Deutsche Meisterschaften in Berlin: Britta Steffen im neuen Anzug zum Weltrekord
zuletzt aktualisiert: 25.06.2009 - 09:52Berlin (RPO). Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen hat bei den deutschen Schwimm-Meisterschaften in Berlin im Vorlauf einen Weltrekord über 100 m Freistil aufgestellt. Steffen blieb in 52,85 Sekunden drei Hundertstel unter der 15 Monate alten Bestmarke der Australierin Lisbeth Trickett.
Steffen erklärte den Leistungssprung vor allem mit dem neuen Wettkampfanzug. "Natürlich fühle ich mich in guter Form, aber dieser Anzug ist von einer anderen Welt. Das ist das Krasseste, was ich je erlebt habe. Mein neuer Anzug ist wie ein Weltraumanzug", sagte Steffen: "Nach meinen Olympiasiegen habe ich mir mit dieser Zeit unter 53 Sekunden meinen zweiten Lebenstraum erfüllt."
In 52,85 Sekunden blieb Steffen im Vorlauf drei Hundertstel unter der 15 Monate alten Bestmarke ihrer australischen Rivalin Lisbeth Trickett und fügte der Farce bei der Entwicklung der umstrittenen Wunderanzüge ein weiteres Kapitel hinzu. "Man schwimmt wie auf einer Luftmatratze. In dem Anzug bin ich knapp eine Sekunde schneller", sagte Steffen und fragte mit einem Kopfschütteln in die Runde: "Wo soll das alles hinführen?"
An ihrem neuen Anzug wird Steffen allerdings nicht allzu lange Freude haben. "Der Anzug besteht hauptsächlich aus dichtem Material und wird im kommenden Jahr verboten werden", sagte die 25 Jahre alte Berlinerin und fügte hinzu: "Das ist auch gut so."
Doch bei aller Kritik muss sich auch Steffen, die das neue Produkt erst vor einer Woche erhalten hatte, den Umständen anpassen. Mit dem Rekord zur frühen Morgenstunde im Europapark an der Landsberger Allee unterstrich Deutschlands Sportlerin des Jahres 2008 jedenfalls ihre Ausnahmestellung auch im nacholympischen Jahr und schickte vier Wochen vor der WM in Rom ein deutliches Signal an die Konkurrenz.
"Ich fühle mich sehr gut. Ich bin in einem guten Zustand, und der neue Anzug gibt im wahrsten Sinne des Wortes zusätzlichen Auftrieb", sagte Steffen. Nach ihrem doppelten Olympia-Triumph im Wasserwürfel von Peking hatte sie zunächst pausiert, einen Urlaub in Mexiko mit ihrem Freund genossen und sich verstärkt auf ihr Studium konzentriert.
Leise Zweifel an ihrer Form fegte Steffen nun mit dem Rekord auf einen Schlag vom Tisch. In Rom, wo sie ihren ersten WM-Titel gewinnen will, sieht sich die Berlinerin trotzdem nicht in klarer Favoritenstellung. "Ich bilde mir auf diesen Rekord nichts Großes ein", sagte Steffen gewohnt zurückhaltend: "Bei der WM wird diese Marke mit Sicherheit wieder gebrochen." Vielleicht von ihr selbst.
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