French Open in Paris: Belgisch-französisches Finale in Paris
zuletzt aktualisiert: 02.06.2005 - 17:02Paris (rpo). Die überragende Justine Henin-Hardenne und Frankreichs Liebling Mary Pierce sind ins Finale der French Open zurückgekehrt. Henin-Hardenne bezwang zwei Jahre nach ihrem Titelgewinn von Roland Garros die Russin Nadia Petrowa mit einer beendruckenden Leistung 6:2, 6:3, anschließend zog die 30 Jahre alte Pierce ins Finale ein.
In nur 53 Minuten bezwang sie Jelena Lichowzewa aus Russland mit 6:1 und 6:1 und spielt fünf Jahre nach ihrem Paris-Sieg vor eigenem Publikum wieder um den Titel.
Einen Tag nach ihrem 23. Geburtstag zeigte die 1,67 m große Henin-Hardenne auf dem voll besetzten Court Philippe Chatrier gegen die elf Zentimeter größere Petrowa eine konzentrierte Leistung und glänzte mit variablem Spiel und spektakulären Punktgewinnen. Die Belgierin hat eine 3:0-Bilanz gegen Pierce und geht als klare Favoritin in ihr insgesamt fünftes Grand-Slam-Finale.
"Ich bin so glücklich, dass ich es ausgerechnet hier nochmal in ein Grand-Slam-Finale geschafft habe. Nach dem letzten schweren Jahr war das wirklich ein tolles Geburtstagsgeschenk für mich", meinte Henin-Hardenne und fügte hinzu: "Das wird ein großes Finale gegen Mary in einer fantastischen Atmosphäre."
Noch länger als Henin-Hardenne, die 2004 wegen einer schweren Viruserkrankung und nach einer Knieverletzung monatelang pausieren musste, war Pierce aus der Weltspitze verschwunden. Nach ihrem Triumph in der französischen Haupstadt 2000 plagte sie sich mit privaten Problemen, schleppte ein paar Kilos zu viel über den Platz und stand Ende 2001 nur noch auf Platz 130 der Weltrangliste.
15. Auftritt in Paris
Bei ihrem insgesamt 15. Auftritt in Roland Garros zeigt sich die Australian-Open-Siegerin von 1995 nun durchtrainiert, und auch ihre Nerven hielten bislang den Erwartungen der Landsleute stand. Älter als Pierce war in einem Grand-Slam-Finale nur die große Martina Navratilova (USA) in Wimbledon 1994 mit 37 Jahren und Paris 1987 mit 30 Jahren und acht Monaten.
Die gebürtige Kanadierin Pierce könnte den Coup Suzanne Lenglen am Samstag zum vierten Mal seit 1945 für Frankreich gewinnen. Sie selbst war vor elf Jahren im Finale an Arantxa Sanchez (Spanien) gescheitert.
In Petrowa und der überforderten Lichowzewa verabschiedeten sich am Donnerstag unterdessen die letzten von insgesamt 15 Russinnen im Damenfeld. Im vergangenen Jahr hatte Anastasia Myskina im russischen Finale gegen Jelena Dementiewa den ersten Grand-Slam-Titel für die Spielerinnen aus dem Riesenreich geholt.
Am Freitag spielen die Herren in Paris ihre Finalisten aus. Dabei kommt es zum Duell der Giganten zwischen dem topgesetzten Schweizer Roger Federer und Überflieger Rafael Nadal aus Spanien, die sich am Donnerstag noch einmal für Dutzende Fotografen zum gemeinsamen Termin aufstellten. Im zweiten Halbfinale stehen sich die Außenseiter Mariano Puerta (Argentinien) und Nikolaj Dawydenko (Russland) gegenüber.
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