Schaukampf gegen Leconte in Aschaffenburg: Boris Becker kommt vom Tennis nicht los
zuletzt aktualisiert: 16.10.2003 - 11:32Aschaffenburg (rpo). Zu einem der Lieblingsgegner von Boris Becker zählte der Franzose Henri Leconte. Für den Schaukampf am Donnerstag in Aschaffenburg wähnt sich der "Tennis-Rentner" in Bestform. Der 35-Jährige kommt vom Tennis einfach nicht los.
Spiel, Satz, Sieg - von Schläger und Filzkugel kann Boris Becker auch im gesetzteren Sportleralter von 35 Jahren nicht lassen. "Das Tennis verschafft mir die Möglichkeit, mich jung zu fühlen", sagt der dreimalige Wimbledonsieger. Das Leidenschaft mit dem gelben Ball habe sein Leben bestimmt. "Das ist Leidenschaft, da kommt man nicht von los. So lange die Füße mich tragen, so lange werde ich spielen".
Die Sucht, seine Kunst vor vielen Zuschauern zu demonstrieren, beobachtet Becker auch bei ehemaligen Weggenossen. "Alle kommen zurück. Gegen Stefan Edberg habe ich im letzten halben Jahr zwei Mal gespielt. Thomas Muster ist auch wieder dabei wie Michael Stich". Besonders genießt es Becker, nach einem Match mit den Kontrahenten bei Bier und gutem Essen ein Schwätzchen zu halten.
Späßchen stören den Rhythmus
Zu einem seiner Lieblingsgegner zählt der Franzose Henri Leconte, "Er ist ein unangenehmer Gegner. Mit seinen Späßchen bringt er mich schnell aus dem Rhythmus", meint Becker, der sich für den Schaukampf am (heutigen) Donnerstag in Aschaffenburg in Bestform wähnt. "Es war eine Tennis rege Zeit. Ich habe in den letzten Wochen viel gespielt und war bei Senioren-Turnieren in Marbella und Eindhoven. Ich bin fit." Trotzdem ist der Altmeister froh, dass "ich nicht jede Woche spielen muss, ich habe schließlich noch andere Aufgaben". Leconte schaffte sich extra noch ein neues Schlägermodell an. "Boris schlägt so hart, mit dem neuen Racket bring ich den Ball hoffentlich zurück", ulkt der Tennis-Entertainer.
Die Zukunft des deutschen Tennis sieht der 35-Jährige nicht so schwarz, wie der Abstieg des Daviscup-Teams aus der Weltliga verheißt. "Rainer Schüttler ist die Nummer 6 der Welt, hat in diesem Jahr unglaubliche Leistungen gebracht und zuletzt zwei Turniere gewonnen", lobt Becker. Der Abstieg sei ärgerlich, spiegele aber nicht den Trend im deutschen Tennis wider. "Man muss den jungen Spielern eine Chance geben, ihren Weg zu gehen. So schlecht ist es nicht bestellt". Das einzige, was fehle, "ist ein Wimbledon- oder US- Open-Sieger".
Seine Anziehungskraft hat das deutsche Tennis-Idol auch im "Rentenalter" nicht verloren. Obwohl nur ein Schaukampf, waren die knapp viertausend Karten in Aschaffenburg innerhalb weniger Tage verkauft. Und Becker lässt bei der Tingelei, die zum Spaß auch noch ein paar Euros in die Portokasse bringt, seine Freunde nicht verkommen. Zum Aufwärmen der immer noch Becker-süchtigen Zuschauer schwingen der ehemalige und aktuelle Daviscup-Teamchef, Carl-Uwe Steeb und Patrick Kühnen, die Rackets.
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