Wimbledon: Alle gegen Goliath
zuletzt aktualisiert: 18.06.2005 - 14:48London (rpo). Für die Konkurrenz ist es frustrierend: Doch auch in diesem Jahr unternehmen sie in Wimbledon wieder einen Anlauf, Rasenkönig Roger Federer die Krone zu entreißen. Die größten Chancen werden Andy Roddick eingeräumt. Doch sind auch neun deutsche Spieler am Start.
Die letzte Niederlage von Roger Federer auf Rasen datiert aus dem Jahr 2002. Damals unterlag der an Nummer 7 gesetzte Schweizer dem kroatischen Qualifikanten Mario Ancic in der 1. Runde von Wimbledon mit 3:6, 6:7 und 3:6. Seither hat der 23-Jährige 29 Rasen-Spiele in Folge gewonnen - dreimal die Gerry Weber Open im westfälischen Halle und zweimal die All England Championships in Wimbledon.
Wenn am Montag in London das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres beginnt, zweifeln nur wenige Experten daran, dass "King Roger" seinen dritten Titel beim wichtigsten Tennis-Turnier des Jahres holen wird. Mit seinem Siegeszug auf dem Belag, der laut Ivan Lendl "eher etwas für Kühe ist", wandelt Federer auf den Spuren der Wimbledon-Legende Björn Borg. Der Schwede war zwischen 1976 und 1981 in 41 Matches auf Gras nicht zu schlagen.
"Roger ist der Konkurrenz um eine Kopflänge voraus", sagt einer, der sich ein Urteil erlauben kann: Der siebenfache Wimbledon-Sieger Pete Sampras. Auch Federer selbst gibt sich auf seiner Homepage zuversichtlich: "Letztes Jahr war ich für die Titelverteidigung sehr unter Druck. Dieses Jahr fällt das alles viel einfacher." Gleichwohl ist dem 23-Jährigen bewusst, dass man einen Grand-Slam-Titel nicht planen kann: "Man kann immer eine schwierige Auslosung erwischen, man könnte immer eine schockierende Niederlage in der ersten Runde einstecken müssen." Der Auftaktgegner in diesem Jahr ist übrigens der Franzose Paul-Henri Mathieu, aktuell in der Weltrangliste an Position 48. In dieser Saison hat Federer erst drei Spiele verloren: Das Halbfinale der Australien Open gegen den späteren Turniersieger Marat Safin (Russland), das Viertelfinale in Monte Carlo gegen den französischen Newcomer Richard Gasquet und das Halbfinale der French Open gegen Spaniens neuen Tennis-Helden Rafael Nadal. Die Erfolge der "jungen Wilden" gegen den im Vorjahr als beinahe unbesiegbar geltenden Schweizer haben gezeigt, dass der weltbeste Tennisspieler verwundbar ist. 2004 konnte er drei Grand-Slam-Turniere gewinnen, in diesem Jahr wartet er noch auf seinen ersten ganz großen Erfolg.
Wer aber könnte die Siegesserie des Roger Federer im "Wohnzimmer von Boris Becker" beenden? Die größten Chancen räumen die Organisatoren Andy Roddick ein, den sie hinter Federer an Nummer 2 der Setzliste positionierten. Im Vorjahr wurde der Amerikaner erst im Finale von Federer gestoppt. Auch Safin und der Australier Lleyton Hewitt könnten dem Schweizer gefährlich werden. Die Konkurrenz sollte sich jedoch bemühen, Federer schon vor dem Finale auszuschalten: Die letzten 20 Endspiele hat er nämlich in Serie gewonnen.
