taten an: "Nächstes Jahr komme ich wieder und befasse mich vornehmlich mit dem Weltrekord."

Leichtathletik, Golden League in Berlin

(7. und letzte Station der Golden League-Serie, 20.000 Zuschauer (ausverkauft) im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark)

Männer:

100 m (0,3 m Rückenwind/GL): 1. Dwain Chambers (Großbritannien) 10,02 Sekunden, 2. Coby Miller (USA) 10,07, 3. Kim Collins (St. Kitts) 10,15, 4. Bernard Williams 10,18, 5. Darvis Patton 10,19, 6. Maurice Greene (alle USA) 10,20, 7. Uchenna Emedolu (Nigeria) 10,20, 8. Marc Blume (Wattenscheid) 10,50

400 m (GL): 1. Michael Blackwood (Jamaika) 44,87 Sekunden, 2. Fawzi Al-Shammari (Kuwait) 44,98, 3. Avard Moncur (Bahrein) 45,07, 4. Ingo Schultz (Dortmund) 45,09, 5. Gregory Haughton (Jamaika) 45, 26, 6. Alleyne Francique (Grenada) 45,26

800 m: 1. Wilfred Bungei (Kenia) 1:44,62 Minuten; 2. William Yiampoy (Kenia) 1:44,75; 3. Andre Bucher (Schweiz) 1:45,20; ... 5. Nils Schumann (Großengottern) 1:45,41; 8. Rene Herms (Pirna) 1:46,43

1500 m (GL): 1. Hicham El Guerrouj (Marokko) 3:30,00 Minuten, 2. Bernard Lagat 3:32,91, 3. Laban Rotich (beide Kenia) 3:33,81, 4. Juan Carlos Higuero (Spanien) 3:33,94, 5. Wjatscheslaw Schabunin (Russland) 3:34,14, 6. Alex Kipchirchir (Kenia) 3:34,22

400 m Hürden (GL): 1. Felix Sanchez (Dominikanische Republik) 48,05, 2. Hadi Soua'an Al-Somaily (Saudi-Arabien) 48,31, 3. Joey Woody 48,77, 4. Eric Thomas (beide USA) 48,93, 5. Jiri Muzik (Tschechien) 49,51, 6. James Carter (USA) 49,65, 7. Christian Duma (Frankfurt/Main) 50,58

5000 m: 1. Luke Kipkosgei (Kenia) 13:10,41 Minuten; 2. Benjamin Limo (Kenia) 13:10,77; 3. Sergej Lebed (Ukraine) 13:10,78; 4. Mark Bett (Kenia) 13:11,10;. ..11. Dieter Baumann (Tübingen) 13:13,39; 16. Sebastian Hallmann (Fürth) 13:31,93

Speerwerfen: 1. Boris Henry (Saarbrücken) 85,82 Meter; 2. Björn Lange (Magdeburg) 84,94; 3. Raymond Hecht (Magdeburg) 83,26; 4. Eriks Rags (Lettland) 82,36

Vierkampf: 1. Schahriar Bigdeli (Leverkusen) 3297 Punkte; 2. Erki Nool (Estland) 3282; 3. Roman Sebrle (Tschechien) 3074

Stabhochsprung: 1. Alexander Averbuch (Israel) 5,80 Meter; 2. Viktor Chistiakov (Australien) 5,80; 3. Tim Lobinger (Frankfurt/Main) 5,80;. ..8. Lars Börgeling (Leverkusen) 5,60; 9. Richard Spiegelburg (Leverkusen) 5,45

Dreisprung (GL): 1. Christian Olsson (Schweden) 17,40 Meter, 2. Phillips Idowu (Großbritannien) 17,23, 3. Jadel Gregorio (Brasilien) 16,75, 4. Alexander Martinez (Kuba) 16,71, 5. Aleksandr Glawatski (Weissrussland) 16,48, Kenta Bell (USA) 16,47

Frauen:

100 m (0,3 m Rückenwind/GL): 1. Marion Jones (USA) 11,01 Sekunden, 2. Tanya Lawrence (Jamaika) 11,12, 3. Debbie Ferguson (Bahamas) 11,20, 4. Torri Edwards (USA) 11,20, 5. Myriam Leonie Mani (Kamerun) 11,34, 6. Muriel Hurtis (Frankreich) 11,36, 7. Melanie Paschke (Wattenscheid) 11,48

5000 m: 1. Berhane Adere 14:41,43 Minuten, 2. Werknesh Kidane (beide Äthiopien) 14:43,53, 3. Benita Johnson (Australien) 14:47, 60, 4. Jo Pavey (Großbritanniien) 14:48,66, 5. Ayelech Worku 14:48, 9 ,6. Tirunesh Dibaba (beide Äthiopien) 14:49,90

400 m: 1. Ana Guevara (Mexiko) 49,91 Sekunden, 2. Lorraine Fenton (Jamaika) 50,50, 3. Jearl Miles-Clark 51,06, 4. Michelle Collins (beide USA) 51,49, 5. Jana Pittmann (Australien) 52,19, 6. Claudia Marx (Berlin) 52,50, 7. Heike Meissner (Chemnitz) 53,19

1500 m: 1. Süreyya Ayhan (Türkei) 3:58,43 Minuten, 2. Suzy Favor Hamilton (USA) 3:59,40, 3. Alesya Turowa (Weissrussland) 4:01, 97, 4. Natalya Gorelowa (Russland), 5. Carla Sacramento (Portugal) 4:03,07, 6. Geraldina Hendricken (Irland) 4:04,30

100 m Hürden: 1. Brigitte Foster (Jamaika) 12,62 Sekunden, 2. Gail Devers 12,65, 3. Anjanette Kirkland 12,75, 4. Jenny Adams (alle USA) 12,92, 5. Lacena Golding-Clark (Jamaika) 12,96, 6. Angela Atede (Nigeria) 12,97

Speerwerfen (GL): 1. Osleidys Menendez (Kuba) 64,45 m, 2. Tatjana Schikolenko (Russland) 62,99, 3. Mikaela Ingberg (Finnland) 62,29, 4. Steffi Nerius (Leverkusen) 61,19, 5. Taina Kolkkala (Finnland) 59,47, 6. Nikolett Szabo (Ungarn) 58,15

Weitsprung: 1. Heike Drechsler (Karlsruhe) 6,45 Meter; 2. Jackie Edwards (Bahamas) 6,43; 3. Jade Johnson (Großbritannien) 6,41; 3. 4. Bianca Kappler (Halstenbek) 6,35; 5. Sabine Braun (Wattenscheid) 6,33

Quelle: RPO Archiv

 
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