Haas gegen Lleyton Hewitt verloren: ATP: Mayer einziger Deutscher im Achtelfinale
zuletzt aktualisiert: 12.05.2004 - 20:32Hamburg (rpo). Ausgerechnet Nobody Florian Mayer rettet am Rothenbaum die deutsche Tennis-Ehre. Tommy Haas verlor am Mittwoch beim ATP-Turnier der Masters Serie in Hamburg gegen Lleyton Hewitt.
Nachdem am Mittwoch Tommy Haas als letzter Star des deutschen Daviscup-Teams nach einer 4:6, 5:7-Niederlage gegen den Australier Lleyton Hewitt seine Koffer packen musste, zog der 20 Jahre alte Bayreuther beim ATP-Turnier der Masters Serie in Hamburg als einziger Deutscher ins Achtelfinale ein.
Unter dem Jubel der Fans besiegte Mayer den Spanier Albert Portas, Hamburg-Sieger von 2001, mit einem frechen und selbstbewussten Auftritt 6:3, 6:4. In der Runde der letzten 16 trifft Mayer auf den Russen Michail Juschni, der sich gegen Lars Burgsmüller durchgesetzt hatte.
Haas vergibt neun Satzbälle und scheitert
Eine Erkältung und seine eigenen Nerven haben Tommy Haas beim ATP-Turnier in Hamburg einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Gegen den Australier Lleyton Hewitt vergab der Lokalmatador neun Satzbälle.
Nun auch noch Tommy Haas. In nicht einmal 24 Stunden ist praktisch das komplette deutsche Daviscup-Team beim ATP-Turnier der Masters Serie in Hamburg ausgeschieden und hat Chairman Boris Becker und dem Deutschen Tennis Bund (DTB) bei ihren Rettungsbemühungen einen Bärendienst erwiesen.
Trotz einer kämpferischen Klasseleistung und der bedingungslosen Unterstützung von 10.000 Fans scheiterte der Lokalmatador und letzte große Hoffnungsträger mit 4:6, 5:7 am Australier Lleyton Hewitt und seiner Unfähigkeit "Big Points" zu gewinnen. Neun Satzbälle ließ Haas im zweiten Durchgang ungenutzt und war entsprechend angefressen: "Das ist verdammt frustrierend. Den Satz muss ich gewinnen."
Hewitt trifft im Achtelfinale nun auf den Brasilianer Flavio Saretta. Am Nachmittag hatten noch Schüttler-Bezwinger Lars Burgsmüller (Sundern) gegen den Russen Michail Juschni und Florian Mayer (Bayreuth) gegen Albert Portas (Spanien) die Chance, in die dritte Runde einzuziehen.
"Er gibt halt nie auf"
Haas kassierte damit im dritten Match erstmals in Deutschland eine Niederlage gegen den ehemaligen Weltranglisten-Ersten, der in der Gesamtbilanz zwischen den Beiden 5:4 in Führung ging. "Er gibt halt nie auf, das wusste ich natürlich", sagte der 26-Jährige. Schon vor drei Jahren war ihm gegen den Wimbledon-Sieger von 2002 in Melbourne bei den Australian Open Ähnliches passiert. "Er hat heute eine Riesenchance vertan, er war zu ungeduldig, da war ihm die noch fehlende Spielpraxis anzumerken", meinte Boris Becker.
In der ersten großen Enttäuschung wollte er sogar Änderungen in seinem Trainer- und Betreuerstab nicht ausschließen: "Ich muss sehen, wo ich mich verbessern kann", sagte er: "Auch in meinem Umfeld." In der Hansestadt wurde er wieder von Coach Red Ayme betreut, der ihn mit einem einjährigen Intermezzo seit Jahren trainiert. Auch die Eltern waren natürlich wieder mit von der Partie.
Der Hamburger hatte am Dienstag wegen einer Erkältung noch leichtes Fieber und war nach Auskunft seines Vaters Peter in dem Match nicht hundertprozentig fit. Trotz der körperlichen Beeinträchtigung holte er im ersten Durchgang nach einem 1: 5-Rückstand noch bis zum 4:5 auf, verlor den Satz aber dennoch. Hewitt, der im Achtelfinale von Monte Carlo an Rainer Schüttler gescheitert war und in Rom in der zweiten Runde verlor, feierte den Satzgewinn mit seiner typischen "Siegerfaust".
5:1-Führung verspielt
Im zweiten Satz nahm Haas zunächst den Schwung der Aufholjagd aus dem ersten Durchgang mit. Er spielte nun viel aggressiver, nahm die Bälle früher und zwang damit Hewitt auch zu Fehlern, die ihm zu Matchbeginn nicht unterlaufen waren. Nach drei Breaks in Folge ging Haas mit 5:1 in Führung und hatte insgesamt neun Satzbälle, die er allesamt teilweise mit leichten Fehlern und teilweise mit Pech vergab. Stattdessen glich der Australier noch zum 5:5 aus und beendete das Match doch noch in zwei Sätzen. "Ich habe an unser Match in Melbourne gedacht und wie ich damals zurück gekommen bin", meinte Hewitt, "offenbar hat auch Tommy angefangen nachzudenken."
Haas verstand dagegen kaum, was passiert war: "Es ist traurig, aber so ist es halt." Seit Anfang Februar ist er nach 15-monatiger Zwangspause wieder auf der Tour, der Turniersieg in Houston war dabei das sensationelle Highlight. "In dieser Woche hatte alles gepasst, darauf hatte ich auch für Hamburg gehofft", meinte er, "aber es wird ofenbar noch einige Zeit dauern, bis ich wieder konstant in der Weltspitze mithalten kann. Ich muss realistisch bleiben und viele Dinge wieder neu lernen."
Zuvor hatte der an zwei gesetzte Titelverteidiger Guillermo Coria (Argentinien) durch einen Dreisatz-Erfolg über den Peruaner Luis Horna die dritte Runde erreicht. Auch Australian-Open-Finalist Marat Safin zog in die nächste Runde ein, in der er auf den Österreicher Jürgen Melzer trifft.
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