US Open: Cabrera zwingt Woods in die Knie
zuletzt aktualisiert: 18.06.2007 - 11:37Oakmont (RPO). Die 107. US Open in Oakmont sind mit einer großen Überraschung zu Ende gegangen. Angel Cabrera hat als zweiter Argentinier eines der vier Major-Turniere gewonnen und Superstar Tiger Woods die Sporen gezeigt.
Der 37-Jährige aus Cordoba siegte nach einer 69er Schlussrunde mit insgesamt 285 Schlägen vor dem US-Duo Woods und Jim Furyk, die beide einen Schlag mehr benötigten.
Es war ein Tag, an dem sich mancher nach Augusta zurücksehnte. "Dieser Kurs ist schwieriger als der des Masters. Es war brutal", sagte Woods und sprach vielen Kollegen aus der Seele.
Tatsächlich endeten auf den schnellen und schwierigen Grüns des "Monsters" von Oakmont/Pennsylvania viele Titelträume schon vor dem Schlusstag. Nur acht Runden Golf blieben an den vier Tagen mit einem Ergebnis unter Par (70 Schläge), zwei davon spielte der um rund 1,3 Millionen Dollar reichere Sieger.
Und selbst der musste nach zwei Bogeys am 16. und 17. Loch der Schlussrunde noch gut eine Stunde um den Triumph bangen. Erst als der erwartete Schlussspurt von Woods wie im Vorjahr ausblieb und der Weltranglistenerste mit einer 72 (zwei über Par) die Chance auf den dritten US-Open-Erfolg nach 2000 und 2002 verspielte, durfte Cabrera jubeln. "Dieser Moment ist schwer zu beschreiben. Wahrscheinlich werde ich erst merken, was passiert ist, wenn ich mit dem Pokal neben mir im Bett aufwache."
Woods realisierte derweil schnell, dass sein Schwung und vor allem sein Putter ihn im Stich ließen. Der werdende Vater schaffte auf der letzten Runde nur ein einziges Birdie, musste sogar - für ihn völlig ungewohnt - rund ein Dutzend Mal um das Par zittern.
"Er hat seinen Job erledigt, ich nicht"
"Gratulation an Angel. Er hat seinen Job erledigt, ich nicht", sagte Woods nüchtern. Dessen Fluch hält weiter an. Woods konnte in seiner Karriere noch kein Major gewinnen, wenn er nicht vor der Schlussrunde in Führung lag. Zwölfmal lag er dagegen vorn - und zwölfmal siegte er.
Mit dem Erfolg Cabreras, der fünf Schläge über Par blieb, konnte der US-Open-Sieger bereits zum dritten Mal in Folge das Par nicht brechen. Zu weiteren Opfern des wohl schwersten Kurses der USA gehörten unter anderem Vijay Singh (Fidschi/20.), Vorjahressieger Geoff Ogilvy (Australien/42.), der nach dem dritten Tag in Führung liegende Aaron Baddeley (Australien/13.) und der Weltranglistenzweite Phil Mickelson (USA), der erstmals nach 30 Turnieren bei einem Major am Cut gescheitert war. Deutsche Spieler hatten sich nicht qualifiziert.
Golf, 107. US Open in Oakmont/Pennsylvania (7,5 Millionen Dollar, Par 70), Endstand nach vier Runden:
1. Angel Cabrera (Argentinien) 285 Schläge (69+71+76+69), 2. Tiger Woods 286 (71+74+69+72) und Jim Furyk (beide USA) 286 (71+75+70+70), 4. Niclas Fasth (Schweden) 287 (71+71+75+70), 5. David Toms 289 (72+72+73+72) und Bubba Watson (beide USA) 289 (70+71+74+74), 7. u. a. Nick Dougherty 290 (68+77+74+71), ... 10. u.a. Paul Casey 291 (77+66+72+76) und Justin Rose (alle England) 291 (71+71+73+76), ... 20. u.a. Vijay Singh (Fidschis) 294 (71+77+70+76), ... 36. u.a. Ian Poulter 298 (72+77+72+77) und Lee Westwood (beide England) 298 (72+75+79+72), ... 45. u.a. Jose Maria Olazabal (Spanien) 70+78+78+74). - am Cut nach zwei Runden (150 Schläge) gescheitert: 64. u.a. Phil Mickelson (USA) 151 (74 77), ... 92. u.a. Retief Goosen (Südafrika) 153 (76 77), ... 99. u.a. Sergio Garcia (Spanien) 154 (79 75), ... 127. u.a. Colin Montgomerie (Schottland) 158 (76 77).- ohne deutsche Beteiligung.
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