Erster Masters-Titel für Argentinier: Coria gewinnt am Rothenbaum
zuletzt aktualisiert: 18.05.2003 - 19:03Hamburg (rpo). Im argentinischen Finale am Hamburger Rothenbaum hat sich Guillermo Coria mit 6:3, 6:4, 6:4 gegen seinen Landsmann Augustin Calleri durchgesetzt.
Coria, der seinen Vornamen dem letzten argentinischen Rothenbaum-Sieger Guillermo Vilas (1978) verdankt, kassierte für seinen zweiten Turniersieg nach Vina del Mar vor zwei Jahren sein größtes Preisgeld von 400.000 Dollar und rückte auf Platz fünf im Campions Race vor - sieben Zähler hinter dem Bad Homburger Rainer Schüttler, der sich im Achtelfinale aus der mit 2,45 Millionen Dollar dotierten Sandplatz- Veranstaltung verabschiedet hatte.
Der glückliche Sieger hatte im Halbfinale, das erstmals bei einem ATP-Turnier überhaupt vier Argentinier erreicht hatten, für einen Eklat gesorgt. Im zweiten Satz noch von Krämpfen geschüttelt, trumpfte er im dritten leichtfüßig auf und bezwang seinen Kumpel Gaston Gaudio mit 6:3, 6:7 (3:7), 6:0. Der Verlierer "bedankte" sich in den Katakomben des Center Courts mit einer Ohrfeige. "Ich hätte es genauso gemacht", sagte Chairman Boris Becker.
"Ohne die Hilfe der genialen Ärzte hätte ich nicht weiterspielen können", meinte der 21-Jährige Coria, der den wütenden Angriff nicht bestätigen wollte. "Vielleicht dachte er, dass ich aufgeben müsste und er das Match schon gewonnen hat." Derlei Mätzchen erlaubte sich der in seiner Heimat wegen seiner Tennis-Künste "Zauberer" genannte Coria im Endspiel gegen den 26-jährigen Calleri nicht und glich im vierten Vergleich die Bilanz aus. Sein tapfer kämpfender Kollege konnte an das "hohe Level und seine überragende Leistung" beim 6:4, 6:1 in der Vorschlussrunde gegen Wimbledon-Finalist David Nalbandian nicht anknüpfen und musste sich mit 200 000 Dollar begnügen.
Die horrenden Preisgelder kritisierte der Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB), Georg von Waldenfels. "Wenn ATP und WTA daran weiter festhalten, wird das ein oder andere Turnier nicht überleben können." Eine Garantie für den offenbar wieder rote Zahlen schreibenden Rothenbaum wollten am Sonntag weder er noch Chairman Becker und dessen Geschäftspartner noch das öffentlich-rechtliche Fernsehen abgeben. Erst müssten alle Zahlen und Analysen ausgewertet werden. Insgesamt kamen 120 000 Zuschauer, was ein Plus von 20 Prozent bedeutet. Dennoch soll der DTB, wie es heißt, wieder rote Zahlen geschrieben haben. Sie seien diesmal aber nur zartrosa, was wohl bedeuten soll, dass man mit einem blauen Auge davongekommen ist.
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