Klaus-Peter Kohl sucht bereits nach neuen Talenten: Boxen: Klitschko-Trennung steht bevor
zuletzt aktualisiert: 22.09.2004 - 12:26Hamburg (rpo). Klaus-Peter Kohl hatte endlich wieder Grund zur Freude: Das erfolgreiche Profidebüt seines 18-jährigen Schützlings Denis Boitsow aus Russland, der den Slowaken Imrich Borka mit technischem K.O. in der ersten Runde besiegte, sorgte für pure Begeisterung bei dem Box-Promoter. Kohl muss sich Richtung Zukunft orientieren, die Vergangenheit wird wohl am Donnerstag mit der Trennung von den Klischko-Brüdern besiegelt.
In Saal 320 des Hamburger Landgerichts wird Richter Kai Mückenheim um 9.15 Uhr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verkünden, dass der Vertrag der beiden Ukrainer mit Kohls Universum Box-Promotion bereits am 30. April ausgelaufen ist.
Seine beiden größten Zugpferde ist der 60-Jährige damit los. Zumindest den Kampf von Wladimir Klitschko am 2. Oktober in Las Vegas gegen DaVarell Williamson wird er nicht stoppen können, auch wenn er mit ziemlicher Sicherheit gegen das Urteil Berufung einlegen wird: "Ich bin mehr denn je überzeugt, dass ich Recht habe. " Verhindern aber kann er die zukünftigen Kämpfe seiner ehemaligen Schützlinge damit wohl nicht mehr - es geht nur noch um Schadensersatz.
Viele Talente "in der Hinterhand"
Kohl weiß das natürlich und hat deshalb längst vorgearbeitet. Er "züchtet" sich neue Schwergewichte. Den grade volljährigen Junioren-Weltmeister Boitsow hat der Hamburger bereits seit eineinhalb Jahren im Blick und sich Vertragsoptionen gesichert. Noch trainiert er in Moskau, ein Arbeitsvisum für Deutschland ist aber schon beantragt. "Von dieser Klasse habe ich noch zwölf Jungs in der Hinterhand", jubilierte Kohl nach dem von 500 Zuschauern gefeierten Debüt seines neuen Juwels, "alle zwischen 17 und 18 Jahren alt."
Der 22 Jahre alte Ukrainer Alexander Dimitrenko ist von der Generation "Nach-Klitschko" schon am weitesten. Egon Roth (Hamburg) und Taras Bidenko (Ukraine) werden ebenfalls aufgebaut. Roth besiegte Dienstag den Ungarn Sandor Forgacs durch T.K.o. in der dritten Runde, Bidenko ging mit dem erfahrenen Julius Francis (Großbritannien) als Punktsieger über zehn Runden.
"Schwergewicht ist die Königsklasse, das Interesse daran ist am größten", sagte Kohl. Und im Schwergewicht gibt es am meisten Geld zu verdienen. Das sagt er nicht, aber das weiß jeder. Mit 35 Prozent war Kohl an den Einnahmen der Klitschkos für seine Promotor-Leistungen beteiligt, kein Wunder, dass sich die smarten Doktoren aus Kiew in Zukunft mit ihrer Firma K2 selbst promoten wollen.
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