NFL Europe: Berlin Thunder nimmt Revanche an den Admirals
zuletzt aktualisiert: 19.03.2006 - 15:52Neuss (rpo). Neun Monate nach der World-Bowl-Niederlage gegen die Amsterdam Admirals hat Vizemeister Berlin Thunder zum Saisonauftakt in der NFL Europe erfolgreich Revanche genommen. "Mit einem Sieg zu starten, ist immer gut. Aber natürlich ist es noch schöner, die Pleite aus dem Endspiel im letzten Jahr vergessen gemacht zu haben", sagte Running Back Little John Flowers nach dem 33:29-Erfolg der Berliner beim Titelverteidiger aus den Niederlanden.
Der US-Amerikaner war einer von elf Thunder-Spielern, die schon am 11. Juni 2005 im Finale von Düsseldorf gestanden und 21:27 gegen Amsterdam verloren hatten. "Ich hatte immer noch dieses miese Gefühl im Magen, es war Zeit, es ihnen heimzuzahlen", sagte Flowers, der mit dem ersten Touchdown in der siebten Minute vor 16. 341 Zuschauern die Berliner früh in Führung gebracht hatte.
Diesen Vorsprung baute der Vizemeister im zweiten Viertel auf 20:0 aus und ließ sich den Sieg auch in der Schlussphase, als die Gastgeber noch einmal aufdrehten, nicht mehr aus der Hand nehmen. "Wir haben ein paar Big Plays der Admirals zugelassen, daran müssen wir arbeiten", sagte Thunder-Headcoach Rick Lantz: "Ich war aber sehr erfreut über die Reaktion meiner Mannschaft auf dem Feld. Die Spieler haben sich nicht unterkriegen lassen und stets die Oberhand behalten."
Erfolgreich Revanche nahmen auch die American Footballer von Rhein Fire. Nach sechs Niederlagen in Serie gegen den Erzrivalen Frankfurt Galaxy gelang in der 23. Auflage des Klassikers mit 10:6 endlich wieder ein Sieg. "Das war ein hartes Stück Arbeit", meinte der neue Headcoach Jim Tomsula und erklärte seine Philosophie: "Wir arbeiten daran, perfekt zu spielen, auch wenn das nicht erreichbar ist. Unser Schlüssel ist der Teamgeist."
Vom perfekten Spiel waren beide Teams vor 22.827 Zuschauern noch weit entfernt. Die Defensivreihen dominierten, die Quarterbacks brachten nur wenige Pässe an den Mann, zudem erlaubten sich beide Mannschaften zahlreiche Strafen.
Die einzige spektakuläre Aktion war auch gleich die spielentscheidende: Nach 137 Sekunden überraschte Fire die Hessen mit einem Trickspielzug, Wide Receiver Chris Samp erhielt von Spielmacher Drew Henson den Ball und warf ihn in Quarterback-Manier zu seinem Kollegen Juan Wong, der ihn in die Endzone trug.
"Das haben wir im Training geübt", meinte Cheftrainer Tomsula. Vorausgegangen war ein Fumble von Frankfurts Running Back Roger Robinson, der erste von insgesamt vier Ballverlusten des Galaxy-Profis. "Er trägt nicht die alleinige Schuld", meinte Headcoach Mike Jones und betonte: "Wir gewinnen als Team, und wir verlieren als Team."
Einen Fehlstart in die 14. Saison des Europa-Ablegers der NFL legten auch die Hamburg Sea Devils hin. "Ich bin enttäuscht und frustriert", sagte Headcoach Jack Bicknell nach der 10: 14-Heimpleite gegen die Cologne Centurions: "Wir haben so viele Fehler in der Offensive gemacht und durch Ballverluste und abgefangene Pässe unsere eigeneÿDefense in Schwierigkeiten gebracht. "
Der neue Kölner Cheftrainer David Duggan freute sich nach dem Erfolg vor 15.243 Zuschauern durch Touchdowns von Brian Bratton und Alex Haynes weniger über die Leistung seines Teams als über das Ergebnis: "Ein Sieg ist ein Sieg. Wir wollten Fehler und Strafen vermeiden. Das hat nicht ganz geklappt, aber die Sea Devils haben noch mehr Fehler gemacht."
1. Spieltag
Hamburg Sea Devils - Cologne Centurions 10:14
Amsterdam Admirals - Berlin Thunder 29:33
Düsseldorf RheinFire - Frankfurt Galaxy 10:6
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