Halbes Jahr vor German Open: Becker sieht Trendwende im deutschen Tennis
zuletzt aktualisiert: 26.11.2004 - 10:26Hamburg (rpo). Boris Becker blickt optimistisch in die Zukunft der German Open am Hamburger Rothenbaum. Gut ein halbes Jahr vor dem Turnier der ATP-Masters-Serie empfing der Chairman in der Hansestadt Sponsoren und Medienvertreter. Gut gelaunt, sieht er in Deutschland eine Trendwende im Tennis.
"Wirtschaftsunternehmen reden wieder mit uns, wenn wir wegen einer möglichen Sponsorship anfragen", erklärte der dreimalige Wimbledonsieger: "Vor zwei Jahren haben sie uns gar nicht erst empfangen."
Becker nennt die Erfolge von Roger Federer als mitverantwortlich für den Aufwärtstrend. "Es ist natürlich hilfreich, dass er unsere Sprache spricht, er ist ein Nachbar und vor allem spielt er fantastisches Tennis", meinte der Wahl-Schweizer Becker: "Aber natürlich wünsche ich mir auch mal wieder einen Deutschen in Hamburg im Halbfinale." Titelverteidiger Federer hat im Übrigen seinen erneuten Start in Hamburg bereits fest zugesagt.
Die German Open 2004 wurden erst im letzten Moment vor dem finanziellen K.o. gerettet. Jetzt ist die Zukunft zunächst bis 2007 durch den Sponsorenvertrag mit einem Hamburger Versorgungsunternehmen (Eon Hanse) und der Hamburger Stadtmarketing gesichert. Ein ortsansässiges Versicherungsunternehmen (Zeus) hat außerdem seine Sponsorenleistung gegenüber 2004 verdoppelt. "Wir müssen weiter einen guten Job machen, damit noch mehr Sponsoren einsteigen und noch mehr Zuschauer auf die traditionsreiche Anlage strömen", sagte Becker. 2004 waren 100.004 Tennisfans gekommen.
Im kommenden Jahr soll es im Vorfeld des Turniers auch wieder ein Pre-Event mit dem Spieler Becker geben. Dass es dabei erneut um die Gottfried-von-Cramm-Trophy nach dem Vorbild des Daviscups gehen wird, ist allerdings unwahrscheinlich. In den letzten beiden Jahren hatten Becker, Michael Stich und Patrik Kühnen gegen die USA mit John McEnroe und Österreich mit Thomas Muster gespielt. "Wir müssen uns über die genaue Form des Pre-Events noch Gedanken machen", erklärte Becker.
Auch die Verhandlungen mit den Fernsehanstalten laufen noch. Voraussichtlich wird erneut das NDR-Fernsehen live von den Nachmittagen berichten. Die "Night Session" könnte wieder bei Premiere laufen. Im Augenblick wird allerdings zunächst der deutsche Fernsehpartner für alle neun Masters-Turniere gesucht, nachdem der Vertrag mit der Kirch-Gruppe ausgelaufen ist.
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