DLV mit 30 Athleten zur Hallen-EM: Björn Otto - endlich wieder ein Gold-Favorit
zuletzt aktualisiert: 19.02.2007 - 14:11Berlin (RPO). Die deutschen Leichtathleten reisen nach langer Flaute endlich wieder einmal mit einem Gold-Favoriten im Team zur EM: Stabhochsprung-Überflieger Björn Otto gilt mit seinen jüngsten Top-Leistungen als erster Anwärter auf den Titel. Der DLV hat um Otto herum ein 30-köpfiges Team zusammengestellt.
Hinter Otto ist da zunächst der zweimalige Hallen-Europameister Tim Lobinger als "Joker" in der Hinterhand: Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat ein vielversprechendes Team für den Wettbewerb im britischen Birmingham (2. bis 4. März) nominiert.
Mit diesem, so hofft der Leitende Bundestrainer Jürgen Mallow, ist eine ähnliche Medaillenausbeute wie vor zwei Jahren in Madrid möglich: "Es ist eine wettkampfstarke Mannschaft, mit der fünf oder mehr Medaillen drin sind." 2005 waren es sechs - mit 200-m-Läufer Tobias Unger als einzigem Sieger. Seine Disziplin steht aber nicht mehr auf dem Programm.
Der Verband berücksichtigte 22 Einzelstarter plus je vier Läufer für die 4x400-m-Staffeln bei Männern und Frauen. Die drei zur Verfügung stehenden Startplätze wurden nur im Stabhochsprung komplett vergeben, wo bei den Frauen die deutsche Hallenrekordlerin Carolin Hingst trotz ihres fünften Platzes bei den nationalen Titelkämpfen am Wochenende in Leipzig dabei sein wird. "Als 4, 70-m-Springerin hat sie Chancen, um Platz drei mitzuspringen", begründet Mallow.
Bei der mit Spannung erwarteten Entscheidung zwischen dem Hallen-DM-Dritten Lobinger (5,75) und dem mit einer besseren Saisonbestleistung ausgestatteten DM-Vierten Fabian Schulze (Kornwestheim/5,83) folgte der Verband dem Vorschlag von Bundestrainer Jörn Elberding. Mallow: "Ich sehe es wie einen Gleichstand. Es hätte auch Argumente für Fabian gegeben."
Neun von 26 Hallen-EM-Wettbewerben sind vom DLV derzeit nicht besetzt. Die Zahl könnte sich durch den Mehrkampf noch auf sieben reduzieren. Dennis Leyckes (Bayer Uerdingen/Dormagen), Jacob Minah (LG Göttingen) und Julia Mächtig (SC Neubrandenburg) hoffen auf eine Einladung durch den Europäischen Leichtathletik-Verband EAA. Sie werden am 21. Februar (Mittwoch) ausgesprochen.
Mehrere Medaillenkandidaten
Einzel-Medaillenkandidaten sind neben Otto und Lobinger der Stab-Olympia-Fünfte Danny Ecker (Leverkusen), 400-m-Läufer Bastian Swillims, derzeit Drittschnellster der Welt, und über 60 m Hürden Vize-Europameisterin Kirsten Bolm (Mannheim).
Auch die Männer-Staffel sollte um die Podestplätze mitlaufen können. Dafür wurde Ex-Europameister Ingo Schultz (Leverkusen) nominiert, der zu seinem ersten Einsatz im Nationaltrikot seit den Olympischen Spielen 2004 in Athen kommt.
Die drei Freiluft-Titelträger Ralf Bartels (Kugel/Neubrandenburg), Jan Fitschen (10.000 m/Wattenscheid) und Ulrike Maisch (Rostock/Marathon) verzichten auf Birmingham, die Disziplin von Speerwerferin Steffi Nerius (Leverkusen) ist nicht im Angebot. "Ich bedaure es nicht, dass sich viele auf den Sommer mit der WM in Osaka konzentrieren", sagt Mallow, der zugleich an die EAA appelliert, über die Einführung von Wildcards für so hochklassige Athleten wie Tim Lobinger und Fabian Schulze nachzudenken: "Es wäre klug, so was zu haben, damit solch guten Leute nicht fehlen müssen."
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