Tennis: Comeback von Hingis geglückt
zuletzt aktualisiert: 02.01.2006 - 10:15Gold Coast (rpo). Gelungenes Comeback für Martina Hingis an der australischen Gold Coast: Die frühere Weltranglistenerste aus der Schweiz schlug bei ihrem ersten Turnierspiel seit mehr als drei Jahren Maria Vento-Kabchi aus Venezuela locker 6:2 und 6:1. Die 25-Jährige zog damit in die zweite Runde des Turniers ein.
Und dort wartet dann schon eine echter Prüfstein: Dann trifft Hingis auf die Tschechin Klara Koukalova, die Nummer 35 der Weltrangliste. Koukalova hatte sich in der 1. Runde gegen die Amerikanerin Meghann Shaughnessy durchgesetzt.
Mit ihrem ersten Auftritt konnte die Schweizerin aber zufrieden sein: Der Aufschlag kam härter als vor drei Jahren, ihr Ballgefühl war wie immer hervorragend, und selbst 30 Grad Hitze konnten ihr nichts anhaben. "Wartet die nächsten Spiele ab. Ich werde noch besser", sagte die ehemalige Weltranglistenerste aus der Schweiz nach ihrem ersten ernsthaften Wettkampfeinsatz seit dem 10. Oktober 2002.
Nur in ihrem ersten Aufschlagspiel, das Hingis verlor, zeigte Hingis ein wenig Nervosität. Danach aber stimmte das Service, die Grundschläge waren hart und platziert. "All meine Erwartungen haben sich erfüllt. Ich wüsste nicht, was ich in diesem Spiel hätte besser machen können. Das Ergebnis sagt alles", meinte Hingis nicht ohne Stolz: "Ich bekomme die Chance auf ein weiteres Spiel, und das ist toll. In den nächsten 24 Stunden werde ich mich großartig fühlen. Nun ist der erste Druck weg."
Mit der wenig austrainierten Spielerin, die sich im Februar 2005 in Pattaya/Thailand bei einem nicht ernst genommenen Comebackversuch gegen Marlene Weingärtner blamierte, hatte Hingis elf Monate später an der australischen Ostküste nichts mehr gemein.
Etwas nervös
Etwas nervös sei sie schon gewesen, gab die Gewinnerin von fünf Grand-Slam-Turnieren zu, doch die volle Konzentration auf ihr Spiel halfen ihr weiter. Besonderes wichtig sei der erste Aufschlag: "Der muss kommen, sonst töten dich die Mädels heutzutage. Sie spielen alle unglaublich aggressiv", meinte Hingis.
Die Schweizerin war wegen akuter Beschwerden an Füßen und Sprunggelenken vier Monate nach ihrem letzten Auftritt in Filderstadt im Februar 2003 vom aktiven Sport zurückgetreten. Zuvor hatte die gebürtige Slowakin 40 Einzeltitel gewonnen und stand zwischen 1997 und 2001 insgesamt 209 Wochen an der Spitze der Weltrangliste.
Nach ihrer aktiven Karriere führte sie ein abwechslungsreiches Privatleben, kümmerte sich intensiv um ihr großes Hobby Reiten, trat als Co-Kommentatorin von Tennisereignissen im Fernsehen auf, machte in ihrer Heimat Werbung für Waschmaschinen und leistete eine Menge Wohltätigkeitsarbeit. Doch immer wieder griff sie auch zum Schläger.
Nach einigen Schaukämpfen und hartem Training fühlte sie sich fit genug für die Rückkehr. Und das Turnier "Down under" soll nur der Beginn des zweiten Frühlings sein. Mit der erst 17-jährigen Französin Tatiana Golovin tritt sie im Doppel an, auch beim Vorbereitungsturnier in Sydney ist sie dabei, und die Wildcard für die Australian Open in Melbourne, die sie dreimal gewann, liegt schon bereit. Hingis ist jedenfalls optimistisch: "Wenn Mary Pierce mit bald 31 Jahren noch bei drei großen Turnieren ins Endspiel einzieht, wieso sollte mir das nicht auch gelingen?"
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