Deutsche Stabhochspringer enttäuschend: Marion Jones war der Star in Oslo
zuletzt aktualisiert: 28.06.2002 - 22:37Oslo (rpo). Nach schwachem Auftakt sind die Zuschauer beim ersten Golden-League-Meeting der Saison in Oslo doch noch auf ihre Kosten gekommen: Drei Jahresweltbestzeiten und der Sieg des gefeierten Superstars Marion Jones gab es zu bejubeln. Für ihren Kollegen Maurice Greene setzte es dagegen eine überraschende Niederlage.
Drei Jahresweltbestzeiten haben am Freitagabend in Oslo den insgesamt schwachen Auftakt der Golden-League-Saison gerettet, bei dem Weltmeister Maurice Greene in 10,06 Sekunden über 100 m überraschend dem Briten Dwain Chambers um 1/100 Sekunden den Vortritt lassen musste. Olympiasiegerin Gabriela Szabo aus Rumänien mit 14:46,86 Minuten über 5000 m und der Kenianer Benjamin Limo mit 12:57,50 Minuten über die gleiche Distanz sowie Hicham El Guerrouj aus Marokko mit 3:50,12 Minuten über die Osloer "Traum-Meile" rannten Saisonbestzeiten. Nach schwachen Leistungen der deutschen Stabhochspringer sorgte Boris Henry (Saarbrücken) im Speerwerfen mit 85,42 m für den einzigen Sieg seiner neun Landsleute.
Die beiden amerikanischen Superstars Gail Devers und Marion Jones präsentierten sich ebenfalls in Topform. Die dreimalige Olympiasiegerin von Sydney gewann die 100 m in 10,96 Sekunden. Die 35 Jahre alte dreimalige Weltmeisterin Devers verfehlte über 100 m Hürden in 12,53 Sekunden ihre Jahresweltbestzeit lediglich um 2/100 Sekunden. Zum starken Auftritt der Frauen trug Olympiasiegerin Gabriela Szabo aus Rumänien in 14:46,86 Minuten über 5000 m eine Jahresweltbestzeit bei.
Ansonsten litten die ersten Wettbewerbe im Bislett-Stadion trotz strahlenden Sonnenscheins unter abendlicher Kühle und wechselnden Winden. Das machte sich besonders bei den technischen Disziplinen bemerkbar.
Ecker und Spiegelburg mit "Salto Nullo"
So ging für Sechs-Meter-Springer Danny Ecker das internationale Comeback nach seiner Schulterverletzung gründlich daneben. Der Leverkusener scheiterte an seiner Anfangshöhe von 5,55 m. Bereits bei 5,40 m hatte sein Club-Kamerad Richard Spiegelburg einen "Salto Nullo" abgeliefert. Nicht viel besser erging es Tim Lobinger (Frankfurt), der vor drei Jahren in Oslo noch 6,00 m gesprungen war, und dem dritten Leverkusener Lars Börgeling: Beide scheiterten nach übersprungenen 5,55 m an 5,70 und wurden gemeinsame Vierte.
Nach langer Verletzungspause hatte die Berlinerin Tanja Damaske beim Speerwerfen ebenfalls mit den widrigen Windverhältnissen zu kämpfen. Die Europameisterin wurde mit 57,65 m lediglich Achte. Aber auch die Leverkusenerin Steffi Nerius kam mit 60,39 m als Vierte nicht an Weltmeisterin Osleidys Menendez (Kuba) heran, die 63,51 m warf.
Sechs Golden-League-Stationen folgen noch
Über 800 m blieben die Frauen weit hinter den Erwartungen zurück. Für die Kubanerin Zulia Calatayud reichten mäßige 2:00,26 Minuten zum Sieg. Auch die Siegerzeit von Leonard Byrd (USA) von 45,75 Sekunden über 400 m konnte die rund 15 000 Zuschauer nicht erwärmen.
Oslo war die erste von sieben Stationen der Golden-League- Meetings. Nur jene Athleten, die bei allen sieben Veranstaltungen ihre Disziplinen gewinnen und am Grand-Prix-Finale in Paris teilnehmen, dürfen sich den Jackpot von 50 Kilo Gold (rund 535 000 Euro) teilen. Die weiteren Stationen der Serie sind Paris, Rom, Monte Carlo, Zürich, Brüssel und Berlin.
