| 08.08 Uhr

Sao Paulo
McLaren-Chef Dennis droht die Ablösung

Sao Paulo. Eine der längsten und erfolgreichsten Funktionärskarrieren der Formel 1 droht ein unrühmliches Ende zu finden. Der Brite Ron Dennis, der vor 50 Jahren als Techniker im Cooper-Team in die Formel 1 kam, steht laut dem britischen TV-Sender Sky News unmittelbar vor seiner Ablösung als Konzernchef. Der 69-Jährige war beim McLaren-Rennstall in unterschiedlichen Funktionen am Gewinn von sieben Konstrukteurs-Weltmeisterschaften und zehn Fahrer-Titeln (Alain Prost, Ayrton Senna/je 3, Mika Häkkinen/zwei, Lewis Hamilton, Niki Lauda ).

Demnach hat Dennis, der 25 Prozent der Anteile hält, vor wenigen Tagen dem Vorstand ein Übernahmeangebot einer chinesischen Investorengruppe in Höhe von umgerechnet rund 1,9 Milliarden Euro unterbreitet. Angeblich habe der Interessent dem 69-Jährigen zugesichert, dessen im Januar 2017 auslaufenden Vertrag im Verkaufsfall zu verlängern. Dies habe die weiteren Vorstandsmitglieder dazu veranlasst, Dennis zu suspendieren. Die Hälfte der Anteile an der McLaren-Gruppe gehört Mumtalakat (Staatsfonds aus Bahrain). Die restlichen 25 Prozent hält die Saudi/TAG-Gruppe um Mansour Ojjeh. Ihre Vertreter haben kein Interesse an einem Verkauf.

Laut Sky News sollen sich die weiteren Vorstandsmitglieder nun sogar für eine sofortige Ablösung des langjährigen Teamchefs (1981 bis 2009) eingesetzt haben. Gegen diese habe Dennis eine einstweilige Verfügung vor Gericht beantragt, mit der er aber scheiterte. McLaren-Teamdirektor Eric Boullier, der im Januar 2014 den finanziell angeschlagenen Lotus-Rennstall verlassen hatte und zu McLaren wechselte, wollte zu den Berichten nicht konkret Stellung beziehen. Der Franzose erklärte am Rande des Großen Preises von Brasilien in Sao Paulo lediglich, Dennis sei "am heutigen Tag immer noch der Vorsitzende der McLaren-Gruppe".

(sid/RP)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Sao Paulo: McLaren-Chef Dennis droht die Ablösung


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.