Großen Worten folgten Taten: Davis Cup: Starker Haas markiert Ausgleich
zuletzt aktualisiert: 27.09.2004 - 10:39Bratislava (rpo). Thommy Haas hat mal wieder unter Beweis gestellt, dass im Davis Cup immer mit ihm zu rechnen ist. Nachdem der junge Florian Mayer zuvor übel unter die Räder gekommen war, konnte ein überzeugender Haas mit seinem 6:7, 6:1, 6:1, 6:1 gegen Karol Beck den wichtigen Ausgleich zum 1:1 markieren.
"Das war Tennis vom Feinsten, besser kann man nicht spielen", beschrieb Kapitän Patrik Kühnen die starke Vorstellung von Haas, der nur im ersten Satz Probleme hatte: "Im Moment ist er sehr gut drauf." Für seine Anlaufschwierigkeiten hatte Haas eine einfache Erklärung: "Ich habe zum ersten Mal gegen ihn gespielt. Da kennt man sich noch nicht und muss erst die Lücken herausfinden."
Im Doppel stehen sich am Samstag (Spielbeginn ca. 11.15 Uhr) Haas und Alexander Waske sowie Hrbaty und Beck gegenüber. Die beiden abschließenden Einzel am Sonntag (ab 11 Uhr) bestreiten Haas und Hrbaty sowie nach derzeitigem Stand der Dinge Mayer und Beck. Allerdings wollte Mayer seinen Einsatz noch nicht hundertprozentig bestätigen: "Ich habe leichte Armschmerzen, aber wir haben ja noch zwei andere Leute, die Einzel spielen können. "
Mayer beim Debüt ohne echte Chance
Mayers mit Spannung erwartetes Davis-Cup-Debüt gegen den ungemein starken und konstanten Lokalmatador Hrbaty ging gründlich daneben. "Es war hoffnungslos, ich konnte machen, was ich wollte, nichts hat geholfen", sagte ein sichtlich ernüchterter Mayer, der sich nach dem "bisher wichtigsten Match meines Lebens" dennoch keine Vorwürfe machen wollte: "Er war einfach zu gut, ich hatte nie eine Chance."
Im zweiten Satz stand es bereits 3:0 für Hrbaty, ehe Mayer sein erstes Spiel gewann. Immer dann, wenn der Deutsche bis auf 30:40 herankam oder sogar ein Break in Sicht war, konnte sich der Slowake auf seinen ersten Aufschlag verlassen. Das Spiel zum 4:1 im zweiten Satz gewann Hrbaty mit drei Assen in Folge, bei denen er den Ball mit jeweils mehr als 200 km/h über das Netz prügelte. Nach einem weiteren Break zum 5:1 und einem mühelosen Aufschlaggewinn zum 6:1 führte der Slowake mit 2:0 Sätzen - gespielt waren zu dem Zeitpunkt gerade mal 50 Minuten.
Hrbatys "Hänger" kam nicht
Mayer wirkte ratlos, hilflos, konsterniert. "Ich habe ja versucht, mein Spiel zu variieren, aber es ging alles so schnell, dass ich dazu gar nicht gekommen bin", stellte er fest. Er streute Stopps ein, spielte Slice, versuchte es mit Serve and Volley, doch Hrbaty ließ sich von nichts aus dem Konzept bringen. "Ich habe immer darauf gewartet, dass er mal einen Hänger hat, denn auf diesem Niveau spielt man eigentlich nicht drei Sätze durch", sagte Mayer. Die Hoffnung war vergebens: "Er hat keinen Fehler gemacht, nichts, null, er hat konstant auf seinem hohen Level durchgezogen."
Im dritten Satz führte Hrbaty bereits 4:3 mit einem Break Vorsprung, als in der deutschen Box so etwas wie Hoffnung aufkeimte. Mayer kämpfte erbittert und erspielte sich sogar einen Breakball, doch Hrbaty blieb eiskalt. Er wehrte die Chance seines Gegners ab, ließ sich auch von zweimal Einstand nicht beeindrucken und brachte seinen Aufschlag zum 5:3 durch. Nach insgesamt 88 Minuten verwandelte der Slowake schließlich seinen fünften Matchball zum 1:0 für die Gastgeber. Mayer setzte anschließend seine ganze Hoffnung in Tommy Haas: "Er ist in überragender Form, er wird es machen."
Und Haas machte. Zwar verlor er den ersten Satz noch im Tiebreak, doch fortan legte er seine ganze Wut darüber in sein Spiel. Beck sah kaum noch einen Ball, ähnlich hilflos wie zuvor Mayer hetzte er kreuz und quer über den Platz und machte doch kaum einen Punkt. Der erste Satz dauerte 56 Minuten, die folgenden drei insgesamt nur 82 Minuten länger. "Ich bin bereit", hatte Haas vor der Partie versichert. Er hat seinen starken Worten ebenso große Taten folgen lassen.
Playoff in Bratislava:
Slowakei - Deutschland 1:1.
Dominik Hrbaty -
Florian Mayer (Bayreuth) 6:3, 6:1, 6:3,
Karol Beck -
Tommy Haas (Hamburg) 7:6 (7: 2), 1:6, 1:6, 1:6
Halbfinale in Alicante:
Spanien - Frankreich 0:1.
Carlos Moya -
Paul-Henri Mathieu 3: 6, 6:3, 6:2, 3:6, 3:6
Playoff in Moskau:
Russland - Thailand 2:0.
Marat Safin -
Danai Udomchoke 6:4, 6:1, 6:2,
Igor Andrejew -
Paradorn Srichaphan 7:5, 6:2, 6:4
Playoff in Bukarest:
Rumänien - Kanada 2:0.
Andrei Pavel -
Simon Larose 7:5, 6:3, 6:2,
Victor Hanescu -
Frank Dancevic 5:7, 6:3, 3:6, 6:3, 6:4
Playoff in Rijeka:
Kroatien - Belgien 2:0.
Ivan Ljubicic -
Gilles Elseneer 7:6 (8:6), 7:5, 6:4,
Mario Ancic -
Olivier Rochus 6:3, 7:6 (7:2), 6:1
Playoff in Perth:
Australien - Marokko 2:0.
Wayne Arthurs -
Mounir El Aarej 7: 6 (8:6), 6:4, 6:3,
Lleyton Hewitt -
Mehdi Tahiri 6:0, 6:2, 6:2
Playoff in Pörtschach/Österreich:
Österreich - Tschechien 0:0 (Spiele wegen Regens verschoben)
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