Ab Montag auf Platz drei der Weltrangliste: Martinez krönt starke Woche mit dem Titel
zuletzt aktualisiert: 14.05.2000 - 21:40Berlin (sid). Conchita Martinez aus Spanien hat eine glänzende Woche bei den 93. German Open der Tennisdamen mit dem Titelgewinn gekrönt. Im Finale des mit 1,08 Millionen US-Dollar dotierten WTA-Turniers in Berlin setzte sich die 28 Jahre alte Martinez bei glänzenden äußeren Bedingungen mit 6:1, 6:2 gegen die gleichaltrige Amanda Coetzer aus Südafrika durch. Mit ihrem zweiten Triumph nach 1998 auf der Anlage des LTTC Rot-Weiß am Hundekehlesee, der im Halbfinale einen beeindruckenden 7:5, 6:4-Erfolg gegen Martina Hingis aus der Schweiz beinhaltete, verbesserte sich Martinez in der Weltrangliste auf den dritten Rang.
In einer überwiegend einseitigen Partie vor 6.500 Zuschauern auf dem Center Court bestimmte die Spanierin mit ihren Grundschlägen jederzeit das Tempo. Dabei variierte die Wimbledonsiegerin von 1995 insbesondere mit der einhändigen Rückhand häufig die Länge und den Drall ihrer Schläge. Den ersten Satz sicherte sich Martinez nach 38 Minuten mit einem unerreichbaren Smash. Im 16. Duell der beiden Spielerinnen, wobei die 1,58 m kleine Coetzer nur dreimal erfolgreich war, zeigte sich Martinez schlagtechnisch und taktisch deutlich überlegen und verwandelte nach 1:23 Stunden ihren ersten Matchball.
Allerdings musste die Turniersiegerin, die am Sonntag noch im Doppelfinale mit ihrer Landsfrau Arantxa Sanchez-Vicario stand, den Strapazen der Turnierwoche Tribut zollen und ihre Teilnahme an den Italian Open in der kommenden Woche wegen einer Reizung der Achillessehne zurückziehen. Ebenfalls nicht im Foro Italico wird Martina Hingis antreten, die sich mit einer Sehnenentzündung am linken Fuß abmeldete und in der Weltrangliste am Montag wieder hinter Lindsay Davenport auf Platz zwei zurückfällt. Bereits am Donnerstag hatte Anna Kurnikowa wegen einer Bänderverletzung abgesagt, womit auch die Organisatoren in Rom nicht das bestmögliche Starterfeld aufbieten können.
Vor dem Finale in Berlin hatte Turnierchef Eberhard Wensky diesbezüglich bereits ein kritisches Fazit gezogen. "Eine Besetzung wie in diesem Jahr darf sich nicht wiederholen. Unsere Partner haben uns im Stich gelassen und wir müssen uns bald unterhalten und eine Lösung finden", klagte Wensky. Hauptadressaten der Kritik waren seine Kooperationspartner, die WTA-Tour und Vermarkter IMG. Diese waren nicht in der Lage, ein standesgemäßes Teilnehmerfeld für ein mit 1,08 Millionen US-Dollar dotiertes "Tier I"-Turnier zu besorgen.
Von der Topspielerinnen in der Weltrangliste hatte nur Titelverteidigerin Hingis auf der Anlage des LTTC Rot-Weiß aufgeschlagen. "Eine solche Besetzung darf sich nicht wiederholen", forderte Wensky. Dabei verwies er auf die besondere Sensibilität des Hauptstadt-Publikums: "Berlin ist das Beste gewöhnt und verlangt es auch." Im ersten Jahr ohne die neunmalige German-Open-Siegerin Steffi Graf pilgerten bei strahlendem Wetter rund 50.000 Zuschauer an die idyllisch gelegenen Courts am Rande des Grunewaldes, womit der Rekordbesuch aus dem Vorjahr nur knapp verfehlt wurde.
"Die Top Ten müssen in Zukunft wieder in Berlin am Start sein. Am Rande der French Open werden sich die Turnierorganisatoren über die Umsetzung der bestehenden Verträge unterhalten", kündigte Wensky an. Neben dem Fehlen von Lindsay Davenport und den Williams-Schwestern aus den USA sowie der Französin Mary Pierce litt die Veranstaltung auch am frühen Scheitern von Kurnikowa. Nur am Mittwoch, als das "Glamour Girl" der Szene bei ihrem ersten Auftritt ausschied und sich die Bänderverletzung zuzog, war die Anlage ausverkauft.
Doppeltitel an Martinez/Sanchez
Conchita Martinez hat bei den German Open der Tennisdamen in Berlin auch die Doppelkonkurrenz gewonnen. Nach ihrem Einzelerfolg über die Südafrikanerin Amanda Coetzer siegte sie im Finale mit ihrer Landsfrau Arantxa Sanchez mit 3:6, 6:2, 7:6 (9:7) gegen Amanda Coetzer und die Amerikanerin Corina Morariu.
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