Verletzung: Bänderriss legt Grönefeld vier Wochen auf Eis
zuletzt aktualisiert: 13.10.2005 - 19:33Düsseldorf (rpo). Anna-Lena Grönefeld muss wohl vier Wochen pausieren. Die Nordhornerin war in Moskau im Match gegen die Lokalmatadorin umgeknickt, eine Kernspin-Tomografie ergab nun einen einfachen Bänderriss bei der deutschen.
Anna-Lena Grönefeld wusste sofort Bescheid. "Mir war gleich klar: Das ist was Schlimmes", erzählte Deutschlands beste Tennisspielerin nach ihrem Fehltritt von Moskau. Im Viertelfinale gegen Russlands Glamour Girl Maria Scharapowa hatte die 20-Jährige aus Nordhorn fast schon sensationell deutlich mit 6: 1, 4:1 geführt, als das möglicherweise folgenschwere Malheur passierte. Bei dem Versuch, einen Stoppball ihrer Gegnerin zu erlaufen, knickte Grönefeld um und griff sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an den linken Knöchel.
Gestützt auf eine Physiotherapeutin humpelte die große Blonde vom Platz, ließ sich drei Minuten lang behandeln und ging mit einem dicken Tapeverband noch einmal ins Match, um es dann beim Stand von 6:1, 4:2 mit Tränen des Schmerzes und der Enttäuschung in den Augen aufzugeben. "Sie springt beim Aufschlag mit dem linken Bein ab und landet auch wieder auf dem linken Bein", sagt Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner: "Wenn man da mit links umknickt, geht gar nichts mehr."
Trost von "Kiwi"
Vier Wochen wird Grönefeld wohl pausieren müssen. Bei einer Kernspin-Tomografie am Donnerstag im heimischen Nordhorn diagnostizierten die Ärzte einen einfachen Bänderriss. Morgens um 9. 40 Uhr war Grönefeld in Düsseldorf gelandet, an Krücken humpelnd verließ sie den Flieger und wurde am Gate von ihrem Vater in Empfang genommen. Der Mediziner chauffierte seine Tochter höchstpersönlich nach Nordhorn, um sie am dortigen Klinikum in die Obhut seiner Kollegen zu übergeben.
Die ersten tröstenden Worte hatte Anna-Lena Grönefeld wenige Minuten nach dem Malheur von Nicolas Kiefer gehört, der beim parallel stattfindenden ATP-Turnier in Moskau dabei war. "Sie hat sofort gesagt: Da ist mindestens ein Band durch", berichtete Kiefer, selbst durch unzählige kleinere und größere Verletzungen in den letzten Jahren schmerzerprobt. Eigentlich wollen Kiefer und Grönefeld Ende Dezember beim Hopman-Cup in Perth das Tennisjahr 2006 einläuten: "Ich habe Anna gesagt: Die Zeit reicht, das packst du locker." Auch Grönefelds Trainer Rafael Font de Mora glaubt an ein Comeback beim Hopman Cup. "Diese Diagnose wirft uns jetzt nicht allzu sehr um. Ich bin immer noch optimistisch, dass Anna-Lena eine normale Vorbereitung auf die kommende Saison absolvieren kann", meinte der Coach.
Eine Rückkehr in die Heimat, wenn auch unter ganz anderen Vorzeichen, hatte Anna-Lena Grönefeld nach dem Moskauer Turnier ohnehin geplant. Ein dreiwöchiger Urlaub stand nach der stressigen und erfolgreichen Saison auf dem Programm, allerdings nicht in Arztpraxen, sondern mit Familie und Freunden. Die für den 7. November geplante Rückkehr von Deutschland nach Phoenix/Arizona soll aber weiter eingehalten werden. In den USA lebt und trainiert die 20 Jahre alte Grönefeld seit April 2003 im Camp ihres spanischen Trainers Rafael Font de Mora.
Dort reifte Anna-Lena Grönefeld in den vergangenen zwölf Monaten zu einer internationalen Spitzenspielerin heran, die Anfang Oktober als Nummer 19 erstmals die Top 20 der Weltrangliste knackte. Zudem führte Grönefeld das deutsche Fed-Cup-Team beim 4: 1-Sieg in Kroatien als unangefochtene Führungspersönlichkeit souverän zurück in die erste Liga.
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