Die Auslosung im Überblick:
Roger Federer (Schweiz/Nr. 1/TV) - Paul-Henri Mathieu (Frankreich) Ivo Minar (Tschechien) - Michal Tabara (Tschechien) Joshua Goodall (Großbritannien) - Alessio Di Mauro (Italien) Julien Benneteau (Frankreich) - Nicolas Kiefer (Hannover/Nr. 25) Juan Carlos Ferrero (Spanien/Nr. 23) - Jamie Delgado (Großbrit.) Thomas Enqvist (Schweden) - Lee Hyung-taik Lee (Südkorea) Florian Mayer (Bayreuth) - Santiago Ventura (Spanien) Fernando Verdasco (Spanien) - Tommy Robredo (Spanien/Nr. 13)
Joachim Johansson (Schweden/Nr. 11) - Albert Montanes (Spanien) Alberto Martin (Spanien) - Greg Rusedski (Großbritannien) Jose Acasuso (Argentinien) - Tomas Zib (Tschechien) Alan Mackin (Großbritannien) - Fernando Gonzalez (Chile/Nr. 21) Michail Juschnj (Russland/Nr. 31) - Marcos Baghdatis (Zypern) Oscar Hernandez (Spanien) - Jean-Rene Lisnard (Frankreich) Jonas Björkman (Schweden) - Jeff Morrison (USA) Scott Draper (Australien) - Nikolaj Dawydenko (Russland/Nr. 8)
Lleyton Hewitt (Australien/Nr. 3) - Christophe Rochus (Belgien) Jan Hernych (Tschechien) - James Blake (USA) Justin Gimelstob (USA) - Adrian Garcia (Chile) Sargis Sargsian (Armenien) - Nicolas Massu (Chile/Nr. 29) Taylor Dent (USA/Nr. 24) - Dick Norman (Belgien) Kevin Kim (USA) - Alex Bogdanovic (Großbritannien) Abtony Dupuis (Frankreich) - Tomas Berdych (Tschechien) Lars Burgsmüller (Mülheim) - Mariano Puerta (Argentinien/Nr. 16)
Mario Ancic (Kroatien/Nr. 10) - Tobias Summerer (München) Danai Udomchoke (Thailand) - Stefan Koubek (Österreich) Gael Monfils (Frankreich) - Olivier Rochus (Belgien) Cyril Saulnier (Frankreich) - Dominik Hrbaty (Slowakei/Nr. 22) Feliciano Lopez (Spanien/Nr. 26) - Björn Phau (München) David Sherwood (Großbritannien) - Ricardo Mello (Brasilien) Karol Beck (Slowakei) - Mark Philippoussis (Australien) Paradorn Srichaphan (Thailand) - Marat Safin (Russland/Nr. 5)
Olivier Rochus (Belgien/Nr. 33) - Paul Goldstein (USA) Max Mirnji (Weißrussland) - Rainer Schüttler (Korbach) Stanislas Wawrinka (Schweiz) - Fabrice Santoro (Frankreich) Peter Wessels (Niederlande) - Jiri Novak (Tschechien/Nr. 28) Tommy Haas (USA-Sarasota/Nr. 19) - Janko Tipsarevic (Serb./Monten.) Yen-Hsun Lu (Taiwan) - Arnaud Clement (Frankreich) Andrei Pavel (Rumänien) - Roko Karanusic (Kroatien) Bohdan Ulihrach (Tschechien) - Thomas Johansson (Schweden/Nr. 12)
Radek Stepanek (Tschechien/Nr. 14) - Robby Ginepri (USA) Andrew Murray (Großbritannien) - George Bastl (Schweiz) Karol Kucera (Slowakei) - Luis Horna (Peru) Raemon Sluiter (Niederlande) - David Nalbandian (Argentinien/Nr. 18) Richard Gasquet (Frankr./Nr. 27) - Philipp Kohlschreiber (Bamberg) Sjeng Schalken (Niederlande) - Potito Starace (Italien) Felix Mantilla (Spanien) - Gilles Müller (Luxemburg) Vince Spadea (USA) - Rafael Nadal (Spanien/Nr. 4)
Tim Henman (Großbritannien/Nr. 6) - Jarkko Nieminen (Finnland) Nicolas Almagro (Spanien) - Dimitrj Tursunow (Russland) Alexander Popp (Mannheim) - Jerome Haehnel (Frankreich) Wayne Arthurs (Australien) - Filippo Volandri (Italien/Nr. 32) David Ferrer (Spanien/Nr. 17) - Guillermo Garcia-Lopez (Spanien) Juan Monaco (Argentinien) - Novak Djokovic (Serbien und Montenegro) Victor Hanescu (Rumänien) - Kenneth Carlsen (Dänemark) Mickael Llodra (Frankreich) - Sebastien Grosjean (Frankreich/Nr. 9)
Guillermo Coria (Argentinien/Nr. 15) - Tomas Behrend (Alsdorf) Jonathan Marray (Großbritannien) - Xavier Malisse (Belgien) Alex Calatrava (Spanien) - Tuomas Ketola (Finnland) Jürgen Melzer (Österreich) - Ivan Ljubicic (Kroatien/Nr. 20) Robin Söderling (Schweden/Nr. 30) - Igor Andrejew (Russland) Davide Sanguinetti (Italien) - Andreas Seppi (Italien) Qualifikant - Ivo Karlovic (Kroatien) Jiri Vanek (Tschechien) - Andy Roddick (USA/Nr. 2)
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







