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Tennis: Rios enttäuscht seine Landsleute: Agassi hielt Versprechen im Eiltempo - 56. Turniersieg

zuletzt aktualisiert: 17.02.2003 - 11:35

San Jose/Vina del Mar (rpo). Andre Agassi ist im Herren-Tennis weiter das Maß aller Dinge. Der Australian-Open-Sieger feierte am Sonntag seinen 56. Turniersieg.

Im Eiltempo fertigte der Amerikaner im kalifornischen San Jose den chancenlosen Italiener Davide Sanguinetti mit 6:3 und 6:1 ab. Es war Agassis zwölfter Sieg in Serie. Bis zum Matchball dauerte es gerade einmal 62 Minuten. So schnell schaffte es David Sanchez bei seinem ersten Turniersieg nicht. Der Spanier, der in Vina del Mar in seinem ersten Endspiel stand, setzte sich gegen Lokalmatador Marcelo Rios nach nervösem Beginn mit 1:6, 6:3 und 6:3 durch.

Auch Agassi begann ungewohnt unkonzentriert. Doch nach dem 0:2- Auftakt gab er nur noch zwei weitere Spiele ab und holte sich souverän den fünften Titel in San Jose. Es war sein 750. gewonnenes Match auf der ATP-Tour und der 56. Turniersieg seiner Karriere, den er im Rekordtempo errang. Den Grund für die Eile lieferte der Graf- Ehemann gleich mit: "Jedes Match von mir, das mehr als 45 Minuten dauert, ist viel länger, als jedes Match, das Steffi gespielt hat", sagte Agassi, der seiner Frau versprochen habe, sich zu beeilen. "Das verringert den Stress für sie und mich."

Marcelo Rios ohne Chance in der Heimat

An seinen zwei Jahre jüngeren Gegner Sanguinetti (30) dachte er dabei weniger. "Es ist die Hölle gegen Andre", sagte der Italiener, der vor Jahren einige Semester Wirtschaft an der University of California (UCLA) studiert hat. "Er schlägt so hart und so präzise. Er ist perfekt, fast eine Maschine. Wenn du gewinnen willst, musst du schon Kanonen loslassen - so wie Andy Roddick zum Beispiel."

Ohne Chance war auch Marcelo Rios. "Kein Mensch verliert gerne, vor allem nicht vor eigenem Publikum", sagte der Chilene, der sich in der Pleite - durchaus ungewohnt - als perfekter Sportsmann zeigte. "Schade, dass ich meinen Landsleuten keinen Sieg schenken konnte. Aber David war einfach besser. Hoffentlich kann ich dieses Turnier eines Tages gewinnen und den Erfolg meinem Publikum widmen."

Der 24-jährige Sanchez konnte sein Glück nach bislang zwei Niederlagen gegen Rios kaum fassen. Doch dann machte er auch bei seiner ersten Sieger-Rede eine gute Figur. "Ich bin wahnsinnig glücklich, mein erstes Turnier gewonnen zu haben." Den Erfolg wolle er seinem Coach Jose Luis Aparise widmen, der es nicht leicht mit ihm gehabt habe. "Er hat es verdient", sagte der Spanier und ergänzte schmunzelnd in Richtung der 4000 Zuschauer: "Es tut mir Leid, Marcelo hier daheim bei Ihnen geschlagen zu haben." Die Fans hatten es ihm angetan: "Hoffentlich werden mich meine Landsleute eines Tages auch so enthusiastisch unterstützen."


 
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