Fed-Cup-Auftakt in Essen: 2:0-Führung gegen Indonesien
zuletzt aktualisiert: 23.04.2005 - 16:08Essen (rpo). Deutschlands Fed-Cup-Team mit der neuen Chefin Barbara Rittner an der Spitze kann mit den Planungen für die Playoffrunde im Juli beginnen. Zum Auftakt der Weltgruppe 2 gegen Indonesien ging die deutsche Mannschaft bereits in den beiden ersten Einzeln mühelos mit 2:0 in Führung.
Vor 1.200 Zuschauern auf dem Centre Court von Etuf Essen, darunter der ehemalige Box-Weltmeister Dariusz Michalczewski und der langjährige Damentennis-Bundestrainer Klaus Hofsäss, machten Deutschlands neue Nummer eins Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) und Julia Schruff (Stuttgart) die Punkte für die Gastgeberinnen. Grönefeld gewann beim 6:3, 6:1 gegen die 16-jährige Abu Fani Damayanti im sechsten Anlauf ihr erstes Fed-Cup-Match. Anschließend erhöhte Schruff mit dem 6:1, 6:0 gegen Wynne Prakusya auf 2:0.
Am Sonntag (Spielbeginn 12 Uhr) stehen sich zunächst Grönefeld und Prakusya gegenüber, anschließend spielt Schruff gegen Damayanti. Das abschließende Doppel spielen Anca Barna (Nürnberg) und Sandra Klösel (München) gegen Prakusya und die in keiner Rangliste mehr notierte Romana Tedjakusuma. Der Sieger von Essen kämpft in der Playoffrunde, die am 3. Mai ausgelost und am 9./10. Juli gespielt wird, um den Aufstieg in die Weltgruppe 1 2006.
Mit voller Konzentration und großem Engagement verfolgte Barbara Rittner bei ihrem Debüt als Teamchefin die beiden Einzel. Bei jedem Seitenwechsel redete sie eindringlich auf die Spielerinnen ein, sie feuerte an, klatschte ab und sprang bei strittigen Entscheidungen sofort auf. Zwischen den beiden Matches entspannte sie sich einige Minuten beim Spiel mit ihrer kleinen Jack-Russell-Hündin Sophie. "Ich bin echt froh, dass es endlich losgegangen ist", gab sie zu: "Die Spannung war in den letzten beiden Tagen schon enorm."
Anna-Lena Grönefeld sorgte dafür, dass es auch in der ersten Viertelstunde ihrer Partie gegen Damayanti noch spannend blieb. Die 1,80 Meter große Blondine, die seit zwei Jahren in Phoenix/Arizona lebt und bei Coach Rafael Font de Mora trainiert, verlor gleich im ersten Spiel ihren Aufschlag und machte sich mit etlichen unnötig verschlagenen Bällen selbst das Leben schwer. Zudem ließ ihr Aufschlag, normalerweise eine ihrer stärksten Waffen, die 19-Jährige zunächst fast völlig im Stich. Sie produzierte Doppelfehler in Serie und hatte dafür absolut kein Verständnis: "Keine Ahnung, das passiert mir eigentlich nie."
Mitte des ersten Satzes hatte Grönefeld dann ihre Startschwierigkeiten überwunden und brachte das Match locker in 55 Minuten über die Zeit. Anschließend rechtfertigte Julia Schruff das in sie gesetzte Vertrauen und fertigte Indonesiens Spitzenspielerin Wynne Prakusya mühelos ab. Barbara Rittner hatte Julia Schruff den Vorzug gegenüber Rückkehrerin Anca Barna gegeben, obwohl auch Linkshänderin Barna während der gesamten Woche im Training einen ausgezeichneten Eindruck hinterließ.
Vor Beginn der Partie hatte Georg von Waldenfels, der Präsident des Deutschen Tennis Bundes, den SOS-Kinderdörfern in Indonesien einen Scheck über 36.000 Euro übergeben. Nach der verheerenden Flutkatastrophe in Südasien, von der Indonesien mit am schlimmsten betroffen war, soll dort in Kürze das sechste SOS-Kinderdorf entstehen, für das der DTB und seine Landesverbände Anfang des Jahres eine Spendenaktion gestartet hatten.
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