25-Jähriger schied in San Jose schon in der ersten Runde aus: Comeback von Tommy Haas schon beendet
zuletzt aktualisiert: 11.02.2004 - 15:29San Jose (rpo). Schon nach der ersten Runde ist das lang erwartete Comeback von Tommy Haas beim ATP-Turnier in San Jose beendet. Der 25-Jährige unterlag dem an Nummer sechs gesetzten Amerikaner Vince Spadea.
Vermisst, aber nicht vergessen. Als Tommy Haas am Dienstagabend den HP Pavilion im kalifornischen San Jose zu seinem ersten Match nach 15-monatiger Verletzungspause betrat, erhoben sich die 6000 Zuschauer von ihren Sitzen und spendeten dem verlorenen Sohn lang anhaltenden Beifall. 65 Minuten später war für den deutschen Daviscup-Spieler mit dem 4:6, 2:6 gegen Vince Spadea (USA) zwar das sportliche Wunder ausgeblieben, doch nach einer weitgehend soliden Vorstellung darf Haas mit berechtigtem Optimismus in die Zukunft blicken: "Das war der Beginn meiner zweiten Karriere. Es lief noch nicht alles rund, aber Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Im Großen und Ganzen betrachte ich mein Comeback als gelungen."
Noch Minuten vor dem Match streunte Deutschlands ehemalige Nummer eins wie ein nervöses Raubtier durch die Katakomben der Arena. Als der vor ihm spielende Andre Agassi nach seinem 7:6 (7:4), 6:4-Erfolg über den Georgier Irakli Labadze endlich den Center Court freigab, betrat Haas nach einem tiefen Stoßseufzer mit energischen Schritten den Platz und genoss sichtlich die nicht enden wollenden "Tommy"-Rufe von den Rängen: "Ein Abendspiel nach Andre hat schon etwas Überwältigendes. Dank der Zuneigung der Fans hat sich meine Aufregung aber schnell gelegt."
Auf dem Platz übernahm Spadea mit einem schnellen Break das Kommando. Haas konnte zwar wenig später mit einer sehenswerten durchgezogenen Rückhand zum 2:2 ausgleichen, doch ein Doppelfehler im siebten Spiel brachte die Vorentscheidung im ersten Satz. Während die Defizite des Rekonvaleszenten ("Monatelanges Training kann keine Turnierpraxis ersetzen") im weiteren Verlauf der Partie mit Aufschlagschwäche, unsicherem Timing und nur mäßiger Beinarbeit nicht zu übersehen waren, erinnerten einige Ballwechsel am Ende des ersten Satzes schon an jene glorreichen Zeiten, in denen Haas im Sommer 2002 zur Nummer zwei der Weltrangliste aufstieg.
Dassdie Rückkehr dorthin ein langer und beschwerlicher Weg sein dürfte, wollte Haas nicht verleugnen. Doch an diesem Abend hatte sich der aufgrund einer Sonderregelung (protected ranking) in den nächsten neun Monaten in der Entry List an Position elf geführte Deutsche ohnehin andere Ziele gesetzt: "Wenn man nach so einer langen Pause gegen einen Spitzenspieler antritt, fühlt man sich wie ein Nobody im Kampf gegen Mike Tyson. Man ist froh, wenn man lebend wieder aus dem Ring steigt." Haas-Coach Red Ayme sah es ähnlich: "Dieses Match war der erste Stein in einem großen Mosaik. Tommy wird zurückkommen, gebt ihm nur etwas Zeit."
Viel wichtiger als das Ergebnis gegen Spadea war für Haas die Tatsache, dass die lädierte Schulter keinerlei Probleme bereitete. Deshalb soll bereits in der nächsten Woche beim Turnier in Memphis die Aufschlaggeschwindigkeit - gegen Spadea gelang Haas kein einziges As - um einiges erhöht werden. Spätestens im Herbst will Haas dann die vom ehemaligen deutschen Daviscup-Coach Niki Pilic geäußerten Zweifel an einem gelungenen Comeback widerlegen: "Wenn ich tatsächlich wieder die Top Ten erreiche, werden Niki und ich mit einem Glas Champagner anstoßen."
