Tennis: Pleite für Agassi - Schüttler weiter: Comeback von "Crocodile Kiefer" missglückt
zuletzt aktualisiert: 04.03.2003 - 22:55Delray Beach/Hamburg (rpo). Das Comeback von "Crocodile Kiefer" ist missglückt, und auch Australian-Open Gewinner Andre Agassi hat im Tennis mal wieder eine Niederlage kassiert.
Auch der Kuss des Krokodils konnte Nicolas Kiefer nicht vor der Erstrunden-Niederlage gegen Jan-Michael Gambill beim ATP-Turnier in Delray Beach bewahren. Bei seinem Comeback nach mehr als vier Monaten Pause wegen eines Ermüdungsbruchs in der linken Ferse verlor Kiefer gegen den an Nummer vier gesetzten Amerikaner mit 2:6, 4:6.
Dagegen erreichte Australian-Open-Finalist Rainer Schüttler in Scottsdale das Achtelfinale durch ein 2:6, 7:5, 6:1 gegen den israelischen Qualifikanten Harel Levy. In der Runde der letzten 16 trifft der Daviscup-Spieler aus Korbach nun auf den Argentinier Mariano Zabaleta, der sich 7:6 (8:6), 6:3 gegen Robby Ginepri aus den USA durchsetzte.
Lars Burgsmüller (Sundern) zog in seinem Auftaktmatch in Delray Beach gegen den Franzosen Jean-Rene Lisnard mit 2:6, 6:4, 2: 6 ebenso den kürzeren wie Andre Agassi (USA/Nr. 2) in Scottsdale. Der Titelverteidiger kassierte mit dem 7:6 (8:6), 4:6, 1:6 gegen den Schweden Thomas Enqvist seine erste Niederlage in diesem Jahr nach seinen Turniersiegen in Melbourne und San Jose.
Nicolas Kiefer hatte sich beim Besuch auf einer Krokodilfarm vor den Toren von Miami am Sonntag zu einem Ritt auf einem Alligator überreden lassen, den er am Ende gar mit einem kräftigen Schmatzer auf das bedrohliche Maul verabschiedete. "Ich habe gehört, das bringt Glück", erzählte "Kiwi" mit einem breiten Grinsen.
Wer ihm das erzählt hat, daran konnte sich der 25-Jährige nicht mehr erinnern, und außerdem scheint es auch nicht so ganz zu stimmen, denn gegen Gambill war Kiefer ohne Chance. "Es wird ein hartes Stück Arbeit, nach einer so langen Zeit muss man geduldig bleiben und darf den Mut nicht verlieren", sagte er dem sid. Am Wochenende kämpft er ebenso wie Burgsmüller beim ersten Masters-Turnier der Saison im kalifornischen Indian Wells um einen Platz im Hauptfeld.
Den hat Andre Agassi sicher, obwohl er in Scottsdale nach zwölf gewonnenen Matches in diesem Jahr erstmals verlor. Thomas Enqvist, einer der wenigen aktuellen Spieler mit einer positiven Bilanz gegen Agassi (5:4), hatte seit Januar nur ein einziges Match gewonnen und darüber hinaus sechsmal in der ersten Runde verloren. Enqvist ist mittlerweile schon so etwas wie Agassis Angstgegner, denn bereits 1995 beendete der 28-jährige Schwede dessen Serie von 15 Einzelsiegen in Folge.
Agassi nahm seine Niederlage nicht übermäßig schwer. "Sie hat mich nur mal wieder daran erinnert, wie ungern ich verliere", sagte der 32-Jährige, der zähneknirschend eine weitere Niederlage eingestehen musste. Aus dem von ihm prophezeiten Mixed mit seiner Ehefrau Steffi Graf bei den French Open in Paris wird vermutlich nichts. "Ich habe alles versucht, aber sie will nicht", gab er zu: "Ich werde jetzt ein paar Tage warten und dann nochmal mit ihr reden, aber es ist eine sehr zähe Angelegenheit. Ich fürchte, es wird kein Mixed Graf/Agassi geben."
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