Anti-Doping-Meldesystem: Datenschützer übt harte Kritik
zuletzt aktualisiert: 11.12.2010 - 09:24
Köln (RPO). Das Anti-Doping-Meldesystem für Spitzensportler gerät unter schweren Beschuss. Der Landesdatenschutzbeauftragte von Rheinland-Pfalz, Stefan Brink, stufte die Datenerhebung und -verarbeitung in einem als Entwurf gekenntzeichneten Papier als rechtswidrig ein. Der Nationale Anti-Doping-Code führe zu einer "unerträglichen Verletzung" der Intims- und Privatsphäre von Sportlern. Brink lieferte seine Einschätzung auf Initiative der Basketball-Gewerkschaft Spin. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Süddeutsche Zeitung zitieren in ihren Samstagsausgaben aus dem Papier. Darin heißt es unter anderem, dass die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) durch ausforschende Überwachung Einblicke in die Privatsphäre erhalte, die selbst staatlichen Strafverfolgungsbehörden nicht gestattet seien. Die Meldeauflagen zeugten "von einer geradezu grotesken Übersteigerung eines allenfalls im Grundsatz nachvollziehbaren Kontrollinteresses".
Quelle: SID/chk
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