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Dortmund
Hummels bemitleidet sich

Fotos: Frauenschwarm, Abwehrchef, Weltmeister
Fotos: Frauenschwarm, Abwehrchef, Weltmeister FOTO: dpa, jhe
Dortmund. Der Nationalspieler aus Dortmund wehrt sich eigentümlich gegen Kritik. Von Patrick Scherer

Thomas Tuchel gab nach dem 4:1 gegen Stuttgart einen kleinen Exkurs über die Komplexität des Trainerberufs. "Wir haben uns wirklich überlegt, machen wir das jetzt, weil die Leute dann interpretieren, wir würden ihn aus der Schusslinie nehmen. Deshalb wären wir beinahe von dieser Entscheidung abgegangen, obwohl wir davon überzeugt waren", sagte der Trainer von Borussia Dortmund. Gemeint war die Personalie Mats Hummels. Tuchel verzichtete in der Fußball-Bundesliga gegen den VfB über 80 Minuten auf seinen Kapitän und begründete die Pause anschließend mit zu hoher Belastung.

Die Angst des Trainergespanns: Aufgrund einiger Patzer in der jüngeren Vergangenheit und dem anschließenden öffentlichen Diskurs über ein Leistungstief konnte die Versetzung auf die Bank auch als Denkzettel interpretiert werden. Gegen diese Darstellung verwehrten sich aber sowohl Tuchel als auch Hummels. Der deutsche Nationalspieler unterstrich im "kicker" sein intaktes Verhältnis zu Tuchel und bemitleidete sich im restlichen Interview größtenteils selbst. Er fühle sich "definitiv falsch bewertet", sehe sich "besser als manch ein Medium" und überhaupt wären einfach die anderen schuld. Er gab auch zu Protokoll, was ihn auszeichne, sei seine selbstkritische Einstellung. Warum er von dieser zuletzt öffentlich kaum etwas preisgab, bleibt sein Geheimnis.

Dass an Hummels Ansprüche gerichtet werden, denen er in dieser Saison häufiger nicht nachkam, hat sich der 26-Jährige durch starke Leistungen selbst erarbeitet. Anstatt sich nun der berechtigten Kritik zu stellen, zeigte Hummels aber lieber mit dem Finger auf andere, was ihm bereits den Spitznamen "Motzki" einbrachte.

Gegen Stuttgart bewies Sven Bender erneut, dass auch er die Innenverteidigerrolle souverän ausfüllen kann. Allein deswegen wird sich Hummels wohl noch nicht hinten anstellen müssen. Um sich der unerwünschten Kritik auf Dauer zu entledigen, dürfte aber vor allem mehr Konstanz in den eigenen Leistungen hilfreich sein.

Quelle: RP
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