Ergebnisse Frauen:
100 m: 1. Marion Jones (USA) 10,96 Sekunden 2. Tayna Lawrence (Jamaika) 11,13 3. Chryste Gaines (USA) 11,20
400 m: 1. Ana Guevara (Mexiko) 50,45 Sekunden 2. Lorraine Fenton (Jamaika) 50,83 3. Latasha Colander-Richardson (USA) 51,66
800 m: 1. Zulia Calatayud (Kuba) 2:00,26 Minuten 2. Tamsyn Lewis (USA) 2:00,85 3. Agnes Samaria (Namibia) 2:01,23
1500 m: 1. Maria Cioncan (Rumänien) 4:03,55 Minuten 2. Elena Iagar (Rumänien) 4:30,63 3. Jelena Sadoroschnaja (Russland) 4:04,09
5000 m: 1. Gabriela Szabo (Rumänien) 14:46,86 Minuten (Jahresweltbestzeit) 2. Berhane Adere (Äthiopien) 14:46,99 3. Tatjana Tomaschowa (Russland) 14:47,85
100 m Hürden: 1. Gail Devers (USA) 12,53 Sekunden 2. Brigitte Foster (Jamaika) 12,79 3. Glory Alozie (Spanien) 12,85
Speerwerfen: 1. Osleidys Menendez (Kuba) 63,51 m 2. Tatjana Schikolenko (Russland) 62,98 3. Jekatarina Iwakina (Russland) 61,40 4. Steffi Nerius (Leverkusen) 60,39 ... 8. Tanja Damaske (Berlin) 57,65
Ergebnisse Männer:
100 m: 1. Dwain Chambers (Großbritannien) 10,05 Sekunden 2. Maurice Greene (USA) 10,06 3. Tim Montgomery (USA) 10,10 4. Jon Drummond (USA) 10,21
400 m: 1. Leonard Byrd (USA) 45,75 Sekunden 2. Antonio Pettigrew (USA) 45,78 3. Fawzi Al-Shammari (Kuweit) 46,13
Meile: 1. Hicham El Guerrouj (Marokko) 3:50,12 Minuten (Jahres-Weltbestzeit) 2. Laban Rotich 3:51,99 3. David Kiplak (beide Kenia) 3:52,42 4. Abdelkader Hachlaf (Marokko) 3:52,45 5. Anthony Whiteman (USA) 3:52,90
5000 m: 1. Benjamin Limo 12:57,50 Minuten (Jahres-Weltbestzeit) 2. Sammy Kipketer 12:57,90 3. John Kibowen 12:58,61 4. Paul Bitok 12:58,94 5. Mark Bett (alle Kenia) 13:00, 38 5. Salah Hissou (Marokko) 13:01,10 7. Benjamin Mayo (Kenia) 13:02,95 8. Assefa Mezegebu (Äthiopien) 13:04,15
400 m Hürden: 1. Felix Sanchez (Dominikanische Republik) 48,91 Sekunden 2. Hadi Al Somaily (Saudi-Arabien) 49,06 3. Joey Woody (USA) 49,13
Dreisprung: 1. Jonathan Edwards (Großbritannien) 17,51 m 2. Christian Olsson (Schweden) 17,47 3. Walter Davis (USA) 17,05 ... 12. Charles Friedek (Leverkusen) 16,22
Speerwerfen: 1. Boris Henry (Saarbrücken) 85,42 m 2. Dariusz Trafas (Polen) 85,16 3. Alexander Iwanow (Russland) 84,98 ... 6. Raymond Hecht (Magdeburg) 80,90
Stabhochsprung: 1. Tim Mack (USA) 5,70 m 2. Jeff Hartwig (USA) 5,70 3. Wasili Gorschkow (Russland) 5,55 4. Tim Lobinger (Frankfurt) und Lars Börgeling (Leverkusen) beide 5,55 ... An der Anfangshöhe gescheitert: Richard Spiegelburg und Danny Ecker (beide Leverkusen)
Hochsprung: 1. Tomas Janku (Tschechien) 2,28 m 2. Stefan Holm (Schweden) 2,28 3. Tora Harris (USA) 2,24
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