Golden League-Meeting: Marion Jones und Maurice Greene Sprintsieger in Paris
zuletzt aktualisiert: 06.07.2001 - 21:40Paris (rpo). Die Olympiasieger Marion Jones und Maurice Greene (USA) haben beim Golden League-Meeting in Paris ihre Vormachtstellung über die 100 m unterstrichen. Jones gewann am Freitagabend vor 50.000 Zuschauern im Stade de France in Weltjahresbestzeit. Weltrekordler Greene setzte sich gegen seine Landsmänner Tim Montgomery und Bernard Williams durch.
Sprintkönigin Marion Jones hat den Nimbus der Unbesiegbaren gewahrt. Zwei Tage nach ihrer Beinahe-Niederlage von Lausanne gegen Chandra Sturrup (Bahamas) triumphierte die dreifache Olympiasiegerin in 100-m-Jahresweltbestzeit von 10,84 Sekunden vor der bisherigen Saisonspitzenreiterin Shannah Pintusewitsch (Ukraine/10,96). Auch 100-m-Weltmeister Maurice Greene präsentierte sich in 9,96 Sekunden so souverän wie immer.
In Jahres-Weltbestzeit von 8:23,75 Minuten feierte die russische Hallen-Weltmeisterin Olga Jegorowa einen erneuten Triumph über 5.000-m-Olympiasiegerin Gabriela Szabo und wie eine Woche zuvor beim Auftakt der Serie in Rom landete der rumänische Lauffoh wieder nur auf dem enttäuschenden vierten Rang. Jegorowa steigerte ihre Saisonbestmarke über 3.000 m um 0,21 Sekunden.
50.000 Zuschauer im Stade de France bildeten bei der sechs Millionen Mark teuren Veranstaltung eine prächtige Kulisse. Sie bescherten Paris im Rennen um Olympia 2008 wenige Tage vor der Vergabe in Moskau einen wichtigen Sympathie-Gewinn. Das Publikum feierte in der WM-Arena 2003 zwei 400-m-Hürden-Siege von Angelo Taylor (USA) in 48,10 Sekunden und Tatjana Tereschtschuk (Ukraine) in 54,01.
Erneut hatte Marion Jones einen schlechten Start, aber im Finish ließ sie der Konkurrenz keine Chance. "Ich habe niemals behauptet, dass ich unschlagbar wäre", sagte die letztmals im September 1997 von Merlene Ottey bezwungene Weltmeisterin vor dem Rennen. Sie fühlte sich offenbar nicht sicher, denn die bevorstehende Scheidung von Ehemann C.J. Hunter hat ähnlich viel Substanz gekostet wie die harte Olympiasaison: "Mein Leben hat sich verändert. Aber in vier Wochen bei der WM in Edmonton will ich in vier Disziplinen zeigen, dass ich nichts eingebüßt habe."
100-m-Olympiasieger Maurice Greene ignorierte seine Sehnenbeschwerden im linken Knie, konnte die optimalen Bedingungen mit Temperaturen um 25 Grad aber nicht zur Verbesserung der Jahresweltbestzeit (9,90) nutzen. Ähnlich verfehlte Landsmann Tim Montgomery in 10,04 den Schritt unter die Zehn-Sekunden-Schallmauer. "Die Ärzte sagen, ich müsse mein Knie schonen", meinte Greene: "Leider kann ich das jetzt nicht, weil ich mich auf die WM in Edmonton vorbereiten muss." Allerdings werde er in Kanada auf das geplante Sprint-Double verzichten, wenn er nicht hundertprozentig fit sei.
Ergebnisse Golden League:
Frauen:
3000 m: 1. Olga Jegorowa (Russland) 8:23,75 Minuten; 2. Jelena Zadoroschnaja (Russland) 8:26,79; 3. Tatjana Tomaschowa (Russland) 8:27,02
400 m Hürden: 1. Tatjana Terestschuk-Antipowa (Ukraine) 54,01 Sekunden; 2. Debbie- Ann Parris (Jamaika) 54,34; 3. Yulia Nosowa (Russland) 54,61
100 m: Marion Jones (USA) 10,84 Sekunden; 2. Schanna Pintusewitsch (Ukraine) 10,96; 3. Chandra Sturrup (USA) 10,99
Hammerwerfen: 1. Katalin Divos (Ungarn) 68,54 m; 2. Dawn Ellerbe (USA) 67,53; 3. Yipsi Moreno (Kuba) 66,69
Männer:
400 m Hürden: 1. Angelo Taylor (USA) 48,10 Sekunden; 2. Stephane Diagana (Frankreich) 48,13; 3. Hadi Soua´an Al-Somaily (Saudi-Arabien) 48,34
100 m: Maurice Greene (USA) 9,96 Sekunden; 2. Tim Montgomery (USA) 10,04; 3. Bernard Williams (USA) 10,15
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