Rechtsstreit mit den Klitschko-Brüdern: Boxen: Schlechte Karten für Klaus-Peter Kohl
zuletzt aktualisiert: 09.09.2004 - 15:17Hamburg (rpo). Im Rechtsstreit zwischen dem Box-Promoter Klaus-Peter Kohl und seinen ehemaligen Schützlingen Witali und Wladimir Klitschko sieht es nicht gut aus für den Universum-Boss. In der wohl abschließenden Beweisaufnahme vor dem Landgericht Hamburg gelang es Kohls Anwälten nicht, Richter Kai Mückenheim von ihrer Ansicht zu überzeugen, nach der sich der Vertrag mit den ukrainischen Schwergewichtlern über den 30. April hinaus verlängert hat.
In der nächsten Sitzung wird das Gericht am 23. September voraussichtlich das entsprechende Urteil verkünden und damit Wladimir Klitschko seinen für den 2. Oktober in Las Vegas geplanten Kampf gegen DaVarryl Williamson ermöglichen. "Wir sind jetzt sehr zuversichtlich", erklärte Klitschko-Anwalt Helmut Stange, "die Erregung der Gegenseite spricht ebenfalls eine deutliche Sprache."
Universum-Anwalt Professor Peter Raue hatte mit einem energischen und teilweise polemischen Redefluss versucht, den Richter von seiner Sichtweise zu überzeugen, dass sich der im Jahr 2001 bis 30. April diesen Jahres geschlossene Vertrag um die Ausfallzeiten durch Verletzungen verlängert.
Dieser Auffassung mochte sich Mückenheim aber wie bereits bei seinem Hinweisbeschluss vom 5. August anscheinend nicht anschließen: "Die Argumente der Klägerseite haben mich überzeugt, deshalb musste ich diesen Hinweis geben", sagte der Vorsitzende, "was möglicherweise die nächste Instanz sagt, weiß ich nicht."
Raue und der zweite Kohl-Anwalt Björn Ziegler brachten zum Schluss der knapp 65-minütigen Verhandlung noch einen weiteren Beweisantrag ein, für den die boxenden Brüder erneut persönlich vor Gericht erscheinen müssten. Es ist aber äußerst unwahrscheinlich, dass der Richter diesem Antrag stattgibt. "Das war doch offensichtlich nur eine Verzögerungstaktik", meinte Stange.
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