Daviscup: Argentinien im Halbfinale gegen die Slowakei
zuletzt aktualisiert: 17.07.2005 - 18:46Neuss (rpo). Überraschung im Daviscup: Die Sandplatzspezialisten aus Argentinien haben Australien ausgerechnet auf Rasen im Viertelfinale des Daviscups entzaubert. Die "Gauchos" behiletn im Duell mit dem 28-maligen Champion mit Topstar Lleyton Hewitt überraschend deutlich mit 4:1 die Oberhand. Im Halbfinale wartet nun die Slowakei.
Die Slowakei gewann im Heimspiel in Bratislava gegen die Niederlande 4:1. Die letzten beiden Einzel gewannen Dominik Hrbaty, der von der verletzungsbedingten Aufgabe Peter Wessels' beim Stand von 6:3, 6:1, 3:0 für Hrbaty profitierte und Michal Mertinak gegen Melle van Gemerden 4:6, 6:3, 6:4.
Als drittes Team machte Russland den Einzug in die nächste Runde perfekt. In Moskau gewann Igor Andrejew im entscheidenden Match gegen Paul-Henri Mathieu 6:0, 6:2, 6:1, nachdem zuvor French-Open-Halbfinalist Nikolai Dawidenko durch einen 6:2, 4:6, 6: 2, 6:1-Sieg gegen Richard Gasquet zum 2:2 für die Gastgeber ausgeglichen hatte. Bereits 2002 hatte Russland im Finale in Paris gegen Frankreich nach 1:2-Rückstand noch einen 3:2-Sieg erkämpft. Der Halbfinalgegener der Russen wird in Split ermittelt, wo Kroatien 2:1 gegen Rumänien führte.
Nalbandian sorgt für die Entscheidung
In Sydney fiel die Entscheidung zu Gunsten Argentiniens, das vom zweiten Finaleinzug nach 1981 träumt, im dritten Einzel. In einer Neuauflage des Wimbledon-Finals von 2002 setzte sich David Nalbandian gegen Hewitt 6:2, 6:4, 6:4 durch, brachte die Südamerikaner uneinholbar 3:1 in Führung und verbuchte den ersten Sieg im vierten Duell mit dem von ihm ungeliebten Australier. "Ich wusste, dass es das wichtigste Spiel werden würde. Dass ich es so leicht gewinnen konnte, macht mich sehr froh."
Der Streit zwischen Hewitt und den Argentiniern hatte bei den Australian Open im Januar in Melbourne begonnen. Juan Ignacio Chela verlor nach seiner Niederlage in der dritten Runde dermaßen die Nerven, dass er Hewitt am Netz anspuckte. Nalbandian, gleichfalls kein Kind von Traurigkeit, ließ sich im Viertelfinale von Hewitts ständig gezeigter Faust so irritieren, dass er das Match in fünf Sätzen verlor.
Dementsprechend hoch her ging es auch im Daviscup. Schon nach dem Auftakteinzel zwischen Hewitt und Guillermo Coria, das Hewitt 7: 6, 6:1, 1:6, 6:2 gewann, gab es einen verbalen Schlagabtausch: "Ich könnte Hewitt umbringen", erklärte Coria nach dem Match, in dem beide Spieler sich gegenseitig beleidigt und aus dem Rhythmus gebracht hatten: "Ich bewundere sein Spiel, aber ich hasse seine Art. Er kann der beste Spieler der Welt sein, er kann jedes Turnier gewinnen, aber er darf sich nicht länger ungestraft so benehmen."
Coria, der in Spielerkreisen ebenfalls nicht gerade als Sympathieträger gilt, kritisierte Hewitts Art, bei jedem Fehler des Gegners die Faust zu ballen und das Publikum mit wilden Gesten und "Come on"-Rufen zu animinieren. "Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass man Fehler des Gegners stillschweigend zur Kenntnis nimmt", sagte der Argentinier.
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