Australian Open in Melbourne: Australier hoffen jetzt auf Hewitt
zuletzt aktualisiert: 28.01.2005 - 12:55Düsseldorf (rpo). Publikumsliebling und Lokalmatador Lleyton Hewitt steht im Finale der Australian Open. Im Halbfinale bezwang er nach anfangs hartem Fight den US-Amerikaner Andy Roddick. Am Sonntag trifft Hewitt auf den Russen Marat Safin.
Erst küsste er überwältigt von seinen Emotionen den Boden, dann nahm Lleyton Hewitt seine Mütze ab und kündigte seinen Landsleuten ein großes Finale an. Nach einem 3:6, 7: 6 (7:3), 7:6 (7:4), 6:1 über US-Boy Andy Roddick steht "Little Lleyton" im Endspiel der Australian Open und greift zum 100. Geburtstag des Grand Slams als erster Aussie seit Mark Edmondson 1976 nach dem Titel. "Sechs Monate lang habe ich mich auf dieses Turnier vorbereitet. Jetzt will ich meine Chance nutzen", meinte Hewitt.
Ausgeglichene Bilanz
Im Endspiel wartet Vorjahresfinalist Marat Safin. Der Russe hatte Titelverteidiger und Topfavorit Roger Federer aus der Schweiz am Donnerstag nach einem schier unglaublichen Match mit 5:7, 6:4, 5:7, 7:6 (8:6), 9:7 niedergerungen. "Marat hat den besten Tennisspieler der Welt geschlagen. Er spielt hier immer toll. Ich muss mich weiter steigern", sagte Hewitt. Während der frühere Weltranglistenerste als erster Australier seit Pat Cash bei seiner Niederlage gegen Mats Wilander 1988 im Finale steht, nimmt der einstige US-Open-Champion Safin nach 2002 und 2004 bereits seinen dritten Anlauf auf den Turniersieg.
Zehnmal standen sich die beiden in ihrer Karriere bereits gegenüber. Beide haben fünfmal gewonnen, auch die Bilanz der zwei Matches 2004 in Cincinnati und Paris ist Unentschieden. Und obwohl sich der kampfstarke Safin in Melbourne längst in die Herzen der Zuschauer gespielt und geschimpft hat, weiß er, was am Sonntag auf ihn zukommt. "Lleyton wird um jeden einzelnen Ball kämpfen, und all diese Menschen werden hinter ihm stehen", sagt er und bringt es auf den Punkt: "Obwohl ich die Nummer eins der Welt geschlagen habe, bin ich noch lange nicht der Favorit."
Safins dritter Anlauf
Im vergangenen Jahr gegen Federer und zwei Jahre vorher gegen den Schweden Thomas Johansson zog Safin im Finale von Melbourne jeweils den Kürzeren. "Das waren ganz andere Spiele. Beim ersten Mal war ich sehr nervös. Gegen Johansson war ich Favorit, damit konnte ich nicht umgehen. Im letzten Jahr fehlte mir einfach die Kraft", erzählt Safin. Sein Rezept für Sonntag: "Ich werde sehr, sehr vorsichtig sein und die Sache sehr ernsthaft angehen."
Gegen Roddick brauchte Hewitt 2:54 Stunden zum Sieg und musste dabei nicht annähernd so hart kämpfen wie in den beiden Runden zuvor, als er seine Landsleute ingesamt knapp acht Stunden zittern ließ. Nach dem Verlust des ersten Satzes bewies er erst in zwei Tiebreaks Nervenstärke und knackte dann im vierten Durchgang gleich das erste Aufschlagspiel von Roddick zum 2:0. Fünf Spiele später sank er jubelnd auf die Knie, und seine Fans sangen wieder von Lleyton mit der "magischen Mütze", die er stets mit dem Schirm nach hinten trägt.
Einen Titel haben die Australier am Freitag schon gewonnen. Publikumsliebling Alicia Molik entschied an der Seite von US-Open-Gewinnerin Swetlana Kusnezowa aus Russland das Doppelfinale gegen Einzel-Finalistin Lindsay Davenport und Corina Morariu aus den USA mit 6:3, 6:4 für sich.
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