Boxen: Arthur Abraham - vom Schlumpf zum König
zuletzt aktualisiert: 18.08.2007 - 14:27Berlin (RP). Das mit dem Image bei Boxern ist so eine Sache. Einige sind schon durch ihre Kampf-Namen um einen schlagkräftigen Auftritt bemüht. Sie nennen sich „Tiger“ (Ex-Weltmeister Darius Michalczewski), „Dr. Eisenfaust“ (Vitali Klitschko), „Der Bulle vom Bosporus“ (Sinan Samil Sam) oder „Die Bestie aus dem Osten“ (Nicolai Valuev). Und es gibt Arthur Abraham.
Der ist am Anfang seiner Karriere unter dem Angst einflößenden Titel „Schlumpf-Boxer“ von seinem Management in den Ring geschickt worden. Doch Vater Abraham (also der von den Schlümpfen) untersagte gerichtlich die Verwendung seines Lieds als Einmarschmusik, und so musste für den Boxer Abraham ein neuer Name als Markenzeichen gefunden werden.
In der Kreativabteilung von Promoter Wilfried Sauerland fand man „König Arthur“ standesgemäß - immerhin hat der gebürtige Armenier mit deutschem Pass den IBF-Titel im Mittelgewicht seit fast zwei Jahren in seinem Besitz. Heute (23 Uhr/live in der ARD) muss der 27-Jährige den Gürtel gegen den ebenfalls aus Armenien stammenden Khoren Gevor verteidigen.
Es ist das Duell zwischen den beiden konkurrierenden Box-Ställen Sauerland (Abraham) und Universum (Gevor). Es ist aber auch das Aufeinandertreffen der Box-Trainer Uli Wegner und Fritz Sdunek, die noch eine „offene Rechnung“ miteinander zu begleichen haben.
Es geht dabei um Abrahams blutigen WM-Kampf im September 2006. Damals hatte Wegner seinen Schützling trotz doppelt gebrochenen Kiefers gegen Edison Miranda weiterboxen lassen. Sdunek hatte sich öffentlich darüber empört. „Ich sage Arthur immer“, erzählt Wegner, „der Sdunek wollte dir den Titel wegnehmen.“
Die Fehde zwischen Wegner und Sdunek gibt es schon seit Jahrzehnten. Bereits in der früheren DDR waren sie sich in sportlicher Rivalität verbunden. Sdunek betreute die enorm erfolgreiche Staffel von Traktor Schwerin, Wegner war für Wismut Gera tätig. Die Berliner Max-Schmeling-Halle ist heute Austragungsort für ein weiteres Duell zwischen ihnen.
Uli Wegner hat keinen Zweifel, wer am Ende des Abends als Sieger aus dem Ring steigen wird: „Für mich ist Arthur der beste Mittelgewichtler der Welt. Gevor kennen nur Insider. Doch er kann verdammt gut boxen. Arthur wird ihn nicht unterschätzen.“ Der Weltmeister hat sich auf seine Weise vorbereitet. „Ich rede mir vor jedem Kampf ein, dass ich schwächer bin als mein Gegner“, sagt Arthur Abraham. „Dadurch trainiere ich vorher viel härter und schlage ihn dann im Ring.“ Er will König bleiben.
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