ATP-Turnier in San Jose/USA (380.000 Dollar):
1. Runde:
Vince Spadea (USA/Nr. 6) -
Tommy Haas (Hamburg) 6:4, 6:2
Kristof Vliegen (Belgien) -
Alexander Popp (Mannheim) 6:1, 6:3
Cyril Saulnier (Frankreich) -
Brian Vahaly (USA) 6: 3, 7:6 (7:4),
Kenneth Carlsen (Dänemark) -
Jürgen Melzer (Österreich) 6:3, 4:6, 6:3,
Robert Kendrick (USA) -
Lars Burgsmüller (Sundern) 6:4, 6:2,
Taylor Dent (USA/Nr. 4) -
Paul Goldstein (USA) 6:4, 6:4,
Jan-Michael Gambill (USA) -
Wayne Ferreira (Südafrika/Nr. 8) 6:7 (12:14), 7:6 (7:5), 6:1,
KJ Hippensteel (USA) -
Dmitri Tursunow (Russland) 7:5, 4:6, 6:3,
Wesley Moodie (Südafrika) -
Todd Martin (USA) 6:4, 7:6 (7:1)
ATP-Turnier in Vina del Mar/Chile (333.000 Dollar):
1. Runde:
Ruben Ramirez (Spanien) -
Tomas Behrend (Sundern) 6: 1, 3:6, 6:3,
Gustavo Kuerten (Brasilien/Nr. 2) -
Jean Rene Lisnard (Frankreich) 6:3, 6:3,
Mariano Zabaleta (Argentinien/Nr. 3) -
David Ferrer (Spanien) 6:4, 6:0,
Gaston Gaudio (Argentinien/Nr. 4) -
Richard Gasquet (Frankreich) 3:6, 6:3, 6:2,
Jose Acasuso (Argentinien) -
Nicolas Lapentti (Ekuador) 7:6 (7:5), 6:4
ATP-Turnier in Mailand (380.000 Euro):
1 Runde:
Tommy Robredo (Spanien/Nr. 3) -
Alex Corretja (Spanien) 6:4, 7:5,
Ivo Heuberger (Schweiz) -
Alberto Martin (Spanien) 6:1, 6:4,
Thomas Johansson (Schweden) -
Nikolaj Dawydenko (Russland) 6:3, 6:4,
Gregory Carraz (Frankreich) -
Vincenzo Santopadre (Italien) 6:7 (6:8), 6:3, 6:3,
Mario Ancic (Kroatien) -
Fabrice Santoro (Frankreich) 6:2, 6:3
WTA-Turnier in Paris (585.000 Dollar):
1. Runde:
Tatjana Golovin (Frankreich) -
Anna Smashnowa/Pistolesi (Israel/Nr. 6) 1:6, 7:5, 3:1-Aufgabe Smashnowa wegen Verletzung,
Karolina Sprem (Kroatien) -
Maria Vento-Kabchi (Venezuela) 6:2, 6:3,
Magui Serna (Spanien/Nr. 8) -
Petra Mandula (Ungarn) 6:3, 1:6, 6:2,
Dinara Safina (Russland) -
Jelena Jankovic (Serbien-Montenegro) 6:4, 2:0-Aufgabe Jankovic,
Francesca Schiavone (Italien/Nr. 5) -
Emilie Loit (Frankreich) 6:2, 4:6, 6:3,
Silvia Farina Elia (Italien/Nr. 7) -
Alexandra Stevenson (USA) 6:7 (5:7), 7:5, 6:2,
Tina Pisnik (Slowenien) -
Denisa Chladkova (Tschechien) 6: 2, 6:1,
Maria Sanchez Lorenzo (Spanien) -
Eleni Daniilidou (Griechenland) 6:2, 4:6, 6:4
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