EM in Deutschland: Beachvolleyball: Dieckmann/Reckermann siegen
zuletzt aktualisiert: 13.06.2004 - 21:07Timmendorfer Strand (rpo). Sambamusik, 50.000 Fans und Gold für die neuen Stars Markus Dieckmann/Jonas Reckermann - am Timmendorfer Strand entfachte bdie Beachvolleyball-EM südländische Begeisterung.
Als Krönung der Strandparty holte sich das Moerser Duo mit einem 2:0 (21:16, 27:25) im Finale gegen die Schweizer Markus Egger/Sascha Heyer seinen zweiten EM-Titel nach 2002 und 17.000 Euro Preisgeld.
Es blieb die einzige deutsche Medaille, da die fünftplatzierten Olympiadritten Jörg Ahmann/Axel Hager (Fellbach/Eimsbütel) bei ihrem letzten Großereignis das Podest genau wie den enttäuschenden deutschen Damen verpassten.
Schlechter Ruf ist Vergangenheit
"Es ist Wahnsinn, im eigenen Land und vor diesem Superpublikum Gold zu gewinnen. Die EM war für uns das wichtigste Großereignis vor Olympia und wir haben auf einem ungemein hohen Level gespielt", sagte der am Ostseestrand mit spektakulären Abwehraktionen glänzende Dieckmann: "Jetzt sind wir unseren Ruf als Dauerzweiter los."
Das im Vorjahr bei der EM silbergekrönte Duo holte damit die fünfte deutsche EM-Goldmedaille der Geschichte. Dieckmann/Reckermann retteten nach Gold und zweimal Silber bei den letzten kontinentalen Titelkämpfen die deutsche Bilanz - dominierende Nation war diesmal ausgerechnet das Alpenland Schweiz.
"Von den Damen hätten wir mehr erwartet, aber ansonsten war es eine gelungene Generalprobe für die Beach-WM im nächsten Jahr in Berlin und für Olympia. Wir haben bewiesen, dass die Volleyballer in Athen den deutschen Medaillenspiegel aufbessern können", kommentierte Verbandschef Werner von Moltke die erste Strand-EM in Deutschland.
Hoffnung auf die Zukunft machte auch der starke Auftritt der Qualifikanten David Klemperer/Niklas Rademacher (Hildesheim/Giesen), die als klare Verlierer des kleinen Finals gegen die Schweizer Patrick Heuscher/Stefan Kobel die ersehnte Medaille verpassten. "Wir sind trotzdem happy, schließlich war die EM eines der besten Turniere unserer Karriere. Wir haben noch viele Jahre vor uns - ich bin 16 Jahre jünger als Ahmann", erklärte Rademacher.
Die Routiniers Ahmann/Hager, die an der Ostsee ihren Rücktritt zum Saisonende angekündigt hatten, wurden im Viertelfinale von Dieckmann/Reckermann aller Medaillenträume beraubt. "Natürlich hatten wir uns eine Medaille erträumt, aber Markus und Jonas sind halt momentan das beste Team in Europa", meinte Ahmann. Zumindest neben den Duos aus der Schweiz, die auch bei den Damen mit Simone Kuhn/Nicole Schnyder-Benoit den mit 17.000 Euro prämierten Titel abräumten. 2:0 (21:13, 21:16) gewannen sie das Finale gegen die Norwegerinnen Susanne Glesnes/Kathrine Maaseide. Ein Jahr nach dem deutschen EM-Finale am Cleopatra Beach enttäuschten die Titelverteidigerinnen Stephanie Pohl/Okka Rau (Hamburg) und Vize Andrea Ahmann/Jana Vollmer (Schmiden/Rottenburg) jeweils mit Platz fünf.
Für die Organisatoren wurden trotz Regenschauern, niedriger Temperaturen und einem Verlust im 800.000-Euro-Etat "die kühnsten Erwartungen übertroffen" (Turnierdirektor Hinnerk Femmerling). Selbst ein Dreijahresvertrag für den traditionellen Austragungsort der DM als EM-Gastgeber ist im Gespräch